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Sonntag, 1. Mai 2011

Lohnschere Schweiz: Bis 238-mal mehr Lohn als Mitarbeiter

Bis 238-mal mehr Lohn als ein Mitarbeiter gibt es für Schweizer Manager. Die Lohnschere zwischen höchstem und tiefstem Lohn hat sich in Schweizer Unternehmen eher sogar noch vergrössert, wie Travail Suisse feststellte. Lohnschere im Jahr 2010:

Insbesondere das Pharma-Unternehmen Novartis tut sich einmal mehr als Negativ-Beispiel hervor, wie Travail Suisse detailliert auflistet. Kein Wunder, denn Daniel Vasella, bis 2010 CEO und seit 1999 Verwaltungsratspräsident von Novartis, zählte seit jeher zu den unverfrorensten Abzockern der Schweiz.
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so sah es letztes Jahr aus: Lohnschere-Statistik 2009 (via Travail Suisse)
früherer Beitrag zu Novartis: Novartis: Riesige Gewinne dank Billigjobs
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Donnerstag, 10. März 2011

FIFA schüttet Abzocker-Boni aus


"Die Fifa sei nicht gewinnorientiert und verwende ihre Reserven und Mittel zur Förderung des Fussballs weltweit, steht in den Statuten des Vereins. Nun legt aber der aktuelle Finanzbericht offen, dass die Fifa Bonis auszahlt, wie man sie aus der Finanzbranche kennt."
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FIFA schüttet Boni in Millionenhöhe aus (Videobericht via Schweizer Fernsehen)



Donnerstag, 10. Februar 2011

Im Investmentbanking wird wieder drauflos spekuliert

Risiko-Player des Investmentbankings verdienen weiterhin am meisten 
Die Grossbank UBS legte ihre Zahlen offen. Die Gesamtentschädigung (Löhne, Boni und Sozialleistungen) lag 2010 im Schnitt bei 240'00 Franken pro Mitarbeiter. Investmentbanker sind nach wie vor die grossen Absahner: 
" ... Am höchsten lagen Löhne und Boni wie gewohnt im Investment Banking – mit fast 400 000 Fr. pro Kopf, einschliesslich Hilfspersonal. Hinter diesem Durchschnitt steckt eine riesige Bandbreite, die bis zu zweistelligen Millionenbezügen reichen mag. Im Branchenvergleich fällt der Durchschnittsbezug im UBS-Investment-Banking nicht aus dem Rahmen. Die Mitarbeiter der führenden US-Investment-Bank Goldman Sachs brachten es im Schnitt auf etwa 450 000 Fr., die Sparte Corporate and Investment Bank der Deutschen Bank wendete sogar fast 500 000 Franken pro Kopf auf. ..."
ganzer Artikel der NZZ: Tiefere Boni, höhere Fixlöhne

Montag, 7. Februar 2011

Willkommen in der Dagobert Duck - Woche

Diese Woche wird bekannt, wie hoch die Boni und Löhne für Manager verschiedener Unternehmen und Banken ausfallen. Schon heute weiss man, dass sie wieder deutlich ansteigen werden, es aber mehrheitlich eine Verlagerung zu höheren Fixlöhnen geben wird, um der öffentlichen Empörung über überrissene Boni auszuweichen. Bei der Grossbank CS sollen die Fixlöhne um 2/3 ansteigen. Wir informieren sie fortlaufend.

Boni und Abzockerlöhne fliessen wieder, wie vor der Finanzkrise
Gewisse Abstriche müssen Banker allerdings eingehen. Boni werden oft nicht mehr sofort ausbezahlt und an Erfolgsfaktoren gekoppelt. Trotzdem müssen sie nicht darben, wie eine kurze Vorschau auf die Boni-Veröffentlichungen der aktuellen Sonntagszeitung zeigt:
"... ihre Brötchengeber halten sie mit unterschiedlichen Strategien bei Laune. Die UBS setzt auf hohe Fixlöhne. Diese stiegen von 2007 bis 2009 gemäss Geschäftsbericht um zwei Drittel. Statt wie vor der Krise 90 000 Franken erhielt jeder UBSAngestellte 150 000 Franken fix. Auch die CS hat die Fixlöhne angehoben, allerdings weniger massiv. 2009 verdiente jeder CS-Mitarbeiter im Schnitt 135 000, «nur» 13 Prozent mehr als 2007. Umgekehrt sieht der Befund bei den Boni aus. Die CS als traditionelle Unternehmerbank beglückt ihre Kader und Mitarbeiter mit einem spürbar höheren variablen Anteil.
2007 zahlte sie im Schnitt Boni von 180 000. Nach einer im Herbst 2009 beschlossenen Systemanpassung sank der Bonus auf 144 000 Franken pro Kopf – rund ein Fünftel weniger. Damit lag der variable Anteile bei der CS immer noch um Welten höher als bei der UBS. Auch sie hatte ihr Entschädigungssystem mit relativ bescheidenen Fixlöhnen und anteilsmässig sehr hohen Boni über Bord geworfen. Betrug der durchschnittliche UBS-Bonus 2007 noch fast 150 000, sackte er zuerst auf knapp 30 000 ab und lag im letzten Jahr bei 46 000 Franken, knapp ein Drittel des CS-Betrags. Die im Vergleich zur UBS weiterhin aggressive Bonus-Politik der Credit Suisse führt dazu, dass die punkto Mitarbeiter und Marktanteil kleinere Grossbank im Schnitt deutlich höhere Löhne zahlt. 2009 lag die Gesamtentschädigung bei der CS pro Mitarbeiter bei knapp 280 000 Franken, bei der UBS waren es knapp 200 000, 30 Prozent weniger..."

