Dienstag, 29. Juni 2010

Die Abzocker - ein Finanzberater packt aus

Buchtipp: (Auszug aus Buchbeschrieb Süddeutsche Zeitung)

Die Abzocker - ein Finanzberater packt aus
(Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2002, 240 Seiten, 19,90 Euro)

" ... Sie sind freundlich, elegant und genießen einen zweifelhaften Ruf: Vermittler, die als selbständige Handelsvertreter für Finanzdienstleister von Tür zu Tür ziehen. Sie versuchen, unter Bekannten und Verwandten Versicherungen und Fonds zu verkaufen. Auch Till Freiberg gehörte einmal zu den so genannten Strukkis. Drei Jahre versuchte er, sich im Strukturvertrieb eines Finanzdienstleisters eine Existenz aufzubauen. Herausgekommen ist dabei keine erfolgreiche Karriere als Finanzberater, sondern eine Art Abrechnung, in der der Autor unter Pseudonym die Tricks und Machenschaften der Branche beschreibt. Um das Buch zu schreiben, stieg der Autor, im Nebenberuf Journalist, aus der Branche aus. In einer Mischung aus Roman und Sachbuch schildert Freiberg am Beispiel der Hauptfigur Jürgen Brot, wie jemand in die Tretmühle eines solchen Finanzdienstleisters geraten kann. ..."

ganzer Buchbeschrieb: Buecher.de 

Montag, 28. Juni 2010

Krankenkassen-Verwaltungsrat sackt Millionen ein, finanziert durch Prämien

Die Krankenkasse KPT schüttet 54 Mio Gewinn an Verwaltungsrat, Geschäftsleitung, Delegierte und Mitarbeiter aus. Bezahlen tun dies die Versicherten mit ihrer Prämie, wie der Sonntagsblick weiss:

" ... Walter Bosch, der Präsident des Verwaltungsrats (VR) bestätigt: «Mit Ausnahme von Teilzeitangestellten besitzen alle Mitarbeiter, VR- und Geschäftsleitungsmitglieder sowie Delegierte solche Aktien.» An sie will die KPT-Holding 54 Millionen Franken ausschütten. Bezahlt haben die Aktionäre für ihr Investment lediglich gegen 3,6 Millionen Franken. Am meisten kassieren die Chefs:
  • Die sieben VR- und fünf Geschäftsleitungsmitglieder, davon ein Rentner, gehören im Schnitt je rund 2000 Aktien. Sie werden nach der Fusion um gut eine Million Franken reicher sein! Im VR sitzen SVP-Natio nalrat Simon Schenk sowie Rolf P. Jetzer und Walter Bosch. Jetzer ist VR-Präsident der Fluggesellschaft Swiss, Bosch dort sein Vize. KPT-CEO ist Christoph Bangerter. 
  • Die 22 Delegierten halten im Schnitt 300 Titel. Ergibt pro Person einen Gewinn von 170000 Franken. In diesem Gremium sitzt auch der Luzerner SP-Kantonsrat Giorgio Pardini, Vizepräsident der Gewerkschaft Kommunikation. Er halte weniger als 200 Aktien, sagt er. Weitere Mitglieder sind Hugo Gerber, Ex-Präsident der Gewerkschaft Transfair, der Basler Ex-Regierungsrat Hans Martin Tschudi, Beat Kempter vom Verkehrs-Club der Schweiz und Bundesbeamte. 
  • Den 347 Angestellten verbleiben 33 Millionen vom Reibach. Gewinn pro Person: 95000 Franken. Bosch bezieht keine Stellung zu diesen Zahlen: «Es lag nicht an uns, über den Preis der Aktie zu entscheiden. Die Bewertung überprüfte eine von der KPT völlig unabhängige Investmentbank.» Lanciert hat das Abzock-Programm der frühere KPT-Chef Roland Schaer. 2006 gründete er die Mitarbeiterstiftung, die neun Prozent der Aktien der KPT Versicherungen AG übernahm. 80 Prozent aller KPT-Kunden sind auch zusatzversichert. FDP-Ständerätin Christine Egerszegi kritisiert: «Verteilt werden deren Prämiengelder» (siehe Box rechts). ..." 
------
ganzer Bericht via Sonntagsblick
Kommentar dazu im gleichen Blatt: 1500% Rendite

