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Donnerstag, 7. Juli 2011

Finanz-, Eurokrise? War da mal was? Die Abzocker machen munter weiter

na ja, wer hätte es anders erwartet: Ethik, Moral und Anstand sind in Chefetagen und Verwaltungsräten dünn gesäht. Aktuelle Beispiele gefällig? Der Stern berichtet über die Abzockergilde: 
"Deutschlands Topmanager verdienen wieder prächtig: Durchschnittlich 4,5 Millionen Euro erhielt der Chef eines Dax-Konzerns 2010, gut 20 Prozent mehr als im Krisenjahr 2009, wie aus einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervorgeht. Bereits ein einfaches Vorstandsmitglied kassierte durchschnittlich 2,9 Millionen Euro - auch das rund ein Fünftel mehr als noch vor einem Jahr. Von solchen Einkommenssteigerungen kann der durchschnittliche Arbeitnehmer dagegen nur träumen: Laut Statistischem Bundesamt kam der nur auf ein Plus von mageren 2,2 Prozent.
Absoluter Topverdiener war mit rund 9,3 Millionen Euro VW-Chef Martin Winterkorn. Er überholte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, der 8,9 Millionen Euro kassierte. Siemens-Lenker Peter Löscher kam auf Rang drei."

Dienstag, 8. Februar 2011

Das Unding der Ungenügend-Quote

UBS bestraft mit "ungenügend-Quotient" ältere Mitarbeiter
Sowohl in Staatsbetrieben, wie auch in Privatunternehmen hat sich eingebürgert, dass man bezüglich lohnwirksamer Mitarbeiterbeurteilung eine "Ungenügend-Quote" eingeführt hat. So muss z.B. bei der UBS ein Anteil Beurteilter von 10% die Qualifikation "ungenügend" erhalten. Deren 20% ein "verbesserungswürdig". Dies führt zu ungerechten und willkürlichen Entscheiden, was inzwischen auch die UBS realisiert hat, wie ein Beitrag der Sonntagszeitung aufzeigt. Ein Ausschnitt daraus:
"... Seit einem Vierteljahrhundert steht der Mann in Diensten der UBS. Die Qualifikationen fielen stets gut aus, die Vorgesetzten waren zufrieden, die Kunden ebenfalls. Daran hat sich auch im zweitletzten Jahr vor der Pensionierung nichts geändert. Der Angestellte erhielt fast durchwegs gute Noten. Dennoch war das Fazit im neu eingeführten UBS Core Cycle vernichtend: «Ungenügend» steht am Schluss des Feedback-Berichts.Dasselbe Verdikt traf in den letzten Wochen rund 6500 UBSAngestellte. Gemäss den Vorgaben des Qualifikationssystems müssen zwingend bis zu 10 Prozent der Belegschaft als ungenügend abqualifiziert werden. Weitere 20 Prozent fallen in die Kategorie «Verbesserungswürdig».
Proteste des betroffenen Bankers beim Management Circle, der die Noten verteilt, blieben folgenlos. Sein Vorgesetzter sagte ihm geradeheraus, die Einteilung sei reine Lotterie. Man habe die vorgegebenen Quoten erfüllen müssen. Als Teilzeitpensionierter, der in einem Jahr ganz ausscheide, belaste er das Arbeitsklima weniger als ein jüngerer Angestellter mit Vollzeitpensum. ..."
ganzer Artikel der Sonntagszeitung: UBS bestraft ältere Mitarbeiter

Donnerstag, 26. August 2010

5'000 Lohn-Millionäre zählt die kleine Schweiz

Die einen verlieren ihr Vermögen oder ihren Job während der Finanzkrise, andere profitieren. In der Schweiz hat die Zahl der Lohmillionäre in den letzten Jahren deutlich zugenommen, wie der Tagesanzeiger aus dem Sonntagsblatt "Sonntag" zitiert:
" ... Die Kritiker der Abzocker erhalten neue Munition: In der Schweiz leben laut einem Bericht des «Sonntag» an die 5000 Einkommensmillionäre. Also Personen, welche die magische Grenze jährlich allein mit Lohn und Bonus überschreiten – allfällige Kapitalgewinne nicht eingerechnet. Rund 2000 Personen verdienen gar mehr als 3 Millionen Franken pro Jahr. Das hat Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), anhand neuster AHV-Daten berechnet. Die Zahl von 5000 erstaunt. Noch vor zehn Jahren hätten «nur» rund 1000 Personen ein Gehalt von einer Million oder mehr bezogen, sagt Lampart zur Zeitung «Sonntag». «Die Gruppe der Topverdiener hat sich abgesetzt. Sie waren die Profiteure letzten Jahre.» Damit sticht auch das oft gehörte Argument nicht mehr, wonach es sich bei den in der Öffentlichkeit viel gescholtenen Topverdiener nur um Ausnahmefälle handelt. «In der Zwischenzeit gibt es viele kleine Brady Dougans und Daniel Vasellas», sagt Lampart gegenüber der «Sonntag». «Zu viele.»
ganzer Tagesanzeiger-Beitrag hier 

