Samstag, 4. Dezember 2010

144 Milliarden Dollar Boni an Manager in den USA

Börsenkotierte US-Banken und Finanzinstitute zahlen bereits wieder horrende-Sonderzahlungen an ihre Manager. Dies, obwohl die Gewinne noch 1/5 tiefer liegen, als vor der Finanzkrise.

" ... Dies entspricht einem neuen Rekord, wie das «Wall Street Journal» vom Dienstag unter Berufung auf eine Auswertung der Daten von insgesamt 35 Unternehmen der Finanzbranche berichtete. Dies seien vier Prozent mehr als im vergangenen Jahr, als die Branche 139 Mrd. Dollar in Form von Direktzahlungen, Boni, Prämien oder Aktienoptionen ausschüttete.
Bei 29 der 35 untersuchten Geschäftsbanken, Investmentbanken, Hedge Fonds und Vermögensverwalter nahmen die Umsätze in diesem Jahr zu, wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf die Studie berichtete.
Die Gewinne der Finanzkonzerne lägen mit 61 Mrd. Dollar aber noch immer rund ein Fünftel unter dem Niveau von vor der Finanzkrise im Jahr 2006. Trotzdem seien die Sondervergütungen an die Mitarbeiter seitdem hingegen um 23 Prozent gestiegen. ..."

Freitag, 3. Dezember 2010

Bundesrat will Abzocker-Initiative die Zähne ziehen

Thomas Minder, Vater der Abzocker-Initiative
Mit aller Kraft versuchen bürgerliche Politiker die Volksabstimmung über die Abzocker-Initiative hinauszuzögern  oder ihr mit einem Gegenvorschlag die Zähne zu ziehen. Ganz anders, als England, das vor einem Jahr beschloss, Boni  ab 40'000 Franken mit einer 50% Steuer zu belasten, will die Schweiz den horrenden Abzockerboni nur die Michzähnchen ziehen. Geht es nach dem Ständerat, so sollen Boni erst ab 3 Mio Gewinn besteuert und als Tantiemen bezeichnet werden. Dies stösst sowohl im bürgerlich dominierten Ständerat, wie auch im Bundesrat auf Kritik. Die NZZ schreibt ...
" ... Eine Minderheit der ständerätlichen RK würde als Alternative lieber den indirekten Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative erweitern. Diese Regulierung hätte im Unterschied zum Tantièmen- Modell keine fiskalischen Konsequenzen. Betroffen wären lediglich börsenkotierte Aktiengesellschaften.Weiter könnte die Generalversammlung auch bei Verlusten Boni genehmigen, wenn das im Interesse des Unternehmens liegt. Der Bundesrat will die beiden Vorschläge kombinieren und bei allen Aktiengesellschaften anwenden. Hohe Boni könnten nicht nur in börsenkotierten AG's problematisch sein, hält er dazu fest.
Weiter will die Landesregierung, dass gegenüber den Aktionären die Vergütungen der Mitglieder der Geschäftsleitung einzeln offengelegt werden. Die Generalversammlung müsse sie auch genehmigen, wenn kein Jahresverlust oder Kapitalunterdeckung vorlägen.
ganzer Artikel via NZZ

Donnerstag, 30. September 2010

85 Franken für ein Kilo Kaffee - Die Abzocker der Kaffeebranche

Nestlé, sprich Nespresso, der Kaffeekapsel-Hersteller
, hat rund 1700 Patente anmelden lassen, um sein Kapselmonopol zu schützen. 

Nespresso verdient sich dumm und dämlich an den Luxus-Kapseln. Rechnet man den Preis der Kaffeemenge einer Kapsel hoch, so kommt man auf rund 85 Franken pro Kilo Kaffee. Im Kaffeehandel kriegt man vergleichbaren Arrabica das Kilo zu 5 Franken. 
Doch bereits gibt es, wie im Druckermarkt, andere Hersteller, die Kapseln verkaufen, die nur halb so teuer sind, wie jene von Nespresso, aber kompatibel zu deren Maschinen sind, wie die Schaffhauser Nachrichten berichtet: 
" ... Ethical Coffee ist nicht der einzige neue Konkurrent von Nespresso. Auch die US-Firma Sara Lee vertreibt seit dem Frühling in Frankreich Nespresso-kompatible Kaffeekapseln. Während die Casino-Kapseln dem biederen Image der Lebensmittelkette entsprechen, die sie verkauft, orientiert sich die Marke L’Or Espresso stärker am Auftritt von Nespresso – edel, exquisit, exklusiv. Eine Klubmitgliedschaft und Internetbestellungen wie bei Nespresso gibt es bei L’Or Espresso jedoch bislang nicht. Andere Wege beschreitet Ne-Cap in Spanien. Das Kleinunternehmen bietet eine Art «Nespresso für Arme» an: Es verkauft via Internet leere Plastikkapseln, die dasselbe Volumen haben wie die Behälter von Nestlé. Die Kunden öffnen den Deckel, füllen ihren eigenen Arabica ein und stecken ihn in dieNespresso-Maschine. Ob edel, bieder oder billig – Nestlé hat gar keine Freude an der neuen Konkurrenz und versucht dieser, wo es nur geht, Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Das ist nur logisch: Nestlé verdient mit Nespresso sehr viel Geld. Der Kaffee in den Luxuskapseln wird für einen Kilopreis von etwa 85 Franken verkauft – gehandelt wird hochwertiger Arabica-Kaffee für ungefähr fünf Franken pro Kilo. Die neuen Wettbewerber vermiesen Nespresso das Geschäft, zumal ihre Kapseln um einiges billiger sind. Der Casino-Espresso kostet 25 Cent pro Kapsel, also umgerechnet 33 Rappen, während Nespresso in der Schweiz 50 Rappen verlangt...."
der ganze Artikel via SN 

Dienstag, 28. September 2010

200 Banker verdienen bereits wieder mehr als 500'000 Euro

Während sich viele Deutsche darüber ereifern, dass der "Lohn" von Hartz IV - Empfängern um 5 Euro im Monat steigen soll, sahnen die Versager der Finanzkrise bereits wieder massiv ab: Rund 200 Angestellte von Versager-Banken, die vom deutschen Staat gerettet werden mussten, verdienen wieder mehr als 500'000 Euro. Dazu wurde am Wochenende noch bekannt, dass sich zwei Top-Manager der Krisenbank HRE üppige Renten-Ansprüche sichern wollten. Sogar die Union zeigt (zumindest nach aussen) Unverständnis für diese Vorgänge, wie Bild schreibt:
" ... Auch die Union reagierte mit Unverständnis auf Meldungen, wonach rund 200 Angestellte in vom Staat geretteten Banken mehr als 500 000 Euro verdienen. Unions-Finanzexperte Leo Dautzenberg (CDU) kritisierte, die Regierungsbeauftragten in den Kontrollgremien zeigten sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen für die Banker. SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner warf den Managern in der Zeitung vor, keine Schamgrenze zu haben. „Wenn sich die Bankenmanager solche Zahlungen genehmigen und im Gegenzug der Hartz-IV-Regelsatz um nur fünf Euro erhöht wird, dann fördert das die Demokratieverdrossenheit“, sagte Stegner. ..."
der ganze Artikel via Bild

Samstag, 28. August 2010

Abzocker der Woche: Nissan

1821 Franken nach Defekt eines Scheinwerferbestandteiles

Stellvertretend für diverse Autohersteller erhält Nissan unseren Abzockerpreis der Woche. Wer bei Nissan Primera einen Defekt am Vorschaltgerät eines Scheinwerfers hat, bezahlt über 1800 Franken (inkl. Montage), obwohl das Vorschaltgerät für 150 Franken im Internet zu bestellen wäre. Nissan hat, wie viele andere Autohersteller die Standardausrede bereit. Schuld ist selbstverständlich der böse Hersteller:
" ... Nissan Schweiz bestätigt dies, schiebt aber die Schuld dem Hersteller der Scheinwerfer in die Schuhe. Dieser liefere nur «das komplette Original-Bauteil». Deshalb könne beim Primera nur «die gesamte Schweinwerfereinheit ersetzt werden». Diese kostet Frank Pulfer inklusive Montage Fr. 1821.25. Das Vorschaltgerät alleine kann man im Internet für rund 150 Franken kaufen. ..."
Quelle: Konsumentenmagazin KTipp, Printausgabe

Freitag, 27. August 2010

Buchverlage zocken Schweizer ab: Eurokurs von 2.33 Franken

Ein Euro fiel heute unter die Marke von 1.30 Franken. Im Buchhandel werden diese Währungsverluste des Euros gezielt nicht weitergegeben. Ein Grossteil der Bücher kostet in der Schweiz mehr als das Doppelte des Euro-Preises, wie das Konsumentenmagazin KTipp rechnete:
" ... Dan Browns «Illuminati» wird bei Thalia und Orell Füssli zum Kurs von 1,90 umgerechnet. Goethes «Faust I» von Reclam kostet in Deutschland Euro 2.10 – bei Orell Füssli und bei Thalia Fr. 4.90. Das entspricht einem Euro-Kurs von 2,33. Orell Füssli rechnet die Taschenbuch-Bestseller von Stieg Larsson, Stephenie Meyer und Henning Mankell zu einem Kurs von 2,00 um; Thalia berechnet einen Kurs zwischen 1,70 und 1,90. «Man muss kämpfen» von Jens Voigt kostet bei Thalia Fr. 24.90 (Euro 12.–, Kurs 2,08). Günstiger rechnen Weltbild und Ex Libris. "

Donnerstag, 26. August 2010

5'000 Lohn-Millionäre zählt die kleine Schweiz

Die einen verlieren ihr Vermögen oder ihren Job während der Finanzkrise, andere profitieren. In der Schweiz hat die Zahl der Lohmillionäre in den letzten Jahren deutlich zugenommen, wie der Tagesanzeiger aus dem Sonntagsblatt "Sonntag" zitiert:
" ... Die Kritiker der Abzocker erhalten neue Munition: In der Schweiz leben laut einem Bericht des «Sonntag» an die 5000 Einkommensmillionäre. Also Personen, welche die magische Grenze jährlich allein mit Lohn und Bonus überschreiten – allfällige Kapitalgewinne nicht eingerechnet. Rund 2000 Personen verdienen gar mehr als 3 Millionen Franken pro Jahr. Das hat Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), anhand neuster AHV-Daten berechnet. Die Zahl von 5000 erstaunt. Noch vor zehn Jahren hätten «nur» rund 1000 Personen ein Gehalt von einer Million oder mehr bezogen, sagt Lampart zur Zeitung «Sonntag». «Die Gruppe der Topverdiener hat sich abgesetzt. Sie waren die Profiteure letzten Jahre.» Damit sticht auch das oft gehörte Argument nicht mehr, wonach es sich bei den in der Öffentlichkeit viel gescholtenen Topverdiener nur um Ausnahmefälle handelt. «In der Zwischenzeit gibt es viele kleine Brady Dougans und Daniel Vasellas», sagt Lampart gegenüber der «Sonntag». «Zu viele.»
ganzer Tagesanzeiger-Beitrag hier 

Mittwoch, 25. August 2010

In der Bundesliga verdient es sich gut: Abzocke hoch drei

Frank Ribery verdient 833'000 im Monat
Sogar Busfahrer oder Zeugwart eines Bundesliga-Clubs würden deutlich mehr verdienen, als in der "Realwirtschaft", folgert der Clubblog des 1. FCN seinen Beitrag über die Abzocker hoch 3, die Geldrangliste der Bundesliga. Ein Ausschnitt daraus:
" ... Vorne dran, das überrascht wenig, steht Bayerns Franzose Frank Ribéry – mit 833.000 Euro pro Monat. Fast bescheiden nehmen sich da die gelisteten Club-Beschäftigten aus. Wobei die Betonung auf fast liegt. Martin Bader taucht mit 29.000 Euro in der Liste auf, Dieter Hecking darf sich demnach über mehr als das Doppelte freuen. 66.000 sollen am Monatsende auf seinem Konto landen. Timmy Simons von Eindhoven gekommener Senior der Club-Elf darf sich gar wie 1/10 Ribébry fühlen – sollte die Summe von 83.000 Euro stimmen, die er angeblich pro Monat vom Ruhmreichen erhält. Nicht schlecht für jemand, der den Zenit seiner Leistungsfähigkeit überschritten haben dürfte. ..."

