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Dienstag, 24. August 2010

Hedgefonds-Manager beziehen Burnout, um Milliarden zu retten

Tim Barakett
Stanley Druckenmiller
Steve Cohen
Immer mehr Finanzhaie seien ausgebrannt und würden ihren Job aufgeben, schreibt der "Spiegel". Nebst dem mehrfachen Milliardär und Oberabzocker Stanley Druckenmiller, der vergangene Woche seinen Job hinschmiss, hätte dies zuvor auch Timothy Barakett getan. Den Abgang angekündigt haben der Mitgründer des milliardenschweren Fonds Highfields Capital Management, sowie Investmentguru Steve Cohen. Weitere Investmentbanker und Hedgefonds-Manager würden den Schritt ebenfalls noch vollziehen.

Der Spiegel folgert wohl richtig, wenn er schreibt: 
"Ist bei manchem Finanzjongleur womöglich die Gier versiegt? Haben sie sich in den vergangenen Jahren schlicht die Taschen genug gefüllt? Ist es einfach Zeit, die Milliarden zu nehmen und abzuhauen? Manch zynische Bemerkung spricht dafür". 
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Dienstag, 8. Juni 2010

Ex-SP-Schweiz-Präsident: "Abzocker werden rundum geschützt"

Die bürgerlichen Parteien FDP, SVP und CVP werden von grossen Unternehmen und Banken mit Spendengeldern in sechstelliger Höhe bedient. Dies hat Auswirkungen. Bonisteuern oder Abzocker-Initiativen haben es im Schweizer Parlament schwer. Nationalrat Hans-Jürg Fehr, ex-SP-Schweiz-Präsident spricht in der "Schaffhauser AZ" Klartext:

Nationalrat Fehr: "Die Herren des Finanzplatzes haben die von ihnen finanzierten Parteien voll im Griff"
"Die bürgerliche Mehrheit der eidgenössischen Räte ist nicht bereit, der Abzockerei in der Schweiz einen Riegel zu schieben. Die von der SP verlangte Besteuerung der überrissenen Boni wurde abgelehnt. Die Abzocker-Initiative von Thomas Minder wird auf die lange Bank geschoben mit dem einzigen Ziel, eine Volksabstimmung im Wahljahr 2011 zu vermeiden und dem Stimmvolk die Möglichkeit zu rauben, einmal denen da oben den Tarif durchzugeben. Meine parlamentarische Initiative zur Aufhebung des Bankgeheimnisses in Fällen von vorsätzlicher Steuerhinterziehung wurde abgeschmettert. Da gleichzeitig als Folge von massivem ausländischem Druck das Bankgeheimnis gegenüber ausländischen Steuerbehörden in Fällen von vermuteter Steuerhinterziehung gefallen ist, haben uns die Mehrheitsparteien in eine geradezu perverse Situation hineinmanövriert: Ein Steuerbeamter, der wegen eines ausländischen Amtshilfegesuchs an Bankinformationen heran kommt, die ihm auch helfen würden, einen inländischen Steuerhinterzieher zu überführen, darf diese Informationen nicht verwenden, weil sonst das Bankgeheimnis verletzt wird. Gleichzeitig verpflichten ihn aber unsere Gesetze, Verstösse gegen das Steuerrecht zu ahnden und in schweren Fällen ein Strafverfahren einzuleiten. Da er aber nicht wissen darf, was er weiss, wird der Beamte selbst zum Rechtsbrecher gemacht. Er wird zu unrechtmässigem Verhalten geradezu genötigt! Die Geschäftsprüfungskommissionen beider Räte haben die Affäre «UBS in den USA» in einer gründlichen Untersuchung durchleuchtet. An die Kasse kommen der Bundesrat und die Finanzmarktaufsichtsbehörde, nicht an die Kasse kommen die Bosse der UBS selbst, die den ganzen Schlamassel angerichtet haben, den die Schweiz nun ausbaden muss. Um auch Ospel + Co. auf die Schliche zu kommen, bräuchte es eine Parlamentarische Untersuchungskommission PUK; genau die aber wird von den Bürgerlichen verhindert. All diese Puzzlesteine fügen sich zu einem Bild zusammen, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt. Die Herren des Finanzplatzes, die gerade so grandios gescheitert sind, haben die von ihnen finanzierten Parteien weiterhin voll im Griff. Sie werden von ihnen rundum geschützt: Geschützt vor einer gerechten Besteuerung ihrer ungerechten Gehälter; geschützt vor der Aufdeckung ihrer kriminellen Machenschaften in den USA; geschützt vor dem Licht, das den Filz Paradeplatz-Bundeshaus endlich einmal durchleuchten würde; geschützt vor dem eigenen Volk, das ihnen an der Urne einen Denkzettel verpassen würde – wenn es nur könnte. ..."

Donnerstag, 8. April 2010

Hohe Boni bewirken schlechtere Arbeit

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Eine interessante neue Studie zeigt, dass in Aussicht gestellte hohe Boni die Leistung des betreffenden Angestellten negativ beeinflussen. Er erledigt seinen Job schlechter, als sonst.

Ausschnitt aus der erwähnten Studie der "Frankfurt School of Finance & Management":

"... have shown experimentally that large stakes may lead to big mistakes; a phenomenon well known by psychologists that is referred to as choking under pressure. Sometimes, large stakes are implied by the situation itself (and hence cannot be avoided), and most readers will remember opportunities in their personal life they have spoiled due to choking under pressure."
Die Wirtschaftswoche über diese Studie:
"... hohe Boni dominieren