Mittwoch, 9. Februar 2011

Das ABC der Web-Abzocker (Abofallen, Abmahner, Pishing)

Der Provider 1x1 hat eine gute Übersicht über Abzocker im Netz aufgeschaltet. Nebst den einleitenden Worten (gleich anschliessend) orientert das Unternehmen über die einzelnen Arten der Abzocke im Netz: 
" ... Ein dubioses Anwaltsschreiben im Briefkasten, vermeintlich vertrauenswürdige Emails, die wichtige Zugangsdaten erschleichen, oder unsichtbare Viren, die heimlich die Kreditkartendaten stehlen: Online-Kriminalität hat viele Gesichter – und auch immer mehr Opfer. Denn Betrüger und Datendiebe werden immer raffinierter.Eine Infizierung des eigenen PCs durch Schadprogramme haben laut Erhebungen von Forsa bereits 43 Prozent der Internet-Nutzer erleben müssen – das entspricht 22 Millionen Deutschen. Die von dem BITKOM in Auftrag gegebene Umfrage ergab außerdem, dass bereits sechs Millionen Nutzer online von einem Geschäftspartner übers Ohr gehauen wurden, etwa beim Einkauf in Online-Shops, bei Auktionen oder privaten Verkäufen.
Sehr gefährlich sind zudem die weiterhin drastisch zunehmenden Phishing-Attacken: In den in der ersten Jahreshälfte 2010 gemeldeten Fällen lag der durchschnittliche Schaden bei jeweils rund 3.500 Euro. Daneben wird eine umfangreiche Dunkelziffer von Fällen vermutet, die entweder nicht angezeigt oder erst gar nicht bemerkt wurden.
Wie aber soll man sich vor Abzocke im Internet schützen? Der erste Schritt ist es, die Maschen der Online-Kriminellen zu kennen. Unser Überblick zeigt die häufigsten Gefahren im Web und gibt Tipps, wie Ihr Euch davor schützen könnt. ..."
hier gehts zum ganzen Artikel: Das ABC der Abzocker

Dienstag, 8. Februar 2011

Das Unding der Ungenügend-Quote

UBS bestraft mit "ungenügend-Quotient" ältere Mitarbeiter
Sowohl in Staatsbetrieben, wie auch in Privatunternehmen hat sich eingebürgert, dass man bezüglich lohnwirksamer Mitarbeiterbeurteilung eine "Ungenügend-Quote" eingeführt hat. So muss z.B. bei der UBS ein Anteil Beurteilter von 10% die Qualifikation "ungenügend" erhalten. Deren 20% ein "verbesserungswürdig". Dies führt zu ungerechten und willkürlichen Entscheiden, was inzwischen auch die UBS realisiert hat, wie ein Beitrag der Sonntagszeitung aufzeigt. Ein Ausschnitt daraus:
"... Seit einem Vierteljahrhundert steht der Mann in Diensten der UBS. Die Qualifikationen fielen stets gut aus, die Vorgesetzten waren zufrieden, die Kunden ebenfalls. Daran hat sich auch im zweitletzten Jahr vor der Pensionierung nichts geändert. Der Angestellte erhielt fast durchwegs gute Noten. Dennoch war das Fazit im neu eingeführten UBS Core Cycle vernichtend: «Ungenügend» steht am Schluss des Feedback-Berichts.Dasselbe Verdikt traf in den letzten Wochen rund 6500 UBSAngestellte. Gemäss den Vorgaben des Qualifikationssystems müssen zwingend bis zu 10 Prozent der Belegschaft als ungenügend abqualifiziert werden. Weitere 20 Prozent fallen in die Kategorie «Verbesserungswürdig».
Proteste des betroffenen Bankers beim Management Circle, der die Noten verteilt, blieben folgenlos. Sein Vorgesetzter sagte ihm geradeheraus, die Einteilung sei reine Lotterie. Man habe die vorgegebenen Quoten erfüllen müssen. Als Teilzeitpensionierter, der in einem Jahr ganz ausscheide, belaste er das Arbeitsklima weniger als ein jüngerer Angestellter mit Vollzeitpensum. ..."
ganzer Artikel der Sonntagszeitung: UBS bestraft ältere Mitarbeiter

Montag, 7. Februar 2011

Willkommen in der Dagobert Duck - Woche

Diese Woche wird bekannt, wie hoch die Boni und Löhne für Manager verschiedener Unternehmen und Banken ausfallen. Schon heute weiss man, dass sie wieder deutlich ansteigen werden, es aber mehrheitlich eine Verlagerung zu höheren Fixlöhnen geben wird, um der öffentlichen Empörung über überrissene Boni auszuweichen. Bei der Grossbank CS sollen die Fixlöhne um 2/3 ansteigen. Wir informieren sie fortlaufend.

Boni und Abzockerlöhne fliessen wieder, wie vor der Finanzkrise
Gewisse Abstriche müssen Banker allerdings eingehen. Boni werden oft nicht mehr sofort ausbezahlt und an Erfolgsfaktoren gekoppelt. Trotzdem müssen sie nicht darben, wie eine kurze Vorschau auf die Boni-Veröffentlichungen der aktuellen Sonntagszeitung zeigt:
"... ihre Brötchengeber halten sie mit unterschiedlichen Strategien bei Laune. Die UBS setzt auf hohe Fixlöhne. Diese stiegen von 2007 bis 2009 gemäss Geschäftsbericht um zwei Drittel. Statt wie vor der Krise 90 000 Franken erhielt jeder UBSAngestellte 150 000 Franken fix. Auch die CS hat die Fixlöhne angehoben, allerdings weniger massiv. 2009 verdiente jeder CS-Mitarbeiter im Schnitt 135 000, «nur» 13 Prozent mehr als 2007. Umgekehrt sieht der Befund bei den Boni aus. Die CS als traditionelle Unternehmerbank beglückt ihre Kader und Mitarbeiter mit einem spürbar höheren variablen Anteil.
2007 zahlte sie im Schnitt Boni von 180 000. Nach einer im Herbst 2009 beschlossenen Systemanpassung sank der Bonus auf 144 000 Franken pro Kopf – rund ein Fünftel weniger. Damit lag der variable Anteile bei der CS immer noch um Welten höher als bei der UBS. Auch sie hatte ihr Entschädigungssystem mit relativ bescheidenen Fixlöhnen und anteilsmässig sehr hohen Boni über Bord geworfen. Betrug der durchschnittliche UBS-Bonus 2007 noch fast 150 000, sackte er zuerst auf knapp 30 000 ab und lag im letzten Jahr bei 46 000 Franken, knapp ein Drittel des CS-Betrags. Die im Vergleich zur UBS weiterhin aggressive Bonus-Politik der Credit Suisse führt dazu, dass die punkto Mitarbeiter und Marktanteil kleinere Grossbank im Schnitt deutlich höhere Löhne zahlt. 2009 lag die Gesamtentschädigung bei der CS pro Mitarbeiter bei knapp 280 000 Franken, bei der UBS waren es knapp 200 000, 30 Prozent weniger..."

Samstag, 4. Dezember 2010

144 Milliarden Dollar Boni an Manager in den USA

Börsenkotierte US-Banken und Finanzinstitute zahlen bereits wieder horrende-Sonderzahlungen an ihre Manager. Dies, obwohl die Gewinne noch 1/5 tiefer liegen, als vor der Finanzkrise.

" ... Dies entspricht einem neuen Rekord, wie das «Wall Street Journal» vom Dienstag unter Berufung auf eine Auswertung der Daten von insgesamt 35 Unternehmen der Finanzbranche berichtete. Dies seien vier Prozent mehr als im vergangenen Jahr, als die Branche 139 Mrd. Dollar in Form von Direktzahlungen, Boni, Prämien oder Aktienoptionen ausschüttete.
Bei 29 der 35 untersuchten Geschäftsbanken, Investmentbanken, Hedge Fonds und Vermögensverwalter nahmen die Umsätze in diesem Jahr zu, wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf die Studie berichtete.
Die Gewinne der Finanzkonzerne lägen mit 61 Mrd. Dollar aber noch immer rund ein Fünftel unter dem Niveau von vor der Finanzkrise im Jahr 2006. Trotzdem seien die Sondervergütungen an die Mitarbeiter seitdem hingegen um 23 Prozent gestiegen. ..."

Freitag, 3. Dezember 2010

Bundesrat will Abzocker-Initiative die Zähne ziehen

Thomas Minder, Vater der Abzocker-Initiative
Mit aller Kraft versuchen bürgerliche Politiker die Volksabstimmung über die Abzocker-Initiative hinauszuzögern  oder ihr mit einem Gegenvorschlag die Zähne zu ziehen. Ganz anders, als England, das vor einem Jahr beschloss, Boni  ab 40'000 Franken mit einer 50% Steuer zu belasten, will die Schweiz den horrenden Abzockerboni nur die Michzähnchen ziehen. Geht es nach dem Ständerat, so sollen Boni erst ab 3 Mio Gewinn besteuert und als Tantiemen bezeichnet werden. Dies stösst sowohl im bürgerlich dominierten Ständerat, wie auch im Bundesrat auf Kritik. Die NZZ schreibt ...
" ... Eine Minderheit der ständerätlichen RK würde als Alternative lieber den indirekten Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative erweitern. Diese Regulierung hätte im Unterschied zum Tantièmen- Modell keine fiskalischen Konsequenzen. Betroffen wären lediglich börsenkotierte Aktiengesellschaften.Weiter könnte die Generalversammlung auch bei Verlusten Boni genehmigen, wenn das im Interesse des Unternehmens liegt. Der Bundesrat will die beiden Vorschläge kombinieren und bei allen Aktiengesellschaften anwenden. Hohe Boni könnten nicht nur in börsenkotierten AG's problematisch sein, hält er dazu fest.
Weiter will die Landesregierung, dass gegenüber den Aktionären die Vergütungen der Mitglieder der Geschäftsleitung einzeln offengelegt werden. Die Generalversammlung müsse sie auch genehmigen, wenn kein Jahresverlust oder Kapitalunterdeckung vorlägen.
ganzer Artikel via NZZ

Donnerstag, 30. September 2010

85 Franken für ein Kilo Kaffee - Die Abzocker der Kaffeebranche

Nestlé, sprich Nespresso, der Kaffeekapsel-Hersteller
, hat rund 1700 Patente anmelden lassen, um sein Kapselmonopol zu schützen. 

Nespresso verdient sich dumm und dämlich an den Luxus-Kapseln. Rechnet man den Preis der Kaffeemenge einer Kapsel hoch, so kommt man auf rund 85 Franken pro Kilo Kaffee. Im Kaffeehandel kriegt man vergleichbaren Arrabica das Kilo zu 5 Franken. 
Doch bereits gibt es, wie im Druckermarkt, andere Hersteller, die Kapseln verkaufen, die nur halb so teuer sind, wie jene von Nespresso, aber kompatibel zu deren Maschinen sind, wie die Schaffhauser Nachrichten berichtet: 
" ... Ethical Coffee ist nicht der einzige neue Konkurrent von Nespresso. Auch die US-Firma Sara Lee vertreibt seit dem Frühling in Frankreich Nespresso-kompatible Kaffeekapseln. Während die Casino-Kapseln dem biederen Image der Lebensmittelkette entsprechen, die sie verkauft, orientiert sich die Marke L’Or Espresso stärker am Auftritt von Nespresso – edel, exquisit, exklusiv. Eine Klubmitgliedschaft und Internetbestellungen wie bei Nespresso gibt es bei L’Or Espresso jedoch bislang nicht. Andere Wege beschreitet Ne-Cap in Spanien. Das Kleinunternehmen bietet eine Art «Nespresso für Arme» an: Es verkauft via Internet leere Plastikkapseln, die dasselbe Volumen haben wie die Behälter von Nestlé. Die Kunden öffnen den Deckel, füllen ihren eigenen Arabica ein und stecken ihn in dieNespresso-Maschine. Ob edel, bieder oder billig – Nestlé hat gar keine Freude an der neuen Konkurrenz und versucht dieser, wo es nur geht, Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Das ist nur logisch: Nestlé verdient mit Nespresso sehr viel Geld. Der Kaffee in den Luxuskapseln wird für einen Kilopreis von etwa 85 Franken verkauft – gehandelt wird hochwertiger Arabica-Kaffee für ungefähr fünf Franken pro Kilo. Die neuen Wettbewerber vermiesen Nespresso das Geschäft, zumal ihre Kapseln um einiges billiger sind. Der Casino-Espresso kostet 25 Cent pro Kapsel, also umgerechnet 33 Rappen, während Nespresso in der Schweiz 50 Rappen verlangt...."
der ganze Artikel via SN 

Dienstag, 28. September 2010

200 Banker verdienen bereits wieder mehr als 500'000 Euro

Während sich viele Deutsche darüber ereifern, dass der "Lohn" von Hartz IV - Empfängern um 5 Euro im Monat steigen soll, sahnen die Versager der Finanzkrise bereits wieder massiv ab: Rund 200 Angestellte von Versager-Banken, die vom deutschen Staat gerettet werden mussten, verdienen wieder mehr als 500'000 Euro. Dazu wurde am Wochenende noch bekannt, dass sich zwei Top-Manager der Krisenbank HRE üppige Renten-Ansprüche sichern wollten. Sogar die Union zeigt (zumindest nach aussen) Unverständnis für diese Vorgänge, wie Bild schreibt:
" ... Auch die Union reagierte mit Unverständnis auf Meldungen, wonach rund 200 Angestellte in vom Staat geretteten Banken mehr als 500 000 Euro verdienen. Unions-Finanzexperte Leo Dautzenberg (CDU) kritisierte, die Regierungsbeauftragten in den Kontrollgremien zeigten sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen für die Banker. SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner warf den Managern in der Zeitung vor, keine Schamgrenze zu haben. „Wenn sich die Bankenmanager solche Zahlungen genehmigen und im Gegenzug der Hartz-IV-Regelsatz um nur fünf Euro erhöht wird, dann fördert das die Demokratieverdrossenheit“, sagte Stegner. ..."
der ganze Artikel via Bild