Dienstag, 24. August 2010

Hedgefonds-Manager beziehen Burnout, um Milliarden zu retten

Tim Barakett
Stanley Druckenmiller
Steve Cohen
Immer mehr Finanzhaie seien ausgebrannt und würden ihren Job aufgeben, schreibt der "Spiegel". Nebst dem mehrfachen Milliardär und Oberabzocker Stanley Druckenmiller, der vergangene Woche seinen Job hinschmiss, hätte dies zuvor auch Timothy Barakett getan. Den Abgang angekündigt haben der Mitgründer des milliardenschweren Fonds Highfields Capital Management, sowie Investmentguru Steve Cohen. Weitere Investmentbanker und Hedgefonds-Manager würden den Schritt ebenfalls noch vollziehen.

Der Spiegel folgert wohl richtig, wenn er schreibt: 
"Ist bei manchem Finanzjongleur womöglich die Gier versiegt? Haben sie sich in den vergangenen Jahren schlicht die Taschen genug gefüllt? Ist es einfach Zeit, die Milliarden zu nehmen und abzuhauen? Manch zynische Bemerkung spricht dafür". 
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Dienstag, 3. August 2010

Arbeitslosenversicherung: Abzocker belohnen, Volk bestrafen?

In der Schweiz steht im September eine Abstimmung an, die einen Abbau bei der Arbeitslosenversicherung zur Folge hat. Hier ein Auszug dazu aus einem Beitrag von Blogger Andrej Lützelschwab:
" ... Die über 140’000 Unterschriften gegen den massiven Abbau bei der Arbeitslosenversicherung zeigen ganz deutlich: Es gibt ein breites Unbehagen im Volk. Die Menschen verstehen zu Recht nicht, warum die Abzocker auch bei der Arbeitslosenversicherung belohnt werden und gleichzeitig die Bevölkerung bestraft werden soll. Die Chancen für ein Nein im September zum AVIG-Abbau stehen gut.
Zehntausende von Menschen haben in den letzten Monaten unverschuldet ihre Stelle verloren. Hauptverantwortlich war die Gier und Masslosigkeit der Finanzmanager, welche weite Teile der Wirtschaft in die Krise gezogen haben. In den Chefetagen steigen jetzt bereits wieder die Boni, die Abzocker machen wieder gross Kasse. Eine Riesenschweinerei ist: Bei der Arbeitslosenversicherung werden die Manager und Topverdiener weiterhin belohnt, indem sie tiefere Beiträge bezahlen müssen. Und die Bevölkerung soll gemäss dem Willen der rechten Politiker mit schlechteren Leistungen bei der Arbeitslosenversicherung bestraft werden. Die heute eingereichten 140’000 Unterschriften sind ein deutlicher Hinweis dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger dies nicht akzeptieren und die Revision im September ablehnen werden. ..."
ganzer Beitrag via Andrej Lützelschwab

Montag, 2. August 2010

Die neoliberalen Abzocker und die Rentenpolitik

Hart ins Gericht mit den neoliberalen Angstmachern in der Politik geht der Blog "An und für sich". Er beschreibt, wie neoliberale Angstmacherei jahrelang erfolgreich war und die Rentner um ihre Lebensleistung bringen könnte. Ein Auszug:
" ... Die Wahrheit ist, dass die Unternehmen die Arbeitnehmer um ihren angemessenen Anteil betrogen haben. FDP und CDU hatten kräftig daran mitgewirkt und eine Politik der Lohnzurückhaltungpropagiert; sie hatten die Furcht der mangelnden Konkurrenzfähigkeit jahrelang an die Wand gemalt, damit die insbesondere in den USA seit Jahren forcierte Umverteilung von unten nach oben auch in Deutschland umgesetzt werden konnte! Die Rentner wurden insofern betrogen, weil die nicht gerechtfertigte Politik der LOHNZURÜCKHALTUNG zu sinkenden Einnahmen in der Rentenkasse geführt hatte!
Diese betrügerische, neoliberale Politik, die den Arbeitnehmern die angemessene Bezahlung vorenthalten hat, wurde sogar noch durch die vielfältige Schaffung prekärer Arbeitsverhältnisse, die Zwangsarbeit der HartzIV-Empfänger (1-Euro-Jobs, Billigst-Löhne) intensiviert, um den (Noch-)Inhabern von Normalarbeitsplätzen Angst und Furcht einzuflößen und vor allem den Mut zu nehmen, angemessene Forderungen der Lohn- und Gehaltsanpassung zu stellen. ..."

lest den ganzen Artikel via an und für sich 

Dienstag, 27. Juli 2010

Bankenaufsicht kriecht vor Banken-Lobby

Das Reformpaket, das die Banken ab 2012 härter in die Pflicht nehmen sollte, das verhindern sollte, dass erneut Banken durch staatliche Gelder gerettet werden müssen, wurde bereits wieder abgeschwächt. Auf massiven Druck der Banken. Die NZZ listet jene Spielregeln auf, die nun wieder entschärft werden:
"... Zugeständnisse
Zugeständnisse machten die Aufseher unter anderem bei der Bewertung von Minderheitsbeteiligungen der Banken an anderen Instituten. Das dort liegende Kapital sollen sie sich nun doch anteilig als Kernkapital anrechnen lassen können, ebenso wie Steuerguthaben.
Die in den USA seit langem gebräuchliche, aber in Frankreich und Deutschland umstrittene Verschuldungsquote (Leverage Ratio) der Banken soll frühestens 2018 verbindlich eingeführt werden, wenn sie sich vorher bewährt. Veröffentlicht werden muss sie ab 2015. Sie lässt die mit den Krediten verbundenen Risiken ausser Acht und läuft dem Ansatz der europäischen Aufseher zuwider.
Auch die Net Stable Funding Ratio (NSFR), ein Liquiditätspuffer für Krisenzeiten, der den Bedarf der Banken an flüssigen Mitteln stark anschwellen liesse, soll erst auf Tauglichkeit überprüft und vor 2018 nicht vorgeschrieben werden. Bewegung zeichnet sich auch in der Frage ab, ob Liquidität nicht nur in Staatsanleihen, sondern auch in Papieren gut bewerteter Unternehmen gehalten werden kann."
der ganze Artikel der NZZ: Aufseher schwächen neue Banken-Spielregeln ab.

Montag, 26. Juli 2010

12 Mio Abgangsentschädigung für BP-Boss Hayward

BP-Chef Hayward tritt im Oktober zurück 


Hayward bleibt bei BP, wird allerdings nach Russland versetzt, wie u.a. das Schweizer Fernsehen berichtet:
" ... Voraussichtlich im Oktober soll Tony Hayward seinen Platz räumen. Der 53-jährige Hayward war wegen seines Krisenmanagements bei der Ölpest im Golf von Mexiko öffentlich scharf kritisiert worden. Die BBC hatte bereits am Wochenende Bob Dudley als möglichen Nachfolger von Hayward genannt. Diese Nachricht löste Jubel an der Londonder Börse aus. Die Aktie stieg um 5,5 Prozent auf knapp 417 Pence. Ein BP-Sprecher dementierte die Berichte. «Es gibt unglaublich viel Spekulationen in alle Richtungen», sagte David Nicholas gegenüber einer Nachrichtenagentur. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. ..."
Interessant dürfte die Abgangsentschädigung werden. Trotz des Milliardenverlustes durch die Krise im Golf von Mexiko soll Hayward einen goldenen Fallschirm in der Höhe von 12 Mio kriegen, wie die Basler Zeitung schreibt:
" ... Britische Medien berichten derweil, das Abgangspaket für Hayward stehe bereits. Die «Times» spricht von mindestens 10,8 Millionen Pfund. Diese bestünden aus einem Pensionskassenanspruch von 10,8 Millionen und einem Jahressalär, das ihm vertraglich zusteht. Noch unklar ist dagegen, ob er darüber hinaus Geld bekommen wird. ..."
........
Quellen:

13 Mio für Ex-Richemont-Chef




konzernchef platt trat ende märz aus gesundheitlichen gründen zurück

Wer Luxusgüter herstellt, der scheint selbst in schwierigeren Zeiten mit happigen Gewinnen rechnen zu können. Immerhin erzielte Norbert Platt nicht nur für sich selbst einen satten Gewinn, er erwirtschaftete auch für seine Aktionäre eine grössere Wertschöpfung, wie die Sonntagszeitung schreibt: 
"Die Liste der zehn Topverdiener der Schweiz muss angepasst werden: Mit dem jüngst online veröffentlichten Geschäftsbericht des Luxusgüterkonzerns Richemont (Cartier, IWC und andere Marken) rückt Norbert Platt weit vor: Für das zurückliegende Geschäftsjahr, das bei Richemont am 31. März endet, hat er als Konzernchef 13 Millionen Franken erhalten (9 235 495 Euro). Damit liegt Norbert Platt auf Rang 5 hinter Roche Chef Severin Schwan. Sein Rivale Nick Hayek, Konzernchef der Swatch Group, hat 5,15 Millionen Franken bezogen. Gegenüber dem Vorjahr ist Norbert Platts Gesamtvergütung fast um die Hälfte gestiegen. Der Deutsche hat aber auch gute Arbeit geleistet und für die Aktionäre eine grössere Wertschöpfung erbracht als Hayek junior. Das hat die Zürcher Beratungsfirma Hostettler & Partner in ihrem neuen CEO Rating ermittelt. ..."
Norbert Platt ist per 31. März aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Sein letzter Lohn enthält somit wohl auch ein Abschiedsgeschenk. Interessant wäre einzig noch, wie gross die Lohnschere innerhalb des Unternehmens ist. Tiefster Lohn zu höchstem Lohn.