Dienstag, 24. August 2010

Hedgefonds-Manager beziehen Burnout, um Milliarden zu retten

Tim Barakett
Stanley Druckenmiller
Steve Cohen
Immer mehr Finanzhaie seien ausgebrannt und würden ihren Job aufgeben, schreibt der "Spiegel". Nebst dem mehrfachen Milliardär und Oberabzocker Stanley Druckenmiller, der vergangene Woche seinen Job hinschmiss, hätte dies zuvor auch Timothy Barakett getan. Den Abgang angekündigt haben der Mitgründer des milliardenschweren Fonds Highfields Capital Management, sowie Investmentguru Steve Cohen. Weitere Investmentbanker und Hedgefonds-Manager würden den Schritt ebenfalls noch vollziehen.

Der Spiegel folgert wohl richtig, wenn er schreibt: 
"Ist bei manchem Finanzjongleur womöglich die Gier versiegt? Haben sie sich in den vergangenen Jahren schlicht die Taschen genug gefüllt? Ist es einfach Zeit, die Milliarden zu nehmen und abzuhauen? Manch zynische Bemerkung spricht dafür". 
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Dienstag, 27. Juli 2010

Bankenaufsicht kriecht vor Banken-Lobby

Das Reformpaket, das die Banken ab 2012 härter in die Pflicht nehmen sollte, das verhindern sollte, dass erneut Banken durch staatliche Gelder gerettet werden müssen, wurde bereits wieder abgeschwächt. Auf massiven Druck der Banken. Die NZZ listet jene Spielregeln auf, die nun wieder entschärft werden:
"... Zugeständnisse
Zugeständnisse machten die Aufseher unter anderem bei der Bewertung von Minderheitsbeteiligungen der Banken an anderen Instituten. Das dort liegende Kapital sollen sie sich nun doch anteilig als Kernkapital anrechnen lassen können, ebenso wie Steuerguthaben.
Die in den USA seit langem gebräuchliche, aber in Frankreich und Deutschland umstrittene Verschuldungsquote (Leverage Ratio) der Banken soll frühestens 2018 verbindlich eingeführt werden, wenn sie sich vorher bewährt. Veröffentlicht werden muss sie ab 2015. Sie lässt die mit den Krediten verbundenen Risiken ausser Acht und läuft dem Ansatz der europäischen Aufseher zuwider.
Auch die Net Stable Funding Ratio (NSFR), ein Liquiditätspuffer für Krisenzeiten, der den Bedarf der Banken an flüssigen Mitteln stark anschwellen liesse, soll erst auf Tauglichkeit überprüft und vor 2018 nicht vorgeschrieben werden. Bewegung zeichnet sich auch in der Frage ab, ob Liquidität nicht nur in Staatsanleihen, sondern auch in Papieren gut bewerteter Unternehmen gehalten werden kann."
der ganze Artikel der NZZ: Aufseher schwächen neue Banken-Spielregeln ab.

