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Montag, 7. Juni 2010

Gewerkschaften machen mobil gegen Abzocker und Sozialabbau

Rund 100 Delegierte der Schweizer Gewerkschaft Unia beschlossen dieses Wochenende eine Kampagne mit dem Slogan „Abzocker belohnen, Volk bestrafen? Nein zum Abbau bei der Arbeitslosenversicherung."
Gleichzeitig verabschiedeten due Delegierten eine Resolution gegen den drohenden Sozialabbau in den EU-Staaten aufgrund der Sparpakte, die dieselben Staaten schnüren müssen, um Griechenland zu retten, das zuvor durch dubiose Banken-Wetten fast in den Ruin getrieben wurde. Der Blog "Infomagazin und Nachlese" berichtet:
" ... Die Gewerkschaft Unia kritisiert, dass die hohen Einkommen weniger Lohnbeiträge an die Arbeitslosenversicherung leisten. Würden auch die Topverdiener gleich viel zahlen, hätte die Arbeitslosenversicherung ohne Abbaumassnahmen kein Defizit mehr. Die Gewerkschaft Unia hat zudem mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass das Referendum zustande kommen wird. Alleine die Unia hat bis heute gegen 25'000 Unterschriften beigesteuert. Die Delegierten haben eine Resolution gegen den drohenden Sozialabbau in den Ländern der Eurozone verabschiedet: Das Rettungspaket der EU-Finanzminister und des Internationalen Währungsfonds von Anfang Mai sichern die Billiarden-Kredite der Banken ab, welche zuvor mit Wetten auf den Staatsbankrott Griechenlands Milliarden verdient haben. Die Opfer dieser erneuten Spekulationskrise werden die europäischen Arbeitnehmenden sein, denn in praktisch allen europäischen Staaten werden Sparpakete beschlossen: Löhne von Millionen von Arbeitnehmenden werden gesenkt, Renten eingefroren, das Rentenalter erhöht, Kinderzulagen und Taggelder der Arbeitslosenversicherung gestrichen. Mit der Resolution fordern die Delegierten der Gewerkschaft Unia die Einführung einer Boni-Steuer – auch in der Schweiz. Die Resolution fordert zudem von der Schweizer Regierung, dass sie sich auf internationaler Ebene für eine Finanztransaktionssteuer einsetzt. Für den kommenden 29. September 2010 ruft die Gewerkschaft Unia zusammen mit dem Europäischen Gewerkschaftsbund zu einer Grossdemonstration in Brüssel auf. Die Delegiertenversammlung hat zudem die Lancierung der Mindestlohn-Initiative beschlossen. Die Initiative verlangt die Stärkung der Mindestlöhne in Gesamtarbeitsverträgen sowie die Festlegung eines gesetzlichen Mindestlohnes. Dieser beträgt für das Jahr 2011 laut Initiativtext 22 Franken pro Stunde und wird regelmässig angepasst. Die Unterschriftensammlung für die Initiative, welche gemeinsam mit dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund SGB lanciert wird, beginnt voraussichtlich im Herbst 2010."