Dienstag, 29. Juni 2010

Die Abzocker - ein Finanzberater packt aus

Buchtipp: (Auszug aus Buchbeschrieb Süddeutsche Zeitung)

Die Abzocker - ein Finanzberater packt aus
(Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2002, 240 Seiten, 19,90 Euro)

" ... Sie sind freundlich, elegant und genießen einen zweifelhaften Ruf: Vermittler, die als selbständige Handelsvertreter für Finanzdienstleister von Tür zu Tür ziehen. Sie versuchen, unter Bekannten und Verwandten Versicherungen und Fonds zu verkaufen. Auch Till Freiberg gehörte einmal zu den so genannten Strukkis. Drei Jahre versuchte er, sich im Strukturvertrieb eines Finanzdienstleisters eine Existenz aufzubauen. Herausgekommen ist dabei keine erfolgreiche Karriere als Finanzberater, sondern eine Art Abrechnung, in der der Autor unter Pseudonym die Tricks und Machenschaften der Branche beschreibt. Um das Buch zu schreiben, stieg der Autor, im Nebenberuf Journalist, aus der Branche aus. In einer Mischung aus Roman und Sachbuch schildert Freiberg am Beispiel der Hauptfigur Jürgen Brot, wie jemand in die Tretmühle eines solchen Finanzdienstleisters geraten kann. ..."

ganzer Buchbeschrieb: Buecher.de 

Montag, 28. Juni 2010

Krankenkassen-Verwaltungsrat sackt Millionen ein, finanziert durch Prämien

Die Krankenkasse KPT schüttet 54 Mio Gewinn an Verwaltungsrat, Geschäftsleitung, Delegierte und Mitarbeiter aus. Bezahlen tun dies die Versicherten mit ihrer Prämie, wie der Sonntagsblick weiss:

" ... Walter Bosch, der Präsident des Verwaltungsrats (VR) bestätigt: «Mit Ausnahme von Teilzeitangestellten besitzen alle Mitarbeiter, VR- und Geschäftsleitungsmitglieder sowie Delegierte solche Aktien.» An sie will die KPT-Holding 54 Millionen Franken ausschütten. Bezahlt haben die Aktionäre für ihr Investment lediglich gegen 3,6 Millionen Franken. Am meisten kassieren die Chefs:
  • Die sieben VR- und fünf Geschäftsleitungsmitglieder, davon ein Rentner, gehören im Schnitt je rund 2000 Aktien. Sie werden nach der Fusion um gut eine Million Franken reicher sein! Im VR sitzen SVP-Natio nalrat Simon Schenk sowie Rolf P. Jetzer und Walter Bosch. Jetzer ist VR-Präsident der Fluggesellschaft Swiss, Bosch dort sein Vize. KPT-CEO ist Christoph Bangerter. 
  • Die 22 Delegierten halten im Schnitt 300 Titel. Ergibt pro Person einen Gewinn von 170000 Franken. In diesem Gremium sitzt auch der Luzerner SP-Kantonsrat Giorgio Pardini, Vizepräsident der Gewerkschaft Kommunikation. Er halte weniger als 200 Aktien, sagt er. Weitere Mitglieder sind Hugo Gerber, Ex-Präsident der Gewerkschaft Transfair, der Basler Ex-Regierungsrat Hans Martin Tschudi, Beat Kempter vom Verkehrs-Club der Schweiz und Bundesbeamte. 
  • Den 347 Angestellten verbleiben 33 Millionen vom Reibach. Gewinn pro Person: 95000 Franken. Bosch bezieht keine Stellung zu diesen Zahlen: «Es lag nicht an uns, über den Preis der Aktie zu entscheiden. Die Bewertung überprüfte eine von der KPT völlig unabhängige Investmentbank.» Lanciert hat das Abzock-Programm der frühere KPT-Chef Roland Schaer. 2006 gründete er die Mitarbeiterstiftung, die neun Prozent der Aktien der KPT Versicherungen AG übernahm. 80 Prozent aller KPT-Kunden sind auch zusatzversichert. FDP-Ständerätin Christine Egerszegi kritisiert: «Verteilt werden deren Prämiengelder» (siehe Box rechts). ..." 
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ganzer Bericht via Sonntagsblick
Kommentar dazu im gleichen Blatt: 1500% Rendite

Dienstag, 22. Juni 2010

Schweiz: Lohnschere öffnet sich weiter (Schweizer Abzocker 2009 - die Liste)

Travaille Suisse hat eine umfangreiche Statistik über die Schweizer Abzocker verfasst. Wer verdiente wie viel und wie verhält sich ihr Lohn im Verhältnis zum tiefsten Lohn derselben Firma. Führend dabei die Top-Shots der Grossbanken Credit Suisse und UBS. Fazit: Die Schere zwischen hohen und tiefen Löhnen tut sich in der Schweiz weiter auf, trotz Finanzkrise. Dass insbesondere bei den Mitverursachern der Finanzkrise die Löhne am höchsten sind, am meisten wuchsen, ist noch stossender.

Rang, Unternehmen, Person, Funktion, Höchstlohn, Tiefstlohn, Lohnschere

1 Credit Suisse Brady W. Dougan CEO 90.590 Mio, 0.050 Mio, 1 : 1'812
2 Novartis Daniel Vasella CEO und VR-Präsident, 43.596 Mio,  0.058 Mio, 1 : 752
3 Walter Berchtold CS CEO Private Banking 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Paul Calello CEO Investment Banking 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Romeo Cerutti General Counsel 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Renato Fassbind CFO 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Tobias Guldimann CRO 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Karl Landert CIO 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Hans-Ulrich Meister CEO CS  23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Kai S. Nargolwala CEO CS 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470

... gefolgt von 3 weiteren Credit Suisse und 9 UBS Bankern

Ganze Liste und weitere Statistiken via: Travaille Suisse (Statistiken)
umfassende Infos und Kommentare zur Studie via Travaille Suisse (Hintergrundinfos)


Donnerstag, 17. Juni 2010

Warum die SVP die CVP als Slalom-Partei ablöste

Ex-SVP-Bundesrat Christoph Blocher gibt bei der SVP die politische Stossrichtung durch. In den Parlamenten muss diese umgesetzt werden. In den letzten Wochen hat er im Zusammenhang mit dem UBS-Debakel mehrere Pirouetten, Fallrückzieher und Slalomläufe vollführt. Die SVP hat damit die CVP als Slalompartei überholt. Die linke Wochenzeitung kommentiert dies so:
" ... Wer nachzählt, sieht: Nach dem Nein zur Bonisteuer und dem Nein zu kleineren Banken verhindert die SVP jetzt auch noch die eingehende Untersuchung des UBS-Schlamassels.
Es war nur eine Bemerkung, aber es klang wie ein dringender Wunsch. «Frische Luft», sagte Toni Brunner und bat die WOZ auf den Balkon des Bundeshauses. Das war vergangene Woche, und ich wollte vom SVP-Präsidenten wissen, wo die Partei stehe, da sie doch jeden Tag wieder eine neue Position vertrete. Drinnen beriet der Nationalrat den Staatsvertrag mit den USA, und draussen lehnte sich Brunner über die Brüstung und erklärte in langen Ausführungen, warum die Partei keinen Zickzackkurs fahre. Und warum sie trotz gegenteiliger Ankündigungen dem Staatsvertrag mit den USA zustimmen werde.
Tags darauf lehnte die SVP den Staatsvertrag im Nationalrat ab. Die se Woche, bei der erneuten Abstimmung, enthielt sich die Fraktion der Stimme. Und der Staatsvertrag wurde ange nommen.
Dann drehte sich der Toggenburger um und sagte, es stehe «ausser Frage», dass seine Partei einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zum Fall UBS zustimmen werde – auch im Ständerat, «von vereinzelten Abweichlern vielleicht abgesehen».
Am Montag lehnten die SVP-Ständeräte die Einsetzung einer PUK ab – geschlossen wie in einer konzertierten Aktion. Die Akte UBS wird geschlossen. Selbst aus der CVP-Fraktion, die im Vorfeld der Abstimmung als Zünglein an der Waage galt, kamen vier Ja-Stimmen. Hätte die SVP ihren grossen Worten Taten folgen lassen, wäre die PUK eine Tatsache. Stattdessen hat die selbst ernannte Volkspartei eine PUK verhindert. ..."

Analyse des SVP-Verhaltens und ganzer Text via: Wochenzeitung

Mittwoch, 16. Juni 2010

Kilo Bananen für 126 Franken

Würden sie so viel für ein Kilo Bananen zahlen? Die Jungsozialisten der Schweiz sammeln momentan Unterschriften für die Intitiative 1:12 (die höchsten Löhne einer Firma dürften höchstens 12 mal so hoch sein, wie die tiefsten Löhne derselben Firma). Mit dem Preis von 126 Franken für ein Kilo Bananen wollte die Juso aufzeigen, was die momentane Lohnschere von 1:70 bedeuten könnte. "zofingenregional" dazu:
" ... Letzten Samstag hat die Juso Aargau im Rahmen des Nationalen Sammeltages für die 1:12 Initiative gesammelt. In Zofingen am Wochenmarkt wurde auch gesammelt aber nicht einfach so: Mit ganz schön linken Preisen, wie etwa 126 Franken für ein Kilo Bananen, wurde auf die Wichtigkeit der 1:12 Initiative hinweisen.Denn diese hohen Preise symbolisieren den momentanen Durchschnitt der Lohnscheren, welcher bei 1:70 liegt. So waren nicht wenige Passanten verduzt stehen geblieben, als ihnen Gemüse für diese hohen Preise angeboten wurde. Doch nach kurzer Erholung und mit Argumenten, wurden sie von den Jungsozialisten überzeugt ihre Unterschrift für die 1:12 Initiative zu geben. Am Ende des Morgens wurde zwar nichts verkauft, aber es kamen 120 Unterschriften zusammen. Aus Sicht der JUSO: Ein weiterer Schritt gegen die Abzocker, welche mit ihren Verhalten und exzessiver Lohnpolitik alles andere als gerechte Löhne schaffen. ..."
foto via stadtblog

Dienstag, 15. Juni 2010

Sammelklagen gegen Abzocker sind möglich

Können wir in Deutschland, der Schweiz oder Österreich Sammelklagen gegen Abzocker lancieren? Nicht wie in den USA, aber mit einem kleinen Kniff und einer Umbenennung sollte es gehen, meint die Webseite "Verbraucherinformationen":
" ... Ganz egal, auf welche Abofallenseiten der Nutzlosbranche sie reingefallen sind: Entgegen der irrigen, landläufigen Meinung gibt es in der deutschen, schweizerischen und österreichischenRechtsprechung keine sogenannte “Sammelklage“. So etwas gibt es nur in den USA, dort als sog. “class-action-suit” bekannt.
Weil aber derartige Urteile wegen der hohen Publikumswirksamkeit besonders gern auch in deutschen Medien zitiert werden, entsteht die irrige Meinung, eine Sammelklage sei auch nach deutschem Recht möglich.
Aber: Mit einem kleinen Umweg sind auch in Deutschland “Sammelklagen” oder besser gesagt (Verbandsklagen) vermeiden wir hier das Wort “Sammelklage“, weil es die ja im deutschen Rechtsystem nicht gibt) möglich.
Merke: Verbands oder Vereinsklagen sind keine (us-amerikanischen) Sammelklagen, wie sie diese aus diversen amerikanischen Gerichtsserien oder Filmen kennen. ..."
Der ganze Artikel via Verbraucherinformationen, Tipps und Rat