Samstag, 4. Dezember 2010

144 Milliarden Dollar Boni an Manager in den USA

Börsenkotierte US-Banken und Finanzinstitute zahlen bereits wieder horrende-Sonderzahlungen an ihre Manager. Dies, obwohl die Gewinne noch 1/5 tiefer liegen, als vor der Finanzkrise.

" ... Dies entspricht einem neuen Rekord, wie das «Wall Street Journal» vom Dienstag unter Berufung auf eine Auswertung der Daten von insgesamt 35 Unternehmen der Finanzbranche berichtete. Dies seien vier Prozent mehr als im vergangenen Jahr, als die Branche 139 Mrd. Dollar in Form von Direktzahlungen, Boni, Prämien oder Aktienoptionen ausschüttete.
Bei 29 der 35 untersuchten Geschäftsbanken, Investmentbanken, Hedge Fonds und Vermögensverwalter nahmen die Umsätze in diesem Jahr zu, wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf die Studie berichtete.
Die Gewinne der Finanzkonzerne lägen mit 61 Mrd. Dollar aber noch immer rund ein Fünftel unter dem Niveau von vor der Finanzkrise im Jahr 2006. Trotzdem seien die Sondervergütungen an die Mitarbeiter seitdem hingegen um 23 Prozent gestiegen. ..."

Freitag, 3. Dezember 2010

Bundesrat will Abzocker-Initiative die Zähne ziehen

Thomas Minder, Vater der Abzocker-Initiative
Mit aller Kraft versuchen bürgerliche Politiker die Volksabstimmung über die Abzocker-Initiative hinauszuzögern  oder ihr mit einem Gegenvorschlag die Zähne zu ziehen. Ganz anders, als England, das vor einem Jahr beschloss, Boni  ab 40'000 Franken mit einer 50% Steuer zu belasten, will die Schweiz den horrenden Abzockerboni nur die Michzähnchen ziehen. Geht es nach dem Ständerat, so sollen Boni erst ab 3 Mio Gewinn besteuert und als Tantiemen bezeichnet werden. Dies stösst sowohl im bürgerlich dominierten Ständerat, wie auch im Bundesrat auf Kritik. Die NZZ schreibt ...
" ... Eine Minderheit der ständerätlichen RK würde als Alternative lieber den indirekten Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative erweitern. Diese Regulierung hätte im Unterschied zum Tantièmen- Modell keine fiskalischen Konsequenzen. Betroffen wären lediglich börsenkotierte Aktiengesellschaften.Weiter könnte die Generalversammlung auch bei Verlusten Boni genehmigen, wenn das im Interesse des Unternehmens liegt. Der Bundesrat will die beiden Vorschläge kombinieren und bei allen Aktiengesellschaften anwenden. Hohe Boni könnten nicht nur in börsenkotierten AG's problematisch sein, hält er dazu fest.
Weiter will die Landesregierung, dass gegenüber den Aktionären die Vergütungen der Mitglieder der Geschäftsleitung einzeln offengelegt werden. Die Generalversammlung müsse sie auch genehmigen, wenn kein Jahresverlust oder Kapitalunterdeckung vorlägen.
ganzer Artikel via NZZ

Montag, 14. Juni 2010

Schweiz: Die Woche der Banken- und Abzocker-Entscheide

Ab heute Montag fallen im Schweizer Parlament wichtige Entscheide über die Zukunft der UBS, der Bonibesteuerung und der möglichen Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission. Leider scheinen wieder alle bürgerlichen Wähler geschlossen für Wirtschaft, Banken und Abzocker zu stimmen. Heidi Barathieu hat Links zum Thema gesammelt und einen Kommentar zur ganzen Entwicklung verfasst:

"Mein Kommentar: ein typisch schweizerisches Problem besteht darin, dass die Wähler sich halt lieber mit den Bürgerlichen identifizieren und diese somit regelmässig wieder an die Macht bringen, im kindlichen Glauben, durch diese phantasmatische Identifikation auch dazuzugehören.
Sich selber Zukunft erträumen durch Identifikation mit Leuten, welche unsere schweren Jungs schützen: ich nenne das Realitätsverleugnung
."

gefunden via Heidi Barathieu

Dienstag, 8. Juni 2010

Ex-SP-Schweiz-Präsident: "Abzocker werden rundum geschützt"

Die bürgerlichen Parteien FDP, SVP und CVP werden von grossen Unternehmen und Banken mit Spendengeldern in sechstelliger Höhe bedient. Dies hat Auswirkungen. Bonisteuern oder Abzocker-Initiativen haben es im Schweizer Parlament schwer. Nationalrat Hans-Jürg Fehr, ex-SP-Schweiz-Präsident spricht in der "Schaffhauser AZ" Klartext:

Nationalrat Fehr: "Die Herren des Finanzplatzes haben die von ihnen finanzierten Parteien voll im Griff"
"Die bürgerliche Mehrheit der eidgenössischen Räte ist nicht bereit, der Abzockerei in der Schweiz einen Riegel zu schieben. Die von der SP verlangte Besteuerung der überrissenen Boni wurde abgelehnt. Die Abzocker-Initiative von Thomas Minder wird auf die lange Bank geschoben mit dem einzigen Ziel, eine Volksabstimmung im Wahljahr 2011 zu vermeiden und dem Stimmvolk die Möglichkeit zu rauben, einmal denen da oben den Tarif durchzugeben. Meine parlamentarische Initiative zur Aufhebung des Bankgeheimnisses in Fällen von vorsätzlicher Steuerhinterziehung wurde abgeschmettert. Da gleichzeitig als Folge von massivem ausländischem Druck das Bankgeheimnis gegenüber ausländischen Steuerbehörden in Fällen von vermuteter Steuerhinterziehung gefallen ist, haben uns die Mehrheitsparteien in eine geradezu perverse Situation hineinmanövriert: Ein Steuerbeamter, der wegen eines ausländischen Amtshilfegesuchs an Bankinformationen heran kommt, die ihm auch helfen würden, einen inländischen Steuerhinterzieher zu überführen, darf diese Informationen nicht verwenden, weil sonst das Bankgeheimnis verletzt wird. Gleichzeitig verpflichten ihn aber unsere Gesetze, Verstösse gegen das Steuerrecht zu ahnden und in schweren Fällen ein Strafverfahren einzuleiten. Da er aber nicht wissen darf, was er weiss, wird der Beamte selbst zum Rechtsbrecher gemacht. Er wird zu unrechtmässigem Verhalten geradezu genötigt! Die Geschäftsprüfungskommissionen beider Räte haben die Affäre «UBS in den USA» in einer gründlichen Untersuchung durchleuchtet. An die Kasse kommen der Bundesrat und die Finanzmarktaufsichtsbehörde, nicht an die Kasse kommen die Bosse der UBS selbst, die den ganzen Schlamassel angerichtet haben, den die Schweiz nun ausbaden muss. Um auch Ospel + Co. auf die Schliche zu kommen, bräuchte es eine Parlamentarische Untersuchungskommission PUK; genau die aber wird von den Bürgerlichen verhindert. All diese Puzzlesteine fügen sich zu einem Bild zusammen, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt. Die Herren des Finanzplatzes, die gerade so grandios gescheitert sind, haben die von ihnen finanzierten Parteien weiterhin voll im Griff. Sie werden von ihnen rundum geschützt: Geschützt vor einer gerechten Besteuerung ihrer ungerechten Gehälter; geschützt vor der Aufdeckung ihrer kriminellen Machenschaften in den USA; geschützt vor dem Licht, das den Filz Paradeplatz-Bundeshaus endlich einmal durchleuchten würde; geschützt vor dem eigenen Volk, das ihnen an der Urne einen Denkzettel verpassen würde – wenn es nur könnte. ..."

Montag, 17. Mai 2010

Genfer Software-CEO sackt 30-Mio-Bonus ein.

Temenos-Präsident Andreas Andreades sahnte kräftig ab.