Montag, 26. Juli 2010

12 Mio Abgangsentschädigung für BP-Boss Hayward

BP-Chef Hayward tritt im Oktober zurück 


Hayward bleibt bei BP, wird allerdings nach Russland versetzt, wie u.a. das Schweizer Fernsehen berichtet:
" ... Voraussichtlich im Oktober soll Tony Hayward seinen Platz räumen. Der 53-jährige Hayward war wegen seines Krisenmanagements bei der Ölpest im Golf von Mexiko öffentlich scharf kritisiert worden. Die BBC hatte bereits am Wochenende Bob Dudley als möglichen Nachfolger von Hayward genannt. Diese Nachricht löste Jubel an der Londonder Börse aus. Die Aktie stieg um 5,5 Prozent auf knapp 417 Pence. Ein BP-Sprecher dementierte die Berichte. «Es gibt unglaublich viel Spekulationen in alle Richtungen», sagte David Nicholas gegenüber einer Nachrichtenagentur. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. ..."
Interessant dürfte die Abgangsentschädigung werden. Trotz des Milliardenverlustes durch die Krise im Golf von Mexiko soll Hayward einen goldenen Fallschirm in der Höhe von 12 Mio kriegen, wie die Basler Zeitung schreibt:
" ... Britische Medien berichten derweil, das Abgangspaket für Hayward stehe bereits. Die «Times» spricht von mindestens 10,8 Millionen Pfund. Diese bestünden aus einem Pensionskassenanspruch von 10,8 Millionen und einem Jahressalär, das ihm vertraglich zusteht. Noch unklar ist dagegen, ob er darüber hinaus Geld bekommen wird. ..."
........
Quellen:

13 Mio für Ex-Richemont-Chef




konzernchef platt trat ende märz aus gesundheitlichen gründen zurück

Wer Luxusgüter herstellt, der scheint selbst in schwierigeren Zeiten mit happigen Gewinnen rechnen zu können. Immerhin erzielte Norbert Platt nicht nur für sich selbst einen satten Gewinn, er erwirtschaftete auch für seine Aktionäre eine grössere Wertschöpfung, wie die Sonntagszeitung schreibt: 
"Die Liste der zehn Topverdiener der Schweiz muss angepasst werden: Mit dem jüngst online veröffentlichten Geschäftsbericht des Luxusgüterkonzerns Richemont (Cartier, IWC und andere Marken) rückt Norbert Platt weit vor: Für das zurückliegende Geschäftsjahr, das bei Richemont am 31. März endet, hat er als Konzernchef 13 Millionen Franken erhalten (9 235 495 Euro). Damit liegt Norbert Platt auf Rang 5 hinter Roche Chef Severin Schwan. Sein Rivale Nick Hayek, Konzernchef der Swatch Group, hat 5,15 Millionen Franken bezogen. Gegenüber dem Vorjahr ist Norbert Platts Gesamtvergütung fast um die Hälfte gestiegen. Der Deutsche hat aber auch gute Arbeit geleistet und für die Aktionäre eine grössere Wertschöpfung erbracht als Hayek junior. Das hat die Zürcher Beratungsfirma Hostettler & Partner in ihrem neuen CEO Rating ermittelt. ..."
Norbert Platt ist per 31. März aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Sein letzter Lohn enthält somit wohl auch ein Abschiedsgeschenk. Interessant wäre einzig noch, wie gross die Lohnschere innerhalb des Unternehmens ist. Tiefster Lohn zu höchstem Lohn.

Freitag, 11. Juni 2010

Die grössten Abzocker der Geschichte - die Herren der Schröpfung


Richard Madoff hinterzog 65 Milliarden

Jerome Kerviel steht momentan vor Gericht: Er soll an der Börse 5 Milliarden Euro verzockt haben. Andere haben deutlich grössere Beträge ergaunert – sie sind die "Herren der Schröpfung", wie "20 Minuten" schreibt. In einer Bildergalerie erläutert uns die Zeitung, wie die Herren Maddoff, Leeson, Cornfeld, Milken, Ebbers, Lay, Boesky, Calvi und Co die Menschheit abzockte und betrog:
Wer sich nochmals zu Gemüte führen will, wie es zur Überführung von Madoff kam, sollte sich diese Diashow anschauen:

Donnerstag, 10. Juni 2010

Das Ende der Weltwirtschaft (Buchtipp)

- zerschlagt die Grossbanken!
- verschärft die Vorschriften für das Eigenkapital!
- schafft grössere Liquiditätspuffer!
- reformiert die Boni-Systeme!
- schafft von Banken unabhängige Rating-Agenturen!

Dies ein paar der wichtigsten Tipps aus dem Bestseller des US-Ökonomen Nouriel Roubini, auch bekannt als Dr. Doom. Zusammen mit dem Journalisten Stephen Mihm hat er ein Buch zur Finanzkrise herausgegeben.
Das Thema ist nicht neu, aber die Autoren schaffen es, Zusammenhänge zwischen neuen und alten Krisen auf spannende Art aufzuzeigen. Sie führen vor Augen, dass alle grossen Krisen nach dem gleichen Schema ablaufen, resp. denselben Auslöser haben: Überbordende Märkte und mangelnde Kontrollen.
Diesmal sei es anders gewesen, weil der Wildwuchs des Finanzsystems mit zahlreichen komplexen Finanzkonstrukten zu unüberschaubaren Risiken geführt habe. Alles sei viel schneller zusammengebrochen. Eine Mischung der Panik des 19 Jahrhunderts mit der Geschwindigkeit des 21. Jahrhunderts. Auch wenn die Thematiken hie und da etwas zu langatmig gerieten, Wiederholungen stattfinden, durchaus lesenswert.

"Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft" Campus-Verlag

Sonntag, 30. Mai 2010

Reiche lagern Gold in Schweizer Armeebunkern

Bankenkrise, Finanzkrise, Inflationsängste, Steuerfahndung: Schweizer und ausländische Anleger trauen keinen Geldinstituten mehr so richtig. Sie lassen Goldbarren in ausgedienten Schweizer Alpenfestungen lagern.
"Amsteg, Uri: Die Deutschen und die Schweizer sind wieder mal die Ängstlichsten. Die Furcht vor einer galoppierenden Inflation lässt sie Zuflucht suchen in Edelmetallanlagen, vor allem in Gold. Die Staatsschuldenkrise hat bewirkt, dass viele ihr Gold ausserhalb der EU sicher lagern wollen: in der Schweiz, die ohnehin mit dem starken Franken eine Fluchtwährung hat. Manche wollen ihre Barren und Münzen sogar dort verwahrt wissen, wo die Nationalbank im Kriegsfall ihre Goldreserven eingebunkert hätte: im alten Bundesratsbunker tief im Gotthardmassiv bei Amsteg. Der Mythos Gotthard hat Konjunktur. 
Bombensichere Lagerkapazitäten im Bundesratsbunker von 1942 bieten die Swiss Data Safe AG und die Swiss Gold Safe AG an. Ihrer beiden Anschrift lautet Gotthardstrasse 1, Amsteg. Doch die sucht man vergebens. Ein kleines Tarnmanöver. Einlagern kann man alles, was Katastrophen überdauern muss. Innen im kilometerlangen Tunnelsystem gemahnen die Hochsicherheitstrakte an James-Bond-Filme. «So falsch ist diese Vorstellung nicht einmal», sagt Dolf Wipfli, Geschäftsleiter von Swiss Data Safe. «Denn von der Überwachung her muss man bei Sicherheitsdienstleistungen dieser Dimension wirklich alle Register ziehen. ..."
der ganze Artikel via Sonntagszeitung Printausgabe (für kurze Zeit noch hier online)

Mittwoch, 19. Mai 2010

Spekulanten-Banker unter Druck, Schweizer Nationalbank als Euro-Retter

Spekulanten und Abzocker verdienten sich in den letzten Jahren an den Börsen mit ungedeckten Leerverkäufen dumm und dämlich. Ein ähnliches Zocker-System (mit CDS-Papieren) half mit, Griechenland in den Ruin zu treiben. Nun hat die Deutsche Bundesregierung reagiert, seit Mitternacht sind ungedeckte Leerverkäufe verboten. Wer mit Staatsanleihen handeln will, muss diese fortan auch besitzen. Richtig so. Ebenso macht es in der aktuellen Finanzkrise Sinn, Finanzmarkttransaktions-Steuern in Europa einzuführen. Damit müssten die Banken, die an der aktuellen Finanzkrise mitschuldig sind, sich an der Aufarbeitung der Krise, finanziell beteiligen. Die Märkte reagierten nervös auf diese Regulierungen und Regulierungsabsichten. Aktienkurse sanken und auch der Euro geriet unter Druck.
Im Verlaufe des Nachmittages kaufte die Schweizer Nationalbank für weitere Milliarden Schweizer Franken Euros und schwächte damit den Schweizer Franken massiv ab. Der Kurs stieg von 1.40 CHF auf 1.426 an. Wenn die Abwärtsentwicklung so weitergeht, dürfte die Nationalbank bald einen ebenso hohen Milliardenbetrag für Euro-Käufe investiert haben, wie die EU Euros für Griechenland zur Verfügung stellt.