Montag, 14. Juni 2010

Schweiz: Die Woche der Banken- und Abzocker-Entscheide

Ab heute Montag fallen im Schweizer Parlament wichtige Entscheide über die Zukunft der UBS, der Bonibesteuerung und der möglichen Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission. Leider scheinen wieder alle bürgerlichen Wähler geschlossen für Wirtschaft, Banken und Abzocker zu stimmen. Heidi Barathieu hat Links zum Thema gesammelt und einen Kommentar zur ganzen Entwicklung verfasst:

"Mein Kommentar: ein typisch schweizerisches Problem besteht darin, dass die Wähler sich halt lieber mit den Bürgerlichen identifizieren und diese somit regelmässig wieder an die Macht bringen, im kindlichen Glauben, durch diese phantasmatische Identifikation auch dazuzugehören.
Sich selber Zukunft erträumen durch Identifikation mit Leuten, welche unsere schweren Jungs schützen: ich nenne das Realitätsverleugnung
."

gefunden via Heidi Barathieu

Samstag, 12. Juni 2010

Wie Parteispenden die Schweizer Politik bestimmen

Parteispenden = Bestechung?

In den Schweizer Parlamenten stehen einige Abstimmungen an, die Banken besonders hart treffen könnten. Erste Durchgänge sind in beiden Parlementen bereits abgeschlossen. Es sieht ganz danach aus, dass die Parteispenden der Grossbanken an FDP, CVP und auch SVP, in Kombination mit den Lobbyisten in den Wandelhallen des Parlamentes, ihre Wirkung nicht verfehlen würden. So dürfte der umstrittene UBS-Staatsvertrag im Ständerat angenommen werden, keine Untersuchungskommission zur UBS-Krise eingesetzt und keine Boni-Steuer eingeführt werden. Lupe, der Satire-Blog meint dazu:
" ... in der schweiz müssen parteispenden nicht offengelegt werden, auch wenn sie in die millionen gehen. insbesondere banken haben mit dieser art des verdeckten parteien-schmierens erfolg: im schweizer parlament wird es nächste woche keine parlamentarische untersuchungskommission zur ubs-sache und keine boni-steuer geben. 
selbstverständlich bedienen die banken mit ihren jährlichen, hohen sechsstelligen beträgen nicht alle grossen parteien. am meisten profitiert die neoliberale fdp, gefolgt von der cvp und der rechtsaussenpartei svp. leer gehen die sozialdemokraten und die grünen aus. zusätzlich finanziert die unternehmens- und bankenbranche unzählige lobbyisten, die im bundeshaus ein und aus gehen und wankelmütige parteispendenempfänger wieder auf den richtigen abstimmungs-weg bringen. ..."
" ... die korrupteste rolle spielt die fdp, die durch das ablehnen der puk ihren grössten parteispender (ubs) schützt und gleichzeitig auch verhindern will, dass noch mehr peinliche details des versagens ihres bundesrates hans-rudolf merz an die öffentlichkeit gelangen.dasselbe prozedere (parteispender-empfänger kneifen) wird die diskussion um eine boni-steuer erfahren. auch hier werden die geschmierten parteien verhindern, dass ihre brötchengeber plötzlich keine überrissenen boni mehr erhalten dürfen.
der finanzielle leidensdruck für die linken und grünen scheint noch nicht so gross zu sein, dass sie eine erfolgversprechende volksinitiative mit dem möglichen titel "offenlegung von parteispenden ab 5'000 franken" lancieren wollen. ...."
Der ganze Beitrag via Lupe
Foto via gusnews.net

Freitag, 11. Juni 2010

Die grössten Abzocker der Geschichte - die Herren der Schröpfung


Richard Madoff hinterzog 65 Milliarden

Jerome Kerviel steht momentan vor Gericht: Er soll an der Börse 5 Milliarden Euro verzockt haben. Andere haben deutlich grössere Beträge ergaunert – sie sind die "Herren der Schröpfung", wie "20 Minuten" schreibt. In einer Bildergalerie erläutert uns die Zeitung, wie die Herren Maddoff, Leeson, Cornfeld, Milken, Ebbers, Lay, Boesky, Calvi und Co die Menschheit abzockte und betrog:
Wer sich nochmals zu Gemüte führen will, wie es zur Überführung von Madoff kam, sollte sich diese Diashow anschauen:

Donnerstag, 10. Juni 2010

Das Ende der Weltwirtschaft (Buchtipp)

- zerschlagt die Grossbanken!
- verschärft die Vorschriften für das Eigenkapital!
- schafft grössere Liquiditätspuffer!
- reformiert die Boni-Systeme!
- schafft von Banken unabhängige Rating-Agenturen!

Dies ein paar der wichtigsten Tipps aus dem Bestseller des US-Ökonomen Nouriel Roubini, auch bekannt als Dr. Doom. Zusammen mit dem Journalisten Stephen Mihm hat er ein Buch zur Finanzkrise herausgegeben.
Das Thema ist nicht neu, aber die Autoren schaffen es, Zusammenhänge zwischen neuen und alten Krisen auf spannende Art aufzuzeigen. Sie führen vor Augen, dass alle grossen Krisen nach dem gleichen Schema ablaufen, resp. denselben Auslöser haben: Überbordende Märkte und mangelnde Kontrollen.
Diesmal sei es anders gewesen, weil der Wildwuchs des Finanzsystems mit zahlreichen komplexen Finanzkonstrukten zu unüberschaubaren Risiken geführt habe. Alles sei viel schneller zusammengebrochen. Eine Mischung der Panik des 19 Jahrhunderts mit der Geschwindigkeit des 21. Jahrhunderts. Auch wenn die Thematiken hie und da etwas zu langatmig gerieten, Wiederholungen stattfinden, durchaus lesenswert.

"Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft" Campus-Verlag

Dienstag, 8. Juni 2010

Ex-SP-Schweiz-Präsident: "Abzocker werden rundum geschützt"

Die bürgerlichen Parteien FDP, SVP und CVP werden von grossen Unternehmen und Banken mit Spendengeldern in sechstelliger Höhe bedient. Dies hat Auswirkungen. Bonisteuern oder Abzocker-Initiativen haben es im Schweizer Parlament schwer. Nationalrat Hans-Jürg Fehr, ex-SP-Schweiz-Präsident spricht in der "Schaffhauser AZ" Klartext:

Nationalrat Fehr: "Die Herren des Finanzplatzes haben die von ihnen finanzierten Parteien voll im Griff"
"Die bürgerliche Mehrheit der eidgenössischen Räte ist nicht bereit, der Abzockerei in der Schweiz einen Riegel zu schieben. Die von der SP verlangte Besteuerung der überrissenen Boni wurde abgelehnt. Die Abzocker-Initiative von Thomas Minder wird auf die lange Bank geschoben mit dem einzigen Ziel, eine Volksabstimmung im Wahljahr 2011 zu vermeiden und dem Stimmvolk die Möglichkeit zu rauben, einmal denen da oben den Tarif durchzugeben. Meine parlamentarische Initiative zur Aufhebung des Bankgeheimnisses in Fällen von vorsätzlicher Steuerhinterziehung wurde abgeschmettert. Da gleichzeitig als Folge von massivem ausländischem Druck das Bankgeheimnis gegenüber ausländischen Steuerbehörden in Fällen von vermuteter Steuerhinterziehung gefallen ist, haben uns die Mehrheitsparteien in eine geradezu perverse Situation hineinmanövriert: Ein Steuerbeamter, der wegen eines ausländischen Amtshilfegesuchs an Bankinformationen heran kommt, die ihm auch helfen würden, einen inländischen Steuerhinterzieher zu überführen, darf diese Informationen nicht verwenden, weil sonst das Bankgeheimnis verletzt wird. Gleichzeitig verpflichten ihn aber unsere Gesetze, Verstösse gegen das Steuerrecht zu ahnden und in schweren Fällen ein Strafverfahren einzuleiten. Da er aber nicht wissen darf, was er weiss, wird der Beamte selbst zum Rechtsbrecher gemacht. Er wird zu unrechtmässigem Verhalten geradezu genötigt! Die Geschäftsprüfungskommissionen beider Räte haben die Affäre «UBS in den USA» in einer gründlichen Untersuchung durchleuchtet. An die Kasse kommen der Bundesrat und die Finanzmarktaufsichtsbehörde, nicht an die Kasse kommen die Bosse der UBS selbst, die den ganzen Schlamassel angerichtet haben, den die Schweiz nun ausbaden muss. Um auch Ospel + Co. auf die Schliche zu kommen, bräuchte es eine Parlamentarische Untersuchungskommission PUK; genau die aber wird von den Bürgerlichen verhindert. All diese Puzzlesteine fügen sich zu einem Bild zusammen, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt. Die Herren des Finanzplatzes, die gerade so grandios gescheitert sind, haben die von ihnen finanzierten Parteien weiterhin voll im Griff. Sie werden von ihnen rundum geschützt: Geschützt vor einer gerechten Besteuerung ihrer ungerechten Gehälter; geschützt vor der Aufdeckung ihrer kriminellen Machenschaften in den USA; geschützt vor dem Licht, das den Filz Paradeplatz-Bundeshaus endlich einmal durchleuchten würde; geschützt vor dem eigenen Volk, das ihnen an der Urne einen Denkzettel verpassen würde – wenn es nur könnte. ..."