Verwaltungsrat und Geschäftsleitung zusammen haben Vergütungen erhalten, die der Hälfte des letztjährigen Nettogewinnes der Softwareschmiede entprechen.
Dies beschreibt die Sonntagszeitung (Printausgabe) in der aktuellen Ausgabe:

" ... Nutzniesser sind der griechische Verwaltungsratspräsident George Koukis sowie Chief Executive Officer Andreas Andreades, ein Griechischzypriot: Ihre Bezüge – je nach Berechnungsmodell – summieren sich auf bis zu 31,5 Millionen Franken (inklusive neu zugeteilter Aktienbezugsrechte und Aufwertungen aufgrund der guten Kursentwicklung). Der Löwenanteil von knapp 30 Millionen Franken entfiel auf den CEO.
Diese Schätzung erstellte der Zuger Vermögensverwalter Z-Capital. Die Anlagestiftung Ethos kommt auf ähnliche Grössenordnungen. Im Geschäftsbericht ist der Wert der Vergütungspakete nicht ausgewiesen. Die Entlöhnungsarchitektur ist selbst für Spezialisten «extrem kompliziert» und intransparent. Absolut, aber auch in Relation zum Umsatz von bloss 370 Millionen Dollar sind das für Ethos-Direktor Dominique Biedermann Vergütungen, die «sehr schwer zu akzeptieren sind ...".

Freitag, 23. April 2010

Liebe Banken-Bosse, die Gewinne verdankt ihr dem Staat, nicht euren Leistungen

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Unglaublich, eine Bank um die andere präsentiert hervorragende Quartalsergebnisse und rühmt sich, gut gearbeitet zu haben, vergisst dabei aber wohlweislich, dass es in erster Line der Staat war, der ihnen diese Steigerung ermöglichte.

Hohe Löhne und hohe Boni seien gerechtfertigt, sie hätten die Leute zu guter Arbeit ermuntert, meinte u.a. heute Credit-Suisse Abzocker Brady Dougan (Verdienst 70 Mio) gegenüber dem Schweizer Fernsehen:

           " ... Dougan gab sich überzeugt, dass ein gutes Ergebnis eine gute Vergütung rechtfertige. «Ich finde es schwierig, das Kompensations-Thema vom Leistungs-Thema abzukoppeln.» Dass die Credit Suisse so gut durch die Krise gekommen sei, liege auch daran, dass sie ein gutes Vergütungssystem habe. «Das hat uns erlaubt, gute Leute zu motivieren, das richtige zu tun.» ..."

Liebe Banker

Euern Gewinn verdankt ihr in erster Linie dem Staat, also dem Steuerzahler, nicht eurem Wirken. Ihr kriegt von den Staatsbanken Geld zu praktisch 0%. Damit erwirtschaftet ihr rund 4% Gewinn oder kauft sogar griechische Staatsanleiehen zu 6-7 Prozent. Da ihr gleichzeitig noch mit CDS spekuliert (Versicherungen für diese griechischen Papiere), geht ihr kein Risiko ein. Eure Boni sind alles andere als gerechtfertigt. Das Perverse an der ganzen Sache ist, dass ihr bereits wieder horrende Boni und Löhne kriegt und Millionen Leute wegen euch (Verursacher der Finanz- und Wirtschaftskrise) arbeitslos sind. Aber ich weiss, das kümmert euch nicht. Eurer Image und eure Verantwortung scheint euch egal. Hauptsache der Zaster fliesst in eure Geldbörsen.

Mit freundlichen Grüssen
Der Abzocker-Watch-Blog


"... Dougan zeigte sich überzeugt, dass auch die Aktionäre an der kommenden Generalversammlung, die Arbeit der Credit Suisse schätzen würden und damit das neue Vergütungssystem akzeptieren würden."

Dienstag, 20. April 2010

Raiffeisen: Wenn nicht Boni, dann halt horrende Sozialleistungen

Verwaltungsräte von Banken und Unternehmen sind einfallsreich, wenn es darum geht, sich selbst oder den sogenannten Top-Kadern Millionen zukommen zu lassen.

Raiffeisen-Chef Vincenz, erhielt ungef. 1.1 Mio Franken Sozialleistungen


Da Boni momentan arg in Verruf geraten sind,  versucht man es mit weniger auffälligen Methoden, wie zum Beispiel bei der Raiffeisen-Bank. Bereits 2009 wurde Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz kritisiert, wegen
Helikoptergeschäftsreisen in der Schweiz,  weil er zum EM-Final mit dem Privatjet flog und sich einen teuren Dienstwagen mit Chauffeur leistet. Nun deckte die Sonntagszeitung (Printausgabe) auf, dass die Geschäftsleitungsmitglieder der Raiffeisen-Bank Sozialbeiträge in der Höhe von 2,78 Millionen Franken erhalten.