Freitag, 7. Mai 2010

Ex - Hypo Real Estate Chef will Millionen-Entschädigung

Georg Funke, gefeurter HRE-Chef

Obwohl er mit seinen Manager-Kollegen die Bank an die Wand fuhr, der Staat sie übernehmen musste, ist die Chance gross, dass der gefeuerte HRE-Chef Georg Funke vor Gericht Recht bekommt und nebst einer Abfindung von 3.5 Millionen, mit einer monatlichen Rente von 47'000 Euro rechnen darf. Im Kommentar meint die Nürnberger Zeitung abschliessend:
" ... Und er hat gute Chancen, Recht zu bekommen. Vertrag ist Vertrag. Und Verträge sind einzuhalten. Und wer glaubt, ungerecht behandelt worden zu sein, hat das Recht zu klagen. Das machte der Richter zu Prozessbeginn deutlich. Vor ihm muss die derzeitige HRE-Führung nachweisen, dass die fristlose Kündigung Funkes gerechtfertigt war, weil er Pflichten grob verletzt hat. Funke, der nicht persönlich vor Gericht erschien, kann gelassen abwarten. Die Millionen, die letztlich die Steuerzahler als Inhaber der mit 100 Milliarden Euro geretteten HRE berappen müssten, könnte er sich dann aufs Konto überweisen lassen. Das Recht ist messerscharf – auch wenn das Rechtsgefühl vieler etwas anderes sagt. ..."
mehr infos dazu via spiegel
....
darauf gestossen via Bastis-Blog

Donnerstag, 29. April 2010

Goldman Sachs - "Affen moralischer als Banker"

"Wir sind uns keiner Schuld bewusst, wir haben keine Fehler gemacht" die Hauptaussagen der Goldman Sachs Banker vor den US-Senatoren. "news.ch" brachte es auf den Punkt. "Wenn Affen moralischer sind als Banker" lautet der Kommentar über die Anhörung der Goldman Sachs Banker in den USA. Untermauert wird das ganze mit einem Vergleich zwischen Kapuzineräffchen und Bankern:

" ... Doch manche moralische Normen sind tief und unabhängig von Autoritätspersonen und kulturellem Hintergrund verankert. Zum Beispiel das Gefühl für Fairness. Bereits Kapuzineräffchen werden ziemlich sauer, wenn sie ungerecht behandelt werden. Bekommt im Versuchslabor das eine Äffchen im Tausch gegen ein Granitsteinchen ein Stück Gurke, ein anderes hingegen eine viel begehrtere Weintraube, verweigert sich das erste Äffchen, in Zukunft das Steinchen zu geben, obwohl es eigentlich auch Gurke mag.
Die Senatoren am Goldman-Sachs-Hearing waren sich über Parteigrenzen hinweg ziemlich einig, dass Goldman Sachs sämtliche moralische Grenzen der grundsätzlichsten Natur hinter sich gelassen hatte, als es seinen Kunden mit höchster Priorität Investment-Produkte empfahl, die in einer internen E-Mail auf höchster Management-Ebene als «beschissen» (shitty) bezeichnet worden war und auf deren Absturz Goldman Sachs scheinbar spekulierte. 
Es dürfte kein Zufall sein, dass Goldman Sachs auch schon wieder in das nächste Finanz-Erdbeben – die Griechenland-Krise - verwickelt ist. Neben der Aufklärung der ganzen nebulösen Geschäfte wäre es nun wohl vor allem wichtig, grundsätzlichste moralische Wegweiser in der Wirtschaft auch für Grossbanken wieder aufzustellen, die auf ganz einfachen Prinzipien wie: «Ich belüge nicht meine Kunden», oder «Ich helfe niemandem beim fälschen und täuschen» heissen könnten. ..."
der ganze Artikel via news.ch

Dienstag, 13. April 2010

UBS: 323 Jahre arbeiten für Grübels Jahreslohn

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Wie viele Jahre muss der am wenigsten verdienende Angestellte einer Firma arbeiten, bis er den Jahreslohn des Topverdieners erarbeitet hat?

Momentan wird in der Schweiz für eine Initiative der Juso (Jungsozialisten) Unterschriften gesammelt. Die Juso will mit der Volksintiative "1:12" erreichen, dass in einem Unternehmen, der höchste Lohn höchsten 12 mal so hoch sein darf, wie der Jahreslohn jenes Firmenangestellten, der in demselben Betrieb am wenigsten verdient. Bislang ist ein Drittel, der zu sammelnden Unterschriften beisammen. Unterschriftenbögen können hier bezogen oder heruntergeladen werden: 1:12 Initiative der Juso

Die Sonntagszeitung (Printausgabe) meinte dazu:
" ... Obwohl Mässigung angesagt wäre, hat der UBS­-Verwaltungs­ rat dem Management traumhafte Vergütungen durchgehen lassen. Auf der anderen Seite gingen 12 500 Jobs verloren. Die Lohnschere hat sich extrem geöffnet. Das Verhältnis des tiefsten Salärs zum Lohnaufwand für den Kon­zernchef beträgt 1 zu 323. Ein UBS­-Mitarbeiter auf dem un­tersten Lohnniveau müsste also 323 Jahre lang malochen, um gleich viel zu verdienen, wie Os­wald Grübel letztes Jahr bezogen hat, nämlich 16 Millionen Fran­ken (samt Antrittsbonus von 13 Millionen). Unter Grübels Vorgänger Mar­cel Rohner betrug die Relation 2008 noch 1 zu 38 ..."
Man darf gespannt, sein, ob die Vergütungsregelung der UBS an der morgigen Generalversammlung von den Aktionären abgesegnet wird. Vieles deutet darauf hin, dass es knapp werden könnte und sogar die Decharge-Erteilung für die UBS-Führungscrew der Jahre 2007 und 2008 abgelehnt wird. Für Konzernchef Oswald Grübel und Verwaltungsrats-Präsident Kaspar Viller dürfte es danach eng werden. Insider vermuten, dass sie danach zurücktreten würden.

Ausführliches zum Debakel um die UBS und deren morgige Generalversammlung via "Lupe, der Satire-Blog":
" ... bundesrat kaspar villiger hat als verwaltungsrats-präsident der ubs versagt. er tritt kaum in erscheinung, hat seine crew nicht im griff und dient konzernleiter oswald grübel höchstens als abnickende marionette. die ubs braucht einen verwaltungsratspräsidenten mit rückgrat und durchsetzungsvermögen."
Der ganze Lupe-Artikel: UBS: Grübel und seine abnickende Marionette Villiger müssen weg

Donnerstag, 8. April 2010

Hohe Boni bewirken schlechtere Arbeit

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Eine interessante neue Studie zeigt, dass in Aussicht gestellte hohe Boni die Leistung des betreffenden Angestellten negativ beeinflussen. Er erledigt seinen Job schlechter, als sonst.

Ausschnitt aus der erwähnten Studie der "Frankfurt School of Finance & Management":

"... have shown experimentally that large stakes may lead to big mistakes; a phenomenon well known by psychologists that is referred to as choking under pressure. Sometimes, large stakes are implied by the situation itself (and hence cannot be avoided), and most readers will remember opportunities in their personal life they have spoiled due to choking under pressure."
Die Wirtschaftswoche über diese Studie:
"... hohe Boni dominieren die Verträge zwischen Großunternehmen und den von ihnen engagierten Top-Führungskräften. Dabei ist diese Gehaltspraxis durch die Finanzkrise in Verruf geraten. Der Vorwurf: Getrieben von Bonus-Gier haben vor allem Banker mit riskanten Geschäften Milliarden in den Sand gesetzt. Sprechen da etwa neidische Leistungsverweigerer und selbstgenügsame Moralprediger? Nein, nicht nur, denn die Kritik an Bonus-Modellen ist auch aus ökonomischer Sicht berechtigt. Das zeigt eine aktuelle Studie. In Erwartung hoher Boni bringen variabel vergütete Mitarbeiter oft schlechtere Leistung, stellen Christina Bannier und Eberhard Feess fest. Grund ist ein von den Studienautoren als „Choking under pressure“ bezeichnetes Phänomen: Das Risiko, im Falle eines Misserfolgs leer auszugehen, mache die potentiellen Boni-Empfänger nervös."
Quellen:
When high-powered incentive contracts reduce performanc.pdf (studie)
Wirtschaftswoche (bericht v. wiwo.de)
gefunden via kleines nachtbüchlein

Donnerstag, 25. März 2010

Credit Suisse, der Abzocker-Generator

11.4  Mio Franken im Durchschnitt verdient jedes CS-Konzernleitungsmitglied. Die Lohnsumme ist sogar doppelt so hoch, wie bei der UBS.
Ist den Bankern und Verwaltungsräten von Banken eigentlich nicht mehr zu helfen? Was muss noch passieren, bevor den Abzockern in den Bankenetagen ein Licht aufgeht? Gegen Moral und Ethik scheinen die sogenannten Top-Banker imprägniert. Am meisten verdient einmal mehr der CS-Konzernchef, wie das Schweizer Radio DRS berichtet:
Top-Verdiener ist Konzernchef Brady Dougan, auf den neben einem Grundsalär von 1,3 Millionen Franken ein Bonus von 17,9 Millionen Franken wartet. Damit verdient Dougan über 16 Millionen mehr als noch vor einem Jahr, aber gut drei Millionen weniger als im Jahr vor Ausbruch der Krise. Dougan schneidet mit diesem Lohn besser ab als Josef Ackermann von der Deutschen Bank, der mit einem Verdienst von 9,6 Millionen Euro als Spitzenverdiener unter Deutschlands Top-Managern gilt. Mit der Lohnsumme für das Top-Management übertrifft die CS auch ihre Schweizer Konkurrentin UBS, die an ihre obersten Chefs für das abgelaufene Geschäftsjahr knapp 69 Millionen ausbezahlt und zudem noch etwa 40 Millionen Franken an ehemalige Management-Mitglieder überweist.
.................
der ganze Artikel via Radio DRS 18 Mio Bonus für CS-Chef Dougan

Dienstag, 23. März 2010

EX-Bundesrat Villiger setzte höhere UBS-Boni durch

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Als UBS-Chef Marcel Ospel vor Jahren gehen musste, setzte Nachfolger Peter Kurer durch, dass im UBS-Boni-System ein Malus eingeführt wurde. Dies setzte für die Branche neue Massstäbe. Kurer ging nach einem Jahr, Ex Bundesrat Kaspar Villiger kam und schwupps, war das Malus-System plötzlich weg, ohne dass dies je kommuniziert worden wäre. Der Tagesanzeiger beschreibt die Unterschiede der beiden Systeme:
Kaspar Villiger scheint inzwischen abgetaucht, überlässt das Agieren jenem Mann, der Jahre lang als Credit-Suisse-Chef horrende Löhne und Boni kassierte: Oswald Grübel. Der Lupe-Blog beschreibt das Abtauchen Villigers in Märchenform:
Im alten Programm für Bonus-Aktien (Performance Equity Plan) blieben zugeteilte Aktien drei Jahre gesperrt. Bei gutem Geschäftsverlauf konnte sich ihre Zahl in dieser Zeit verdoppeln. Im schlechtesten Fall löste sich das Aktienpaket in Luft auf. Der neue Incentive Performance Plan – geschaffen für die Konzernleitung und andere Führungskräfte – sieht nur Gewinner: Im besten Fall verdreifacht sich das Aktienpaket während der Sperrfrist, im schlechtesten wird die zugeteilte Zahl der Bonus-Aktien ausgehändigt. Der Empfänger kann höchstens indirekt – mit einem allfällig während der Sperrfrist gesunkenen Aktienkurs – bestraft werden.
Villiger spiele jetzt in den neuen Kinder-Bilderbüchern "Wo ist der UBS-Kaspar" die Hauptrolle, verrät der Blog weiter.
es war einmal ein marionettentheater, called ubs. die hatten einen kasperle, der die rolle des verwaltungsratspräsidenten spielte. kaspar villiger hiess die marionette, an den fäden zogen die abzocker der hochfinanz. kasperle fühlte sich in seiner neuen rolle wohl, denn früher war er mal bundesrat und da musste er mehr tun und verdiente erst noch weniger. heute sieht oder hört man den kasperle kaum noch. er überlässt das grübeln über boni und löhne, wie auch das auftreten vor den medien oswald ossi grübel.
Quellen:
UBS wirft strenge UBS-Regeln über Bord Tagesanzeiger
UBS: Kasperle-Theater ohne Kaspar Lupe, der Satire-Blog

Montag, 22. März 2010

Starke Opposition an der UBS-GV zu erwarten

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An der Generalversammlung der UBS von Mitte April soll nebst einer neuen, sehr umstrittenen Boni- und vergütungsregelung den Ex-Bossen der UBS, die ihren Teil zur Bankenkrise beitrugen, die Entlastung erteilt werden. Dagegen läuft die Stiftung Ethos, der viele Pensionskassen angehören, Sturm. Sie will an der Generalversammlung gegen beide Anträge ankämpfen:

Ethos wird an der Generalversammlung vom 14. April 2010 von UBS gegen den Vergütungsbericht stimmen. Dieser weist wesentliche Mängel auf und respektiert die Best Practice nicht. Insbesondere wird das Vergütungssystem, wie es der letzten UBS-Generalversammlung zur Abstimmung vorgelegt wurde, nicht eingehalten. Ethos stimmt auch gegen die Entlastung der Organe, da diese die Verantwortung für die beträchtlichen Verluste der letzten Jahre tragen. Schliesslich wird Ethos der Wahl von Wolfgang Mayrhuber in den Verwaltungsrat nicht zustimmen, da der Kandidat bereits vier Verwaltungsratsmandate bei börsenkotierten Unternehmen neben seiner CEO-Funktion bei Lufthansa innehat.
die ganze Stellungnahme der Anlagestiftung Ethos

Dienstag, 9. März 2010

Finanzkrieg der Banken gegen arme EU-Länder

Es darf gezockt und gewettet werden. Dies gegen finanzschwache EU-Länder. Fünf grosse Banken, zu denen auch die Deutsche Bank gehört, sind gemäss der Europäischen Zentralbank federführend im Finanzkrieg gegen die ärmeren EU-Länder. Spekuliert wird im sogenannten CDS-Markt auf den Bankrott eines Landes. Bereits Ende 2008 ritten Spekulanten ein Unternehmen mit der CDS-Methode in den Ruin. Die Investmentbank Lehman Brothers ging Konkurs und löste die Finanzkrise aus.

Das Wirtschaftsmagazin ECO erläutert eindrücklich die verwerfliche Methode der Grossbanken:
ECO vom 08.03.2010

nun gilt es möglichst rasch den markt der cds zu regulieren. dieser meinung ist auch der börsenblogger. er schreibt:
"Die Zockerei muss beendet werden
Und jetzt können wir rechnen: Was kostet es dem griechischen Staat (Steuerzahler), wenn die Schulden in den nächsten Jahren mit 6% refinanziert werden müssen (statt zum Beispiel mit 4,5%)? Das ergibt schon nach relativ kurzer Zeit Mehrbelastungen in Milliardenhöhe. Genau das kann die griechische Staatskasse aktuell nicht gebrauchen. Daher kann ich meine Forderung nur wiederholen: Nur die Investoren sollten Kreditausfallversicherungen erwerben dürfen, die auch tatsächliche diese Kredite (Anleihen) im Portfolio haben."
zum ganzen Artikel des börsenbloggers
weiterer Blogger-Artikel zum Thema von Lupe: Banken treiben Griechenland in den Bankrott

Sonntag, 21. Februar 2010

UBS-Löhne höher denn je

Die UBS, die mit 68 Milliarden Franken an staatlicher Unterstützung gerettet werden musste, zahlt ihren Managern und Investmentbankern bereits wieder horrende Fixlöhne. Die Gesamteinkommen (Löhne inkl. Boni) sind 2010 höher denn je, wie die heutige Sonntagszeitung weiss:
"2007, als die Krise anfing, bezahlte die UBS im Investment­banking im Schnitt 475 000 Franken, inklusive Hilfspersonal und sämtlicher Boni. Nun beträgt der Grundlohn bereits 500 000 Fran­ken – Boni kommen noch hinzu."
gemäss Angaben aus dem UBS-Geschäftsbericht

Dank den exzessiven Fixlöhnen können die Banken ihren angeblichen Top-Bankern weiterhin Abzocker-Einkommen garantieren. Denn nur durch die massiv erhöhten Fixlöhne können die Grossbanken die politische Bonus­-Barriere umgehen. Auch die Spezialsteuer in Lon­don verpufft auf diese Weise wirkungslos ins Leere. Das Lohnniveau im Investmentbanking zeigt nun bereits wieder nach oben.
Auch im Inland erhalten die UBS-Banker teils massive Lohnerhöhungen, wie die Sonntagszeitung weiter berichtet:
"Auch in der Schweiz vergoldet die Bank ihre Leute. Ein UBS­ Analyst wollte letzten Sommer für knapp 200 000 Franken fix zur Konkurrenz wechseln, berichtet ein Zürcher Banker. Vor dem Handshake kam die Absage: Die UBS hatte sein Fixsalär um 50 Pro­ zent auf 300 000 Franken erhöht. In der Vermögensverwaltung erhielten die 28 000 UBS­-Mitar­beiter letztes Jahr im Schnitt 189 000 Franken, 15 000 mehr als ein Jahr zuvor. Auch hier zeigen die Fixlöhne nach oben. Die Stra­tegie ist riskant. Im nächsten Ab­schwung droht ein hoher Fix­kostenblock, der nur über Zeit erschwindet."
Quelle: Sonntagszeitung, 21. Februar, Printausgabe