Montag, 7. Juni 2010

Gewerkschaften machen mobil gegen Abzocker und Sozialabbau

Rund 100 Delegierte der Schweizer Gewerkschaft Unia beschlossen dieses Wochenende eine Kampagne mit dem Slogan „Abzocker belohnen, Volk bestrafen? Nein zum Abbau bei der Arbeitslosenversicherung."
Gleichzeitig verabschiedeten due Delegierten eine Resolution gegen den drohenden Sozialabbau in den EU-Staaten aufgrund der Sparpakte, die dieselben Staaten schnüren müssen, um Griechenland zu retten, das zuvor durch dubiose Banken-Wetten fast in den Ruin getrieben wurde. Der Blog "Infomagazin und Nachlese" berichtet:
" ... Die Gewerkschaft Unia kritisiert, dass die hohen Einkommen weniger Lohnbeiträge an die Arbeitslosenversicherung leisten. Würden auch die Topverdiener gleich viel zahlen, hätte die Arbeitslosenversicherung ohne Abbaumassnahmen kein Defizit mehr. Die Gewerkschaft Unia hat zudem mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass das Referendum zustande kommen wird. Alleine die Unia hat bis heute gegen 25'000 Unterschriften beigesteuert. Die Delegierten haben eine Resolution gegen den drohenden Sozialabbau in den Ländern der Eurozone verabschiedet: Das Rettungspaket der EU-Finanzminister und des Internationalen Währungsfonds von Anfang Mai sichern die Billiarden-Kredite der Banken ab, welche zuvor mit Wetten auf den Staatsbankrott Griechenlands Milliarden verdient haben. Die Opfer dieser erneuten Spekulationskrise werden die europäischen Arbeitnehmenden sein, denn in praktisch allen europäischen Staaten werden Sparpakete beschlossen: Löhne von Millionen von Arbeitnehmenden werden gesenkt, Renten eingefroren, das Rentenalter erhöht, Kinderzulagen und Taggelder der Arbeitslosenversicherung gestrichen. Mit der Resolution fordern die Delegierten der Gewerkschaft Unia die Einführung einer Boni-Steuer – auch in der Schweiz. Die Resolution fordert zudem von der Schweizer Regierung, dass sie sich auf internationaler Ebene für eine Finanztransaktionssteuer einsetzt. Für den kommenden 29. September 2010 ruft die Gewerkschaft Unia zusammen mit dem Europäischen Gewerkschaftsbund zu einer Grossdemonstration in Brüssel auf. Die Delegiertenversammlung hat zudem die Lancierung der Mindestlohn-Initiative beschlossen. Die Initiative verlangt die Stärkung der Mindestlöhne in Gesamtarbeitsverträgen sowie die Festlegung eines gesetzlichen Mindestlohnes. Dieser beträgt für das Jahr 2011 laut Initiativtext 22 Franken pro Stunde und wird regelmässig angepasst. Die Unterschriftensammlung für die Initiative, welche gemeinsam mit dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund SGB lanciert wird, beginnt voraussichtlich im Herbst 2010."

Freitag, 4. Juni 2010

Internet-Abzocke: Mahnschreiben an Tote

Dubiose Firmen, die sich teilweise als Verbraucherschutz-Firma ausgeben oder Mahnschreiben an Tote richten, haben Hochkonjunktur, wie die Verbraucherzentrale Tübingen warnt. Die Webseite "Freies Wort" schreibt dazu:
"... Nicht nur die Eisenacher Firma, auch zahlreiche andere Abzocker nutzen die Masche - ob nun Kochrezepte, Software-Downloads, Hausaufgabenhilfe, Gartentipps, Liedtexte oder Grußkarten angeboten werden. Generell gilt deshalb die Empfehlung, keine Adress- oder andere persönliche Daten einzugeben, wenn man sich nicht vor versteckten Kosten sicher ist. Vor allem Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder beim Surfen im Netz nicht unbeabsichtigt irgendwelche Verträge abschließen.
Selbst mit dem guten Namen der Verbraucherzentralen versuchen zwielichtige Anbieter abzukassieren. Unter Namen wie "Verbraucherschutz" oder "Verbraucherschutz24" etwa bieten sie einen angeblichen Schutz vor unerlaubten Werbeanrufen. Wem diese lästig seien, der könne sich - gegen entsprechendes Salär - in einer Sperrliste eintragen lassen. Ungeachtet der Frage, wie das überhaupt funktionieren soll, bleibt die Tatsache, dass solche Anrufe sowieso nicht zulässig sind und Betroffene ohne Kosten entsprechende Beschwerden bei der Bundesnetzagentur einlegen können.
Ganz perfide wird es jedoch, wenn Mahnungen, wie in einem jüngsten Fall aus Suhl, gar an Tote gehen. Wo deren Daten her stammen, lässt sich nur raten. Zwar sieht die Verbraucherzentrale keine Indizien dafür, dass hier gezielt mit Daten von Toten - etwa aus Traueranzeigen - gearbeitet wurde, aber auch der Verdacht, dass einfach Daten irgendwoher gekauft wurden, die wohl nicht mehr ganz "frisch" waren, wiegt schwer genug.  ..."
der ganze Artikel via "Freies Wort"
umfangreiche Liste von Internetabzockern: 500 Abofallen im Internet

Donnerstag, 3. Juni 2010

Minder zur Abzocker-Debatte: "Parlament ist überfordert"

Thomas Minder: "Man sollte alle Lobbyisten 
aus dem Bundeshaus vertreiben"

FDP und SVP haben gestern im Nationalrat bewirkt, dass die  Behandlung der Abzockerinitiative um ein Jahr verschoben werden kann, um einen indirekten Gegenvorschlag auszuarbeiten. Damit wollen die Rechtsbürgerlichen erreichen, dass die im Volk so populäre Initiative zumindest nicht im Wahljahr zur Abstimmung gelangt. Sie hoffen aber, dass Thomas Minder, der Schaffhauser Initiant die Volksinitiative, die VI zugunsten des indirekten Gegenvorschlages zurückzieht und eine Volksabstimmung hinfällig würde. Doch Minder winkte im Interview mit der Schaffhauser Nachrichten (vor der Nationalratsdebatte geführt) ab. Der indirekte Gegenvorschlag, der auf Gesetzesstufe zur Anwendung käme, habe keinen Biss, "nur Milchzähne". Minder habe dies dem Vertreter der Bürgerlichen schon zehnmal gesagt. Ein Auszug aus dem Interview:
.........
FDP-Ständerat Pankraz Freitag sagte, es bestehe eine «realistische Chance», dass Sie Ihre Initiative zurückziehen werden.
Minder: Ich habe Herrn Freitag zehnmal gesagt, ich ziehe angesichts der Ideen der ständerätlichen Rechtskommission nicht zurück. Ich weiss nicht, wie er dazu kommt, von einer «realistischen Chance» zu sprechen. Das finde ich eine Frechheit.
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Sie bleiben also dabei: Sie ziehen Ihre Initiative nur zurück, wenn die Einigungslösung zustande kommt.
Minder: Richtig. Darin haben wir 30 Punkte festgehalten. Was der Ständerat nun will, deckt nicht einmal 50 Prozent davon ab. Alle Hintertüren sind noch offen. Abgangsentschädigungen will die Kommission zwar verbieten. Vorauszahlungen und Prämien bei Firmenkäufen und -verkäufen sollen aber weiter erlaubt sein. Auch hohe Rentenzahlungen, wie sie Peter Kurer und Marcel Rohner beziehen, sollen weiter möglich sein.
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Die Kommission sagt, dass der nun anvisierte indirekte Gegenvorschlag wesentlich mehr Zähne habe als der letzte.
Minder: Er hat höchstens Milchzähne.
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Wie beurteilen Sie das Vorgehen des Ständerats, den direkten Gegenvorschlag des Nationalrats zu sistieren und erneut einen indirekten Gegenvorschlag anzustreben?
Minder: Der Ständerat bleibt seiner Haltung treu, und das ist auch richtig. Meine Forderungen sind im Gesetz sicher besser aufgehoben als in der Verfassung. Das sah ich schon immer so. Das Parlament muss allerdings aufpassen, dass es die beiden Instrumente eines direkten und eines indirekten Gegenvorschlags nicht missbraucht. Das Parlament meint, man könne einem Initianten nur so den Wind aus den Segeln nehmen.
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Wird Ihre Initiative vom Parlament verschleppt?
Minder: Ich stelle fest, dass das Parlament überfordert ist. In der Ständeratsdebatte ist kaum ein kritisches Wort gefallen. Dabei wäre Selbstkritik angebracht. Ich finde, man sollte all die Lobbyisten aus dem Bundeshaus vertreiben. Das letzte Mal ist der Ständerat aufgrund des Lobbyings der Economiesuisse gekippt. Das darf doch nicht sein. Dass bei der UBS und der CS im grossen Stil abgezockt wurde, war schon damals bekannt. Es ist einfach lachhaft, wenn die Kommission jetzt sagt, aktuelle Ereignisse hätten sie umgestimmt.
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Nun hat sich die Economiesuisse offenbar für einen indirekten Gegenvorschlag eingesetzt. Kann man daraus schliessen, dass ein Umdenken stattgefunden hat?
Minder: Ich schliesse daraus, dass nun auch einige Liberale umkippen. Es brauchte bei ihnen offenbar etwas länger. Ich bin übrigens auch liberal und bürgerlich. Man musste nicht Prophet sein, um diese hohen Abgangsentschädigungen und Boni kommen zu sehen.
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das ganze Interview mit Minder via Schaffhauser Nachrichten 
bild via "blick"