1.8 Mio hätte der Raiffeisen-Chef 2009 verdient, gab die Bank offiziell an. Die Sonntagszeitung berechnete, wie hoch sein Verdienst, inklusive Sozialleistungen, wirklich ist:

" ... Was auf das Zweite-Säule-Konto des CEO fliesst, dürfte in die Hundertausende gehen. Zum Vergleich: Daniel Previdoli, Leiter Privatkunden und höchstbezahlter ZKB-Manager, erhielt 2009 ein Salär von 1,82 Millionen Franken sowie 180 665 Franken Sozialleistungen. Bei der Raiffeisen geht es um ganz andere Beträge. Zieht man von den 2,78 Millionen Franken rund 400 000 für die AHV ab – gemäss GLLohnsumme –, so bleiben 2,4 Millionen für die PK. Teilt man dies durch die Anzahl GL-Mitglieder (8), ergibt sich ein Schnitt von 300 000 Franken pro Mitglied. Realistischer dürfte jedoch eine asymmetrische Verteilung der Gelder sein. Geht man davon aus, dass sieben GL-Mitglieder je rund 180 000 Franken bekommen, bleiben über 1,1 Millionen Franken für Vincenz. Sein Gesamtlohn steigt so auf rund 3 Millionen Franken – oder höher. ... "

Dienstag, 13. April 2010

DJ Bobo: "Wundere mich, dass Abzocker noch nie eins in die Fresse kriegten"

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Der Schweizer Showstar DJ Bobo wurde in einem Interview mit der Aargauer Zeitung so nebenbei zur Abzockerdebatte, den hohen Boni und den hohen Löhnen befragt. die passage, in der es um bankenabzocker ging: 
  • Sie sind sicher der reichste Schweizer Popmusiker? Lässt Sie die Diskussion um die Banker-Boni kalt?
  • DJ Bobo: Zuerst: Von solchen Summen kann ich nur träumen. Und: Ich rege mich über die Millionen-Boni fürchterlich auf. Diese Summen sind so abstrus, so jenseitig, so ungerecht. Das hat gar nichts mit der Leistung dieser Herren zu tun. Ich ärgere mich vor allem auch als KMU. Als Unternehmer trage ich mit meiner Firma ein grosses finanzielles Risiko. Dagegen kassieren die Banker nur.
  • Was ist zu tun?
  • DJ Bobo: Die Medien haben hier eine ganz wichtige Funktion. Die Diskussion muss so lange weitergeführt werden, bis das korrigiert ist. Ich bin kein Anhänger von staatlichen regulatorischen Massnahmen, aber hier muss eingegriffen werden. Die Boni sind so pervers, so dekadent, dass ich sogar um den sozialen Frieden in der Schweiz fürchte. Ich wundere mich, dass noch nie etwas passiert ist, dass noch nie ein Banker eins in die Fresse gekriegt hat.. .oder noch schlimmer.

 das ganze interview hier

UBS: 323 Jahre arbeiten für Grübels Jahreslohn

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Wie viele Jahre muss der am wenigsten verdienende Angestellte einer Firma arbeiten, bis er den Jahreslohn des Topverdieners erarbeitet hat?

Momentan wird in der Schweiz für eine Initiative der Juso (Jungsozialisten) Unterschriften gesammelt. Die Juso will mit der Volksintiative "1:12" erreichen, dass in einem Unternehmen, der höchste Lohn höchsten 12 mal so hoch sein darf, wie der Jahreslohn jenes Firmenangestellten, der in demselben Betrieb am wenigsten verdient. Bislang ist ein Drittel, der zu sammelnden Unterschriften beisammen. Unterschriftenbögen können hier bezogen oder heruntergeladen werden: 1:12 Initiative der Juso