Dienstag, 22. Juni 2010

Schweiz: Lohnschere öffnet sich weiter (Schweizer Abzocker 2009 - die Liste)

Travaille Suisse hat eine umfangreiche Statistik über die Schweizer Abzocker verfasst. Wer verdiente wie viel und wie verhält sich ihr Lohn im Verhältnis zum tiefsten Lohn derselben Firma. Führend dabei die Top-Shots der Grossbanken Credit Suisse und UBS. Fazit: Die Schere zwischen hohen und tiefen Löhnen tut sich in der Schweiz weiter auf, trotz Finanzkrise. Dass insbesondere bei den Mitverursachern der Finanzkrise die Löhne am höchsten sind, am meisten wuchsen, ist noch stossender.

Rang, Unternehmen, Person, Funktion, Höchstlohn, Tiefstlohn, Lohnschere

1 Credit Suisse Brady W. Dougan CEO 90.590 Mio, 0.050 Mio, 1 : 1'812
2 Novartis Daniel Vasella CEO und VR-Präsident, 43.596 Mio,  0.058 Mio, 1 : 752
3 Walter Berchtold CS CEO Private Banking 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Paul Calello CEO Investment Banking 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Romeo Cerutti General Counsel 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Renato Fassbind CFO 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Tobias Guldimann CRO 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Karl Landert CIO 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Hans-Ulrich Meister CEO CS  23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470
3 Credit Suisse Kai S. Nargolwala CEO CS 23.515 Mio, 0.050 Mio, 1 : 470

... gefolgt von 3 weiteren Credit Suisse und 9 UBS Bankern

Ganze Liste und weitere Statistiken via: Travaille Suisse (Statistiken)
umfassende Infos und Kommentare zur Studie via Travaille Suisse (Hintergrundinfos)


Donnerstag, 17. Juni 2010

Warum die SVP die CVP als Slalom-Partei ablöste

Ex-SVP-Bundesrat Christoph Blocher gibt bei der SVP die politische Stossrichtung durch. In den Parlamenten muss diese umgesetzt werden. In den letzten Wochen hat er im Zusammenhang mit dem UBS-Debakel mehrere Pirouetten, Fallrückzieher und Slalomläufe vollführt. Die SVP hat damit die CVP als Slalompartei überholt. Die linke Wochenzeitung kommentiert dies so:
" ... Wer nachzählt, sieht: Nach dem Nein zur Bonisteuer und dem Nein zu kleineren Banken verhindert die SVP jetzt auch noch die eingehende Untersuchung des UBS-Schlamassels.
Es war nur eine Bemerkung, aber es klang wie ein dringender Wunsch. «Frische Luft», sagte Toni Brunner und bat die WOZ auf den Balkon des Bundeshauses. Das war vergangene Woche, und ich wollte vom SVP-Präsidenten wissen, wo die Partei stehe, da sie doch jeden Tag wieder eine neue Position vertrete. Drinnen beriet der Nationalrat den Staatsvertrag mit den USA, und draussen lehnte sich Brunner über die Brüstung und erklärte in langen Ausführungen, warum die Partei keinen Zickzackkurs fahre. Und warum sie trotz gegenteiliger Ankündigungen dem Staatsvertrag mit den USA zustimmen werde.
Tags darauf lehnte die SVP den Staatsvertrag im Nationalrat ab. Die se Woche, bei der erneuten Abstimmung, enthielt sich die Fraktion der Stimme. Und der Staatsvertrag wurde ange nommen.
Dann drehte sich der Toggenburger um und sagte, es stehe «ausser Frage», dass seine Partei einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zum Fall UBS zustimmen werde – auch im Ständerat, «von vereinzelten Abweichlern vielleicht abgesehen».
Am Montag lehnten die SVP-Ständeräte die Einsetzung einer PUK ab – geschlossen wie in einer konzertierten Aktion. Die Akte UBS wird geschlossen. Selbst aus der CVP-Fraktion, die im Vorfeld der Abstimmung als Zünglein an der Waage galt, kamen vier Ja-Stimmen. Hätte die SVP ihren grossen Worten Taten folgen lassen, wäre die PUK eine Tatsache. Stattdessen hat die selbst ernannte Volkspartei eine PUK verhindert. ..."