Montag, 31. Mai 2010

Die Gattung (Investment-) Banker

Die Sonntagszeitung widmete der Gattung Banker unter dem Titel "Die Jünger des schnellesn Geldes" ein ganzes Fokus-Special. Darin enthalten u.a. ein Interview mit Soziologin und Buchautorin Claudia Honegger über selbstsichere Banker, welche die Krise erstaunlich rasch verdaut haben. Der Titel des lesenswerten Interviews, der die Haltung von Investmentbankern wiedergebe: "Die Politiker machen sowieso, was wir wollen".
Unter dem Titel "ohne Rücksicht auf Verluste" wird geschildert, was das Investmentbanking so gefährlich macht:
" ... Was macht das Investmentbanking so gefährlich? Die kurze Antwort lautet OPM: «Other People's Money». Es bedeutet, dass Investmentbanker mit dem Geld anderer grosse, risikoreiche Wetten eingehen können, und zwar komplett gefahrlos. Möglich ist das, weil sie viele ihrer Geschäfte so kompliziert gestalten, dass Aufsichtsbehörden und Aktionäre kaum nachvollziehen können, was sie eigentlich tun, und ihre Banker deshalb kaum überwachen und zur Rechenschaft ziehen können. Geht es schief, muss der Steuerzahler einspringen, weil sonst das Finanzsystem zusammenkracht. Die Folgen dieses Geschäftsmodells sind fatal: «Ohne direkte oder indirekte Aufsicht haben die Händler und Banker jeden Grund, verrückte Geschäfte zu machen, die ihnen schnelle Gewinne und Bonuszahlungen bescheren», stellt Starökonom Nouriel Roubini fest. Der oberste Kantonalbänkler der Schweiz, Paul Nyffeler, sagte am Freitag, der Gewinn, den die Investmentbanken derzeit mit Anleihen verschuldeter Staaten mache, grenze an «Raub am Volk». Praktisch alle Experten sind sich einig: Ein Investmentbanking im bisherigen Stil ist angesichts der kleinen Gewinne für die Volkswirtschaft zu riskant. ..."
Unter dem Aufmacher "Die Jünger des schnellen Geldes" wird ebenfalls auf das neu herausgebrachte Buch «Strukturierte Verantwortungslosigkeit. Berichte aus der Bankenwelt» eingegangen:
" ... Wie kam es zur Katastrophe? Die Befragten stimmen bei den Ursachen überein: einerseits die «Gier nach immer mehr» und anderseits die Verblendung, das Vergessen der simpelsten Einsicht der Finanztheorie, dass grössere Risiken eingeht, wer höhere Renditen anstrebt. Denn alle meinten, sie hätten alles im Griff. Die stillen Stars dieses Booms waren die Mathematiker, Physiker und Informatiker, die immer komplexere Produkte austüftelten, immer raffiniertere Modelle aufbauten und ein vermeintlich immer solideres Risikomanagement ausdachten. «Man meinte plötzlich, alles, was man modelliert, tritt auch so ein», sagt ein Physiker, der bei einer deutschen Geschäftsbank als Risk Manager arbeitete. Man wollte glauben, dass es so eintreten würde, weil dies Profite verhiess, die sonst unerreichbar schienen. Dabei verstand niemand, was die Superhirne ausdachten, schon gar nicht die Chefs. Ein Business-Analyst der UBS sieht die Finanzelite als Netzwerk von Einfältigen, die sich durch keinerlei Vorsprung an Wissen, Verständnis oder Intelligenz auszeichneten: Mit etwas Glück seien gewisse Leute einfach raufgespült worden. Oben angekommen, erklärten sie sich: «Jetzt bin ich da, weil ich so gut bin.» Und die obersten Chefs erfuhren es oft gar nicht mehr, wenn die Realität nicht ins Modell passte: Sie steuerten ihre Banken so blind in den Untergang wie Erich Honecker die DDR. Verantwortlich fühlt sich in den undurchschaubaren Wertschöpfungsketten der Finanzindustrie niemand mehr: So wenig wie die Waffen schuld waren am Zweiten Weltkrieg, war eine Formel schuld an der Finanzkrise. Und niemand zieht die Konsequenzen - im Gegenteil: Wer aufwendig Ursachenanalyse betreibt, der verpasst das nächste Geschäft. Um das Geschäft, also den Deal, dreht sich alles, besonders für die Investmentbanker. Und dabei geht es nur darum, wer den anderen aussticht oder hereinlegt. Die Porträts bieten so ein Bild von Gladiatoren, die jeder für sich um die Trophäe kämpfen: «Wer das meiste Geld verdient», sagt ein deutscher Bankenberater, «der ist der Tollste und Beste.» Der Wettbewerb tobt denn auch um alles, was sich mit Geld kaufen lässt: das teuerste Outfit, die teuerste Karrosse, die teuersten Callgirls. Die Investmentbanker glaubten, sie verdienten das Geld für die Banken, ärgert sich ein promovierter Physiker, der die Produkte für sie entwickelt. Das liessen die höchstbezahlten Banker alle anderen spüren: «Wenn ich meinen Anzug von der Stange kaufe und da im Aufzug fahre mit zwei Investmentbankern, und die Investmentbanker sich dann darüber unterhalten, wie schäbig denn das aussieht.» «Es ist wie ein Spiel», erklärt eine Schweizer Brokerin mit Erfahrung in London und New York. «Wo stehe ich im Bonusgefüge? Wird gesehen, was ich leiste? Bin ich ein High Performer? Wenn Sie eine halbe Million verdienen, aber alle anderen 700 000, dann scheisst Sie diese halbe Million an.» In diesem Krieg aller gegen alle leisten die Gladiatoren totalen Einsatz mit ihrer Bereitschaft, «Nacht für Nacht diese Extrameile zu gehen», wie ein deutscher Investmentbanker sagt: «Da bricht der Freundeskreis, läuft die Freundin weg.» Deshalb halten die Banker ihre exorbitanten Saläre für völlig gerechtfertigt. Und sie vertrauen nur auf sich selbst, ohne jegliche Loyalität zu Kollegen, Kunden, Arbeitgeber. Denn sie sehen bei allen - auch bei den Kleinsparern, die ein paar Prozent mehr Rendite fordern - denselben Antrieb: die Gier. ..."
.....
Es kann sein, dass einzelne Links zu den Online-Quellen in Kürze nur noch für Abonnenten freigeschaltet sind. 

Sonntag, 30. Mai 2010

Reiche lagern Gold in Schweizer Armeebunkern

Bankenkrise, Finanzkrise, Inflationsängste, Steuerfahndung: Schweizer und ausländische Anleger trauen keinen Geldinstituten mehr so richtig. Sie lassen Goldbarren in ausgedienten Schweizer Alpenfestungen lagern.
"Amsteg, Uri: Die Deutschen und die Schweizer sind wieder mal die Ängstlichsten. Die Furcht vor einer galoppierenden Inflation lässt sie Zuflucht suchen in Edelmetallanlagen, vor allem in Gold. Die Staatsschuldenkrise hat bewirkt, dass viele ihr Gold ausserhalb der EU sicher lagern wollen: in der Schweiz, die ohnehin mit dem starken Franken eine Fluchtwährung hat. Manche wollen ihre Barren und Münzen sogar dort verwahrt wissen, wo die Nationalbank im Kriegsfall ihre Goldreserven eingebunkert hätte: im alten Bundesratsbunker tief im Gotthardmassiv bei Amsteg. Der Mythos Gotthard hat Konjunktur. 
Bombensichere Lagerkapazitäten im Bundesratsbunker von 1942 bieten die Swiss Data Safe AG und die Swiss Gold Safe AG an. Ihrer beiden Anschrift lautet Gotthardstrasse 1, Amsteg. Doch die sucht man vergebens. Ein kleines Tarnmanöver. Einlagern kann man alles, was Katastrophen überdauern muss. Innen im kilometerlangen Tunnelsystem gemahnen die Hochsicherheitstrakte an James-Bond-Filme. «So falsch ist diese Vorstellung nicht einmal», sagt Dolf Wipfli, Geschäftsleiter von Swiss Data Safe. «Denn von der Überwachung her muss man bei Sicherheitsdienstleistungen dieser Dimension wirklich alle Register ziehen. ..."
der ganze Artikel via Sonntagszeitung Printausgabe (für kurze Zeit noch hier online)

Ein Buch veröffentlichen? Abzockerverlage könnten dich linken

immer wieder liest man an messen oder in zeitschriften von sogenannten dienstleistungsanbietern, die autoren suchen. allerdings muss man danach mit einstandskosten von gegen 30'000 euro rechnen. jörg dörnemann meint in seinem blog, dass das digitale zeitalter das ende jener abzocker sein könnte:
"Nicht mehr brandaktuell, aber immer noch wunderbar entlarvend ist dazu die „Rico Beutlich“-Aktion der Gruppe „42erAutoren“. Da erhielt letztes Jahr ein fiktiver Dilettant für ein Schwachsinns-Manuskript begeisterte Antwortbriefe verschiedener „Dienstleistungsverlage“, die ihm mitteilen, wie glücklich er sich schätzen könne, dass man sein Werk ins Programm nehme – gegen Vorauszahlungen von bis zu 30.000 Euro! Im Detail beschrieben ist die Aktion u.a. bei Spiegel Online. Auch das Schweizer Fernsehenberichtete vor einigen Wochen über „Das fiese Geschäft mit Jung-Autoren“. Dank Digitaldruck gibt es keinen Grund mehr, „Dienstleistungsverlage“ fürs Investieren zu bezahlen. Autoren, die es in die Öffentlichkeit drängt, werden seit Jahren mit den obskursten Begründungen abgezockt. Unter anderem werden „Druckkostenzuschüsse“ erhoben, die vielfach so hoch sind, dass Sie eigentlich Overhead- oder Protz-Büro-Zuschüsse heißen müssten. Dass Verlage auch 2010 noch mit Vorab-Investitionen in die Kleinauflagen-Produktion argumentieren, ist indes überhaupt nicht nachvollziehbar. Heute kann man in Top-Qualität ab Auflage 1 drucken – zu Preisen, die viele immer noch sehr überraschen. Wenn per „Print-on-Demand“ nur nach Bedarf gedruckt wird, sparen sich Autoren nicht nur die Vorabinvestitionen, sondern auch die Lagerung der Mindestabnahmemenge."
im web sei jeder autor sein bester vermarkter, dörnemann weiter. der ganze artikel via buchreport-blog

Donnerstag, 27. Mai 2010

Top 3 der Ferien-Betrugs-Tricks: Zöllner, Polizisten und Ampeln


Die Schweizerische Kriminalpräventionsstelle hat einen Blog eingerichtet und informiert u.a. über Betrugsfälle und Abzockertricks. Die Ferienzeit naht, wir wollen euch dazu hier die SKP-Charts der Ferien-Betrugstricks aus dem vergangenen Jahr nicht vorenthalten, denn es ist anzunehmen, dass die Betrüger ihre Maschen auch im Jahre 2010 anwenden

Platz Nummer 3: Falsche Zöllner
Mit dem Inkrafttreten des Schengenabkommens sind in Europa die Grenzkontrollen abgeschafft worden. Statt dessen kann der Zoll einen jetzt überall aufhalten und kontrollieren. Genau das machen sich „falsche Zöllner“ zunutze und halten Touristen an. dabei nutzen Sie Privatautos und haben eine „offizielle Zollkelle“, mit der sie die Autos stoppen und dann irgendwelche Fantasiegebühren für was auch immer erheben.
Unsere Empfehlung
- Ausweise zeigen lassen!
- Nicht einschüchtern lassen!
- Nichts Bar bezahlen immer einen Einzahlungsschein geben lassen, auch wenn es dann angeblich teurer ist.

Platz Nummer 2: Falsche Polizisten
Bei Betrügern immer wieder beliebt ist die Verkleidung als Polizist. So kann man sein gegenüber leicht einschüchtern und alle möglichen Gebühren und Strafen fordern.
Unsere Empfehlung
- Ausweise zeigen lassen!
- Nicht einschüchtern lassen!
- Nichts Bar bezahlen immer einen Einzahlungsschein geben lassen, auch wenn es dann angeblich teurer ist.

Platz Nummer 1: Vorsicht Ampel
Ampeln sind mittlerweile zu einem beliebten Einsatzort von Betrügern und Gaunern geworden. Seien Sie wachsam!
Platter Pneutrick
An der Ampel wird einem der Reifen aufgeschlitzt, ein „freundlicher Helfer“ macht darauf Aufmerksam und bietet noch seine Hilfe beim Radwechsel an. Wenn man dann ausgestiegen ist, raubt ein Komplize einem dann das Auto aus. Dieser Trick ist sehr beliebt und kann in Abwandlung auch wie im folgenden Video aussehen.
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Der ganze Beitrag, inklusive einiger Videotipps via SKP-Blog 

Mittwoch, 26. Mai 2010

Löhne der österreichischen Politiker sollen gekürzt werden

Was Spanien könne, könne Österreich auch, die Löhne und Entschädigungen der Politiker kürzen. Insbesondere, da diese teils mehr verdienen als Obama und andere internationale Minister oder Politiker. Rund 82% der Bevölkerung unterstütze solche Absichten.
" ... allzu knapp sind die Einkommen ohnehin nicht bemessen. Gagen-Kaiser ist der Bundespräsident: Heinz Fischer kassiert monatlich 22.848 Euro, mehr als US-Präsident Barack Obama. Ihm folgt auf der Gehaltspyramide der Bundeskanzler mit 20.400 Euro. An dritter Stelle liegt der Vizekanzler mit knapp 18.000 Euro. Die Minister erhalten jeweils 16.320 Euro ausbezahlt. Folgt man dem spanischen Vorbild , müssten die Ressortchefs pro Monat auf 2570 Euro verzichten. Ob sie das tun werden, ist freilich offen. Sparpotenzial gibt’s auch bei den Parlamentsabgeordneten: Sie erhalten (ungeachtet erlaubter Nebenjobs) immerhin 8160 Euro pro Monat. ..."
der ganze artikel via heute.at

Dienstag, 25. Mai 2010

Reichster Chinese wandert in den Knast


Hie und da wandern Abzocker und Betrüger auch in den Knast, wie der chinesische Multimilliardär  Huang Guangya, der es vom Tellerwäscher zum reichsten Manne Chinas geschafft hatte. Doch nun ist die Karriere vorbei, wie der spiegel berichtet: 
" ... Peking - Er führte ein Leben auf der Überholspur. Jahre lang schien dem Bauernsohn alles zu gelingen. Doch im Oktober 2008 endete die Glückssträhne von Huang Guangya jäh. Chinesische Behörden nahmen den Milliardär fest und schickten ihn ohne Anklage in Untersuchungshaft. Im April 2009 schließlich begann ein Gerichtsverfahren vor einem Pekinger Gericht.Jetzt sprachen die Richter das Urteil: Wegen illegaler Geschäfte, Insiderhandel und Bestechung muss Huang für 14 Jahre ins Gefängnis. Zudem muss der einst reichste Mann Chinas 600 Millionen Yuan (rund 70 Millionen Euro) Geldstrafe zahlen, meldet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Huang Guangyu ist Gründer vom Gome, der zweitgrößten Einzelhandelskette für Elektrowaren in China. Sein Vermögen wurde im Oktober 2008 vom bekannten Hunrun-Institut auf 6,3 Milliarden US-Dollar (rund 5,1 Milliarden Euro) geschätzt. ..."
ganzer Artikel via Spiegel 

Freitag, 21. Mai 2010

Abzocker-Initiative: Mitte-Rechts-Parteien kippen

Lange schien klar: Die Abzocker-Initiative von Thomas Minder kommt vors Volk. SP, Grüne, CVP und sogar Teile der FDP wollten keinen indirekten Gegenvorschlag, der eine Volksabstimmung verhindern würde. Doch nun scheinen die Mitte-Politiker kalte Füsse zu kriegen. Sie fürchten, Wählerstimmen zu verlieren, wenn die populäre Abstimmung im Wahljahr vors Volk kommt. Insbesondere die öfters slalomfahrende CVP scheint zu kippen. Der SP-Generalsekretär übt sich bezüglich CVP in Zweckoptimismus, obwohl bei der CVP der Faktor "Glaubwürdigkeit" selten ein Abstimmungsverhalten beeinflusste. Heute werde die Rechtskommission des Ständerates informieren, wie die Schaffhauser Nachrichten weiss:

" ... Die Rechtskommission des Ständerates befasste sich gestern mit der Abzocker-Initiative von Thomas Minder. Über die Resultate wird erst heute informiert. Klar ist, dass nochmals heftig darum gerungen wurde, ob der Initiative ein direkter oder ein indirekter Gegenvorschlag gegenübergestellt werden soll. Der Nationalrat sprach sich für einen direkten, Minder zusammen mit Christoph Blocher für einen indirekten Gegenvorschlag aus. Wäre Letzterer genügend streng, würde Minder die Initiative zurückziehen. Formal hat die Kommission gestern den direkten Gegenvorschlag des Nationalrates durchberaten. Es gab aber Bemühungen, das Resultat als unverbindlich zu deklarieren. Es wäre dann nur ein Zeichen an den Nationalrat, damit dieser weiss, in welche Richtung die Kommission inhaltlich gehen will. Dies verbunden mit der Aufforderung an den Nationalrat, doch noch auf den Weg des indirekten Gegenvorschlags einzuschwenken. Vorteil dieses Weges: Die Bestimmungen gegen die Abzockerei kämen ins Aktienrecht, wo sie nach Meinung vieler Ständeräte hingehören, und nicht in die Verfassung. Zudem liesse sich eventuell eine Abstimmung verhindern, die für die Bürgerlichen unangenehm würde. Kommt der Deal «scharfer indirekter Gegenvorschlag gegen Rückzug der Initiative» doch noch zustande, wäre die SP die Geprellte. Sie könnte sich nicht profilieren. SP-Generalsekretär Thomas Christen geht aber noch immer davon aus, dass es zur Abstimmung kommen wird: «Die CVP hat sich bisher so klar für den direkten Gegenvorschlag ausgesprochen, dass ein Rückzieher sehr unglaubwürdig wäre.» ..."

via schaffhauser nachrichten
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Nachtrag: Die Rechtskommission des Ständerates will tatsächlich Thomas Minder mit einem indirekten Gegenvorschlag dazu bewegen, die Volksinitiative zurück zu ziehen: cash.ch  

Mittwoch, 19. Mai 2010

Spekulanten-Banker unter Druck, Schweizer Nationalbank als Euro-Retter

Spekulanten und Abzocker verdienten sich in den letzten Jahren an den Börsen mit ungedeckten Leerverkäufen dumm und dämlich. Ein ähnliches Zocker-System (mit CDS-Papieren) half mit, Griechenland in den Ruin zu treiben. Nun hat die Deutsche Bundesregierung reagiert, seit Mitternacht sind ungedeckte Leerverkäufe verboten. Wer mit Staatsanleihen handeln will, muss diese fortan auch besitzen. Richtig so. Ebenso macht es in der aktuellen Finanzkrise Sinn, Finanzmarkttransaktions-Steuern in Europa einzuführen. Damit müssten die Banken, die an der aktuellen Finanzkrise mitschuldig sind, sich an der Aufarbeitung der Krise, finanziell beteiligen. Die Märkte reagierten nervös auf diese Regulierungen und Regulierungsabsichten. Aktienkurse sanken und auch der Euro geriet unter Druck.
Im Verlaufe des Nachmittages kaufte die Schweizer Nationalbank für weitere Milliarden Schweizer Franken Euros und schwächte damit den Schweizer Franken massiv ab. Der Kurs stieg von 1.40 CHF auf 1.426 an. Wenn die Abwärtsentwicklung so weitergeht, dürfte die Nationalbank bald einen ebenso hohen Milliardenbetrag für Euro-Käufe investiert haben, wie die EU Euros für Griechenland zur Verfügung stellt.

Dienstag, 18. Mai 2010

Testfahrer-Abzocke (Video)

Abzocker gibt es nicht nur in der Bankenbranche. Im Videobeispiel wurden für eine einmalige Auto-Testaktion  via Inserat Interessenten gesucht. Ein sattes Honorar lockte. Wer sich dazu hergab, ging allerdings nicht nur ohne Honorar nach Hause, er legte sogar noch drauf. Es begann bereits damit, dass die "Testfahrerinnen" zuerst eine Kaution bezahlen mussten, damit die Testfahrt versicherungstechnisch ordentlich über die Bühne gehen könne:

Montag, 17. Mai 2010

Genfer Software-CEO sackt 30-Mio-Bonus ein.

Temenos-Präsident Andreas Andreades sahnte kräftig ab.

Verwaltungsrat und Geschäftsleitung zusammen haben Vergütungen erhalten, die der Hälfte des letztjährigen Nettogewinnes der Softwareschmiede entprechen.
Dies beschreibt die Sonntagszeitung (Printausgabe) in der aktuellen Ausgabe:

" ... Nutzniesser sind der griechische Verwaltungsratspräsident George Koukis sowie Chief Executive Officer Andreas Andreades, ein Griechischzypriot: Ihre Bezüge – je nach Berechnungsmodell – summieren sich auf bis zu 31,5 Millionen Franken (inklusive neu zugeteilter Aktienbezugsrechte und Aufwertungen aufgrund der guten Kursentwicklung). Der Löwenanteil von knapp 30 Millionen Franken entfiel auf den CEO.
Diese Schätzung erstellte der Zuger Vermögensverwalter Z-Capital. Die Anlagestiftung Ethos kommt auf ähnliche Grössenordnungen. Im Geschäftsbericht ist der Wert der Vergütungspakete nicht ausgewiesen. Die Entlöhnungsarchitektur ist selbst für Spezialisten «extrem kompliziert» und intransparent. Absolut, aber auch in Relation zum Umsatz von bloss 370 Millionen Dollar sind das für Ethos-Direktor Dominique Biedermann Vergütungen, die «sehr schwer zu akzeptieren sind ...".

Bestätigungsbutton für Abo-Fallen-Seiten sollte Pflicht werden

Online-Abzocker benutzen im Zusammenhang mit ihren Abo-Fallen für die Zahlungen meist Konten bekannter, angesehener Banken.
Diese reagieren meist erst, wenn mehrere Kunden reklamieren. Die entsprechenden Online-Abzocker weichen dann einfach auf andere Banken- oder Kreditinstitute aus. Heute.de schildert die Vorgänge und rät, dass Online-Händler gezwungen werden müssten, deutlich sichtbare "Bestätigungsbutton" auf ihren Webseiten anzubringen.
" ... Die Online-Abofallen nehmen kein Ende - dabei laufen die Zahlungen an die Abzocker immer über reguläre Konten bei angesehenen Banken. Doch Beschwerden helfen nur kurzfristig. Denn gesperrte Konten werden von den Abzockern meist schnell ersetzt. Laut Verbraucherzentrale Hamburg unterhielt die Antassia GmbH bis Mitte April Konten bei fünf Kreditinstituten - darunter die Deutsche Kreditbank, die Volksbank Dreieich und die Taunus Sparkasse in Bad Homburg. Abzockopfer sollten sich deshalb bei der in ihrer Rechnung genannten Bank oder Sparkasse beschweren und eine Kündigung des fraglichen Kontos fordern, raten die Hamburger Verbraucherschützer
Die Abzocker haben bei anderen Kreditinstituten längst neue Konten eröffnet. Zurzeit wickelt Antassia ihre Geschäfte unter anderem über die Sparkasse Mainfranken in Würzburg ab. Nach Kundenprotesten hat man auch in Würzburg reagiert. 
Doch Verbraucherschützer sind das Katz-und-Maus-Spiel leid. Sie sehen den Gesetzgeber in der Pflicht. Er müsse den Verbraucher schon im Vorfeld schützen - etwa durch einen auffälligen Bestätigungsbutton, der auf einer Webseite bei kostenpflichtigen Inhalten zwingend betätigt werden müsse. Wer auf diesen Button klicke, signalisiere eindeutig, dass er verstanden habe, dass er sich auf einer kostenpflichtigen Webseite befinde. Irrtum ausgeschlossen - Abzocke auch. ..."
Ganzer Beitrag via heute.de

Montag, 10. Mai 2010

Abzocker Vekselberg zieht ins Steuerparadies Zug

Milliardär Vekselberg ziehe nicht nur wegen den Steuern nach Zug, heuchelt er

Die Schweiz zieht superreiche Steuerflüchtlinge aus allen Ländern an und belohnt sie mit sogenannten Pauschalbesteuerungs-Abkommen. Zuziehende Normalsterbliche müssen die ganz normalen ordentlichen Steuern bezahlen.
Die Zürcher Bevölkerung hat diese Pauschalbesteuerung an der Urne abgeschafft. Nun zeigt sich in Zürich klar, welches die wahren Abzocker sind und welche Zugezogenen wirklich nur wegen der schönen Schweiz und dem wundervollen Zürichseeufer in die Limmatstadt zogen. Der russische Investor Vekselberg gehört zur ersten Sorte der Superreichen. Er zieht ins Abzock- und Stuerparadies  Zug und muss fortan "minimale" Steuern zahlen.
" ... Der berühmteste Mieter im Kanton Zug heisst bald Viktor Vekselberg. Der russische Milliardär zieht im Herbst mit seiner Familie in eine Mietwohnung in Oberwil. Dies erklärt er im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag». «Langfristig möchten wir aber irgendwo im Kanton Zug vielleicht ein Grundstück erwerben.» Grund für Vekselbergs Wegzug von Zürich ist die Abschaffung der Pauschalbesteuerung. Im Februar vergangenen Jahres nahmen die Stimmberechtigten des Kantons Zürich überraschend eine Initiative der Alternativen Liste an, die die Abschaffung des Steuerprivilegs vorsieht. Die tiefe Steuerbelastung im Kanton Zug war denn auch mit ein Grund bei der Auswahl seines neuen Wohnsitzes – aber nicht nur, wie er im Gespräch betont. «Zug hat viele andere Vorzüge», schwärmt Vekselberg. ... "
der ganze Artikel via Zisch

Abzocker werden nervös, ziehen Kritiker vor Gericht

Limberger verdiente trotz mehrstelliger Millionen-Verluste zweier Firmen Millionen-Beträge

Jener Mann, der inzwischen bei mindestens zwei Firmen als Manager für einen riesen Schuldenberg, resp einen grossen Umsatzrückgang verantwortlich war und trotzdem Millionen kassierte (OC Oerlikon, Von Roll), zieht den Initianten der Abzocker-Initiative, Thomas Minder, vor Gericht: Manager Thomas Limberger bemängelt, dass Minder nie erwähnt habe, dass er 20 von 26 Millionen zurückbezahlt habe. Minder nimmt dies gelassen und will sich selbst verteidigen.

Quelle: Sonntagsblick, Printausgabe

Sonntag, 9. Mai 2010

Griechenlands Abzocker wohnen in der Schweiz


Viele griechische Millionäre und Milliardäre zogen in die Schweiz, um - gemäss einer Studie - rund 34 Mia Franken auf Schweizer Banken zu verstecken und so Millionen am griechischen Fiskus vorbeizuschleusen.


Die Schweiz ermöglich diese Fahnenflucht durch sogeannte Pauschalsteuer-Abkommen. Der Sonntagsblick nennt die reichen, legalen "Steuerflüchtlinge" Griechenlands und fragt sich, ob die Griechen keine Möglichkeit mehr haben, Geld von diesen Millionären einzufordern, denen das Wohl ihres Landes vollkommen egal ist:
" ... Sie kamen von unten und schafften es nach ganz oben: Die Anfang des 20. Jahrhunderts geborenen Griechen Yiannis «John» Latsis, Stavros Niarchos und Aristoteles Onassis. Alle drei sind verstorben. Sie hinterliessen ihren Nachkommen gigantische Vermögen, gemacht hatten sie ihre Milliarden mit Tankern und Frachtern. Und alle zog es an den gleichen Ort: in die Schweiz. Die reichen griechischen Clans mögen hierzulande vor allem eines: das milde Steuerklima. «Sie schätzen die Pauschalbesteuerung, das Bankgeheimnis und die Rechtssicherheit», sagt Spyros Arvanitis, griechischer Ökonom an der Konjunkturforschungsstelle der ETH. Die Latsis, Niarchos und Onassis zieren längst die Reichstenliste der «Bilanz», ebenso wie der Reederclan der Livanos mit 700 bis 800 Millionen; oder George Koukis, Gründer der Software-Entwicklerin Temenos, sowie die Sängerin und Politikerin Nana Mouskouri. Beide sind je 100 bis 200 Millionen Franken schwer. Könnten die klammen Griechen jetzt nicht bei ihren reichen Landsleuten in der Schweiz etwas holen? Lohnen würde es sich durchaus. ..."
der ganze Artikel via Sonntagsblick

Freitag, 7. Mai 2010

Ex - Hypo Real Estate Chef will Millionen-Entschädigung

Georg Funke, gefeurter HRE-Chef

Obwohl er mit seinen Manager-Kollegen die Bank an die Wand fuhr, der Staat sie übernehmen musste, ist die Chance gross, dass der gefeuerte HRE-Chef Georg Funke vor Gericht Recht bekommt und nebst einer Abfindung von 3.5 Millionen, mit einer monatlichen Rente von 47'000 Euro rechnen darf. Im Kommentar meint die Nürnberger Zeitung abschliessend:
" ... Und er hat gute Chancen, Recht zu bekommen. Vertrag ist Vertrag. Und Verträge sind einzuhalten. Und wer glaubt, ungerecht behandelt worden zu sein, hat das Recht zu klagen. Das machte der Richter zu Prozessbeginn deutlich. Vor ihm muss die derzeitige HRE-Führung nachweisen, dass die fristlose Kündigung Funkes gerechtfertigt war, weil er Pflichten grob verletzt hat. Funke, der nicht persönlich vor Gericht erschien, kann gelassen abwarten. Die Millionen, die letztlich die Steuerzahler als Inhaber der mit 100 Milliarden Euro geretteten HRE berappen müssten, könnte er sich dann aufs Konto überweisen lassen. Das Recht ist messerscharf – auch wenn das Rechtsgefühl vieler etwas anderes sagt. ..."
mehr infos dazu via spiegel
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darauf gestossen via Bastis-Blog

Mobile-Anbieter verdienen an Sex-SMS-Abzocke kräftig mit

Schweiz / Bis zu 50% der Einnahmen an unrechtmässig zugestellten Porno-SMS gehen an Swisscom, Sunrise oder Orange. Dies hätten Insider dem Konsumentenmagazin Kassensturz versichert. Die Mobile-Anbieter streiten dies allerdings ab, ohne genaue Zahlen zu nennen. Die Sexanbieter würden mehr daran verdienen.
Wie man in diese Sex-SMS-Falle tappen kann und was zu tun ist, wenn plötzlich zu hohe Beträge auf der Monatsrechnung auftauchen, beschreibt der Kassensturz in diesem Video.

Immerhin: Ab Mitte Jahr müssen Sex-SMS-Anbieter den Kunden per Handy auffordern, eine Bestätigung zu drücken, wenn man mit der Zustellung einverstanden sei. Ebenso muss fortan in jedem verschickten SMS ein Link zur Deaktivierung des Abos enthalten sein.

Kassensturz vom 27.04.2010

Donnerstag, 6. Mai 2010

Banken-Solidarität = Scheinheiligkeit im Quadrat

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Toll, plötzlich haben die Banken ihre Solidarität mit dem arg gebeutelten Griechenland entdeckt. Seine Scheinheiligkeit, Josef Ackermann, Chef Deutsche Bank, verkündete gross, dass sich diverse Privatbanken  uneigennützig und solidarisch an den Rettungsmassnahmen beteiligen würden. Leider sind die ganzen Hilfsmassnahmen zu leicht zu durchschauen. Zuerst ritt man das Land mit gezielten CDS-Finanzwetten in den Ruin, nun will man die drohenden Verluste, die durch einen endgültigen Bankrott Griechenlands entstehen könnten (Zinsausfälle, Auszahlen der CDS-Versicherungssummen, weiterer Imageverlust) verhindern. Zudem wird ja der Hauptteil der Rettungsaktion durch den Staat, also die Steuerzahler berappt. Man geht kein Risiko ein und kann sogar noch daran verdienen. Dies hat auch der Blog "Egghat" zum Thema gemacht. Zuerst macht er sich Gedanken darüber, was passiert, wenn Griechenland bankrott ginge, wer dann der Hauptverlierer sein würde: 
"... Denn wie so häufig steckt der Teufel im Detail. Im Fall der Griechenlandkredit scheinen diese nämlich nachrangig zu sein. Im Fall des Bankrotts von Griechenland werden also im ersten Schritt alle anderen Gläubiger ausgezahlt und erst danach kommen die Notkredite an die Reihe. Auch im ersten Schritt gibt es bei einer Staatspleite meistens eine Reihenfolge: Zuerst kommt der IWF (1a) und dann die anderen Gläubiger (1b). Normalerweise bekommt der IWF 100% seiner Kredite zurück und die anderen Gläubiger dann einen geringeren Teil. Manchmal wird nach Höhe der Schulden gestaffelt (z.B. bis 20.000 gibt es alles, darüber nur 50%), manchmal nach Sitz der Gläubiger (Inländer bekommen hohen Abzug, Ausländer niedrigen). Das aber nur der Vollständigkeit wegen. Was entscheidend ist: Die Notkredite stehen auf Stufe 3 nach dem IWF und den normalen Gläubigern. Was ich jetzt vermute: Die ganze Story hat genau ein Ziel: Den normalen Gläubigern den Kauf der normalen Anleihen zu ermöglichen und damit deren Zins zu senken und im Gegenzug quasi schon heute den Verzicht einzuplanen bzw. einzubauen. Ergo: Es ist gut möglich, dass Prof. Sinn mit seinem populistischen "Wir sehen keinen Cent zurück" doch Recht behält. Nicht weil die Griechen gar nichts zurückzahlen, sondern weil das Geschäft so konstruiert wird, dass genau der Steuerzahlerteil nicht zurückgezahlt werden soll/muss.
Allerdings weiss ich nicht, ob mich der Part der Banken nicht noch mehr aufregt. Denn diese beteiligen sich mit einem Betrag, der allenfalls symbolisch zu nennen ist und zum dem sie sich rechtlich auch in keiner Weise committet haben. Und die Banken finanzieren sich zu 1% bei der EZB und leihen das für 5 oder 6% an Griechenland weiter (verdienen damit also Geld!). Und wenn die ganzen unvollständigen Informationsbrocken stimmen, die aus der Politkaste raussickern, handelt es sich nicht einmal um die nachrangigen Papiere, die dem Steuerzahler auf's Auge gedrückt werden. Und nicht einmal um die normalen Anleihen (siehe oben), sondern um welche, die von der KfW (damit Deutschland) garantiert werden. Und das wird dann als "Solidarität der deutschen Banken mit Griechenland" verkauft...."
Der ganze Beitrag via Egghat 
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Weitere Blogger-Beiträge zum Thema:
Dämliches Manöver - Weissgarnix
Teure Intransparenz - Spiegelfechter