Die Sonntagszeitung (Printausgabe) meinte dazu:
" ... Obwohl Mässigung angesagt wäre, hat der UBS­-Verwaltungs­ rat dem Management traumhafte Vergütungen durchgehen lassen. Auf der anderen Seite gingen 12 500 Jobs verloren. Die Lohnschere hat sich extrem geöffnet. Das Verhältnis des tiefsten Salärs zum Lohnaufwand für den Kon­zernchef beträgt 1 zu 323. Ein UBS­-Mitarbeiter auf dem un­tersten Lohnniveau müsste also 323 Jahre lang malochen, um gleich viel zu verdienen, wie Os­wald Grübel letztes Jahr bezogen hat, nämlich 16 Millionen Fran­ken (samt Antrittsbonus von 13 Millionen). Unter Grübels Vorgänger Mar­cel Rohner betrug die Relation 2008 noch 1 zu 38 ..."
Man darf gespannt, sein, ob die Vergütungsregelung der UBS an der morgigen Generalversammlung von den Aktionären abgesegnet wird. Vieles deutet darauf hin, dass es knapp werden könnte und sogar die Decharge-Erteilung für die UBS-Führungscrew der Jahre 2007 und 2008 abgelehnt wird. Für Konzernchef Oswald Grübel und Verwaltungsrats-Präsident Kaspar Viller dürfte es danach eng werden. Insider vermuten, dass sie danach zurücktreten würden.

Ausführliches zum Debakel um die UBS und deren morgige Generalversammlung via "Lupe, der Satire-Blog":
" ... bundesrat kaspar villiger hat als verwaltungsrats-präsident der ubs versagt. er tritt kaum in erscheinung, hat seine crew nicht im griff und dient konzernleiter oswald grübel höchstens als abnickende marionette. die ubs braucht einen verwaltungsratspräsidenten mit rückgrat und durchsetzungsvermögen."
Der ganze Lupe-Artikel: UBS: Grübel und seine abnickende Marionette Villiger müssen weg

Donnerstag, 8. April 2010

AHV: Zu hohe Boni und Löhne bezahlt


Boni-Skandale nicht nur bei den Grossbanken: Wie u.a. der Tagesanzeiger schreibt, ist auch eine Altersvorsorge-Einrichtung betroffen: Zu hohe Löhne und Boni.


Selbstverständlich nicht ganz so hoch, wie bei den Grossbanken:
" ... Betroffen ist die Geschäftsstelle des AHV-Fonds in Genf, wo Direktor Eric Breval und sein Team das Vermögen von AHV, IV und Erwerbsersatzordnung verwalten. Auf dieser Stelle haben einzelne Mitarbeiter letztes Jahr Gratifikationen von bis zu 40'000 Franken erhalten, wie mehrere Quellen dem «Tages-Anzeiger» bestätigen. Und dies bisweilen zusätzlich zu einem Fixlohn, der bereits als solcher zu hoch eingestuft wird.
«In der Überklasse eingereiht»
Aufgefallen ist dies der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK), als sie letztes Jahr die Zwischenrevision bei der Geschäftsstelle vornahm. Dabei stellte sie fest, dass «verschiedene Angestellte der Geschäftsstelle in der Überklasse eingereiht sind, was den Bestimmungen der Personalverordnung nur teilweise entspricht», wie es in ihrem Jahresbericht heisst. Unter Überklasse versteht die EFK dabei die höchsten Lohnklassen, in denen der Bund Jahressaläre von 198'000 bis 339'000 Franken bezahlt. Diese Lohnstufen sind in der Regel Amtsdirektoren, Generalsekretären oder hohen Militärs vorenthalten. ..."
Ganzer Artikel via Tagesanzeigers

Hohe Boni bewirken schlechtere Arbeit

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Eine interessante neue Studie zeigt, dass in Aussicht gestellte hohe Boni die Leistung des betreffenden Angestellten negativ beeinflussen. Er erledigt seinen Job schlechter, als sonst.

Ausschnitt aus der erwähnten Studie der "Frankfurt School of Finance & Management":

"... have shown experimentally that large stakes may lead to big mistakes; a phenomenon well known by psychologists that is referred to as choking under pressure. Sometimes, large stakes are implied by the situation itself (and hence cannot be avoided), and most readers will remember opportunities in their personal life they have spoiled due to choking under pressure."
Die Wirtschaftswoche über diese Studie:
"... hohe Boni dominieren die Verträge zwischen Großunternehmen und den von ihnen engagierten Top-Führungskräften. Dabei ist diese Gehaltspraxis durch die Finanzkrise in Verruf geraten. Der Vorwurf: Getrieben von Bonus-Gier haben vor allem Banker mit riskanten Geschäften Milliarden in den Sand gesetzt. Sprechen da etwa neidische Leistungsverweigerer und selbstgenügsame Moralprediger? Nein, nicht nur, denn die Kritik an Bonus-Modellen ist auch aus ökonomischer Sicht berechtigt. Das zeigt eine aktuelle Studie. In Erwartung hoher Boni bringen variabel vergütete Mitarbeiter oft schlechtere Leistung, stellen Christina Bannier und Eberhard Feess fest. Grund ist ein von den Studienautoren als „Choking under pressure“ bezeichnetes Phänomen: Das Risiko, im Falle eines Misserfolgs leer auszugehen, mache die potentiellen Boni-Empfänger nervös."
Quellen:
When high-powered incentive contracts reduce performanc.pdf (studie)
Wirtschaftswoche (bericht v. wiwo.de)
gefunden via kleines nachtbüchlein

Mittwoch, 7. April 2010

Politiker kuschen vor Parteispendern der Banken-Branche

Keine Sondersteuer für Banken, die von den Mia-Staatshilfen profitierten

Einen Rückblick auf Vor-Ostern kann ich mir nicht verkneifen. Es geht um die horrenden Banker-Boni. Die Kommission des Schweizer Ständerates beschloss vor einer Woche, dass es für das letzte Jahr keine Sondersteuer auf Boni geben soll. Sie hatte über eine Motion von Ständerat Alain Berset (SP) zu beraten. Er wollte, dass die Banken ebenfalls einen Anteil der Aufwendungen des Staates (u.a.68 Mia für die UBS) an der Überwindung der Finanzkrise zu leisten haben. 20 Minuten schrieb dazu:
" ... Der Freiburger verlangt in seinem Vorstoss, dass Banken hierzulande verpflichtet werden, für die letztes Jahr angefallenen variablen Lohnbestandteile von über 40 000 Franken eine einmalige Steuer von 50 Prozent zu zahlen. Der Freiburger Ständeherr begründet seinen Antrag damit, dass die Banken während der Finanzkrise direkt oder indirekt vom entschlossenen Handeln des Bundes und der Nationalbank profitierten. An den hohen Kosten hätten sie sich aber nicht beteiligt. Die Lasten müssten nun aufgeteilt werden. Deshalb solle die Schweiz Grossbritannien und Frankreich folgen, die analoge Regeln beschlossen haben. ..."
Die Mehrheit der Kommission, lehnte den Antrag mit 7:3 ab. Pikant an der Sache ist, dass gerade die bürgerlichen Parteien SVP, FDP und CVP in der Vergangenheit einen Grossteil der Parteispenden von den Grossbanken erhalten haben.
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Mehr dazu via 20 Minuten

Dienstag, 6. April 2010

Novartis: Riesen Gewinne und hohe Boni dank Billigjobs

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Der Chemieriese Novartis fährt Jahr für Jahr hohe Gewinne ein. Novartis-Chef Daniel Vasella verdient Jahr für Jahr an die 40 Mio Schweizer Franken (siehe Grafik aus der SZ unten). Sparen muss das gemeine Fussvolk. Novartis baut Feststellen ab und ersetzt sie durch Zeitarbeiter,

Sonntagsblick dazu:
Patricia Huber (30, Name geändert) hatte sich die Stelle bei dem Basler Pharmariesen so gewünscht. Doch Novartis lehnte ihre Bewerbung ab. Kurz darauf erhielt sie den Job doch noch, die Temporärfirma Kelly offerierte ihr die Stelle als Maschinenführerin im Werk Stein. Man versprach mir, mich nach zwei Monaten fest zu übernehmen», erzählt die junge Frau. Heute, zweieinhalb Jahre später, arbeitet Patricia Huber immer noch als Temporäre – an derselben Stelle: «Ich fühle mich betrogen.»
Dies wirkt sich auf den Verdienst aus:
" ...Als Zeitarbeiterin verdient Huber 27 Franken pro Stunde, Ferienanteil inbegriffen. Rita Walde (53), seit zehn Jahren Präsidentin der Personalvertretung im Novartis-Werk Stein, schätzt, dass derselbe Job einer Festangestellten 35 Franken bringen würde, plus gut zehn Prozent Bonus. Verlust für Particia Huber: etwa 40 Prozent! ..."
Rita Walde, langjährige Präsidentin der Personalvertretung kennt die Hintergründe:
"Je nach Auftragslage arbeiten bei uns bis zu 200 Temporäre", erklärt Walde. Viele bleiben über längere Zeit. «Nach drei Jahren müssten sie fest übernommen werden. Meist wird ihnen aber kurz vorher gekündigt», bedauert die Personalvertreterin.
Wie wäre es, sehr geehrter Herr Vasella, wenn sie sich selbst kündigen und sich danach zum Stundenlohn eines Zeitarbeiters einstellen?
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Ganzer Bericht via: Blick

Sonntag, 4. April 2010

OC Oerlikon - Hohe Verluste, saftige Löhne für Manager

Die ehemalige Waffenschmiede Oerlikon Bührle, heute OC Oerlikon hat 2009 einen Verlust von 592 Millionen Franken eingefahren. Damit ist der Industriekonzern nochmals tiefer in die Krise gerutscht als ein Jahr zuvor, als der Konzern ein Minus von 422 Millionen melden musste. Trotz allem sahnen die Manager des Konzernes kräftig ab. Die Wirtschaftszeitung Cash schreibt dazu:
" ... Obwohl OC Oerlikon 2009 zum zweiten Mal in Folge einen hohen Verlust schrieb, hat die Konzernleitung mehr als doppelt so viel verdient wie im Jahr zuvor. Alleine der im September abgelöste Konzernchef Uwe Krüger sackte 6,4 Mio CHF ein.
" ... Insgesamt stieg die Entschädigung der vierköpfigen Geschäftsleitung von 5,1 Mio CHF auf 11,3 Mio CHF. Davon waren 1,3 Mio CHF Bonus. Zusammengezählt betrug der Verlust von OC Oerlikon in den vergangenen zwei Jahren etwas mehr als 1 Mrd CHF ..."
Verlustfrei werden will OC Oerlikon, indem das Unternehmen nebst den im Jahre 2009 abgebauten 2590 Stellen, bis Ende 2011 4000 Stellen abbaut. So einfach geht dies.

Mehr zum Thema: Cash, Schaffhauser Nachrichten

25 Hedgefonds-Manager verdienten 25 Mia Dollar

Sie reiten Unternehmen ohne eigenes Risiko in den Ruin und verdienen im Folgejahr wieder Millionen oder Milliarden: Sodom und Gomorrha im Investment- und Hedgefonds-Banking.

Wie die Zeitschrift "AR, Absolut Return + Alpha" (Link unten) schreibt, verdienten die 25 Topverdienenden unter den Hedgefonds-Manager letztes Jahr zusammen 25 Mia Dollar. Sie schafften es damit, den Rekord aus dem Jahre 2007 sogar noch zu verbessern, obwohl 2009 ein Krisenjahr war.
Die erwähnte Webseite ermöglicht Usern, die sich registrieren, einen Einblick in die aktuelle "2009 Hedge Fund Rich List".  Da ich für die Gratis-Registration zu viele persönliche Daten hätte eingeben müssen, verzichtete ich darauf.
Den Kaiser dieser Hedgefonds-Abzocker stellten wir Ihnen gestern bereits vor: David Tepper, 4 Mia Bonus, was, wie Lupe, der Satire-Blog berechnete, einen satten Stundenlohn von 2 Mio Dollar ergibt.

mehr dazu via AR

Sonntag, 28. März 2010

Abzocker der Woche: Credit Suisse Chef Dougan

CS-Chef Brady Dougan hat gut lachen: 60 Mio Bonus winkt

Wie die NZZ am Sonntag schreibt winke dem CS-Chef Brady Dougan ein Bonus von 60 Mio Franken. Dies das Ergebnis aus einem unter Oswald Grübel (damals CS-Chef, heut UBS-Chef) ausgearbeiteten mehrjährigen Bonus-Programm.

Dougan kassierte 2009 PR-gerecht "nur" einen Lohn von 1 Million Schweizer Franken, darf aber mit einem neuen Bonus von 18 Mio rechnen. Aus dem Bonusprogramm, das bereits seit 6 Jahren läuft werden weitere Millionen folgen:
In der Printausgabe erläutert die NZZ weiter, dass Dougan «allein über 60 Millionen Franken aus dem Bonus-Programm lösen» wird. Bisher sei «nur von 35 Millionen Franken» die Rede gewesen.
die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die CS auch in den nächsten Wochen in den Schlagzeilen bleibt: Nächsten Donnerstag wird die Bank ihren Geschäftsbericht veröffentlichen, in dem sie aufschlüsselt, wer vom Führungsgremium wie viel aus dem 6,8-Mrd.-Fr.-Bonustopf erhält. CS-Chef Brady Dougan dürfte eine Gesamtentschädigung von mehr als 15 Mio. Fr. erhalten. Damit nicht genug: Ein paar Tage später wird die Bank bekanntgeben, wie gross der zusätzliche Geldsegen aus einem fünf Jahre alten Bonusprogramm namens PIP für die Führungsriege sein wird. Daraus dürften Dougan mindestens 30 Mio. Fr. zufliessen.
Nachtrag vom 2. April 2010: Kommentatoren machten mich darauf aufmerksam, das Dougan inzwischen sogar 71 Mio verdiente, dank sinkender Kurse. Unglaublich aber wahr. Der Dagobert vom Paradeplatz titelte dazu 20minuten

via NZZ am Sonntag
via Tagesschau Schweizer Fernsehen