Analyse des SVP-Verhaltens und ganzer Text via: Wochenzeitung

Mittwoch, 16. Juni 2010

Kilo Bananen für 126 Franken

Würden sie so viel für ein Kilo Bananen zahlen? Die Jungsozialisten der Schweiz sammeln momentan Unterschriften für die Intitiative 1:12 (die höchsten Löhne einer Firma dürften höchstens 12 mal so hoch sein, wie die tiefsten Löhne derselben Firma). Mit dem Preis von 126 Franken für ein Kilo Bananen wollte die Juso aufzeigen, was die momentane Lohnschere von 1:70 bedeuten könnte. "zofingenregional" dazu:
" ... Letzten Samstag hat die Juso Aargau im Rahmen des Nationalen Sammeltages für die 1:12 Initiative gesammelt. In Zofingen am Wochenmarkt wurde auch gesammelt aber nicht einfach so: Mit ganz schön linken Preisen, wie etwa 126 Franken für ein Kilo Bananen, wurde auf die Wichtigkeit der 1:12 Initiative hinweisen.Denn diese hohen Preise symbolisieren den momentanen Durchschnitt der Lohnscheren, welcher bei 1:70 liegt. So waren nicht wenige Passanten verduzt stehen geblieben, als ihnen Gemüse für diese hohen Preise angeboten wurde. Doch nach kurzer Erholung und mit Argumenten, wurden sie von den Jungsozialisten überzeugt ihre Unterschrift für die 1:12 Initiative zu geben. Am Ende des Morgens wurde zwar nichts verkauft, aber es kamen 120 Unterschriften zusammen. Aus Sicht der JUSO: Ein weiterer Schritt gegen die Abzocker, welche mit ihren Verhalten und exzessiver Lohnpolitik alles andere als gerechte Löhne schaffen. ..."
foto via stadtblog

Dienstag, 15. Juni 2010

Sammelklagen gegen Abzocker sind möglich

Können wir in Deutschland, der Schweiz oder Österreich Sammelklagen gegen Abzocker lancieren? Nicht wie in den USA, aber mit einem kleinen Kniff und einer Umbenennung sollte es gehen, meint die Webseite "Verbraucherinformationen":
" ... Ganz egal, auf welche Abofallenseiten der Nutzlosbranche sie reingefallen sind: Entgegen der irrigen, landläufigen Meinung gibt es in der deutschen, schweizerischen und österreichischenRechtsprechung keine sogenannte “Sammelklage“. So etwas gibt es nur in den USA, dort als sog. “class-action-suit” bekannt.
Weil aber derartige Urteile wegen der hohen Publikumswirksamkeit besonders gern auch in deutschen Medien zitiert werden, entsteht die irrige Meinung, eine Sammelklage sei auch nach deutschem Recht möglich.
Aber: Mit einem kleinen Umweg sind auch in Deutschland “Sammelklagen” oder besser gesagt (Verbandsklagen) vermeiden wir hier das Wort “Sammelklage“, weil es die ja im deutschen Rechtsystem nicht gibt) möglich.
Merke: Verbands oder Vereinsklagen sind keine (us-amerikanischen) Sammelklagen, wie sie diese aus diversen amerikanischen Gerichtsserien oder Filmen kennen. ..."
Der ganze Artikel via Verbraucherinformationen, Tipps und Rat

Montag, 14. Juni 2010

Schweiz: Die Woche der Banken- und Abzocker-Entscheide

Ab heute Montag fallen im Schweizer Parlament wichtige Entscheide über die Zukunft der UBS, der Bonibesteuerung und der möglichen Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission. Leider scheinen wieder alle bürgerlichen Wähler geschlossen für Wirtschaft, Banken und Abzocker zu stimmen. Heidi Barathieu hat Links zum Thema gesammelt und einen Kommentar zur ganzen Entwicklung verfasst:

"Mein Kommentar: ein typisch schweizerisches Problem besteht darin, dass die Wähler sich halt lieber mit den Bürgerlichen identifizieren und diese somit regelmässig wieder an die Macht bringen, im kindlichen Glauben, durch diese phantasmatische Identifikation auch dazuzugehören.
Sich selber Zukunft erträumen durch Identifikation mit Leuten, welche unsere schweren Jungs schützen: ich nenne das Realitätsverleugnung
."

gefunden via Heidi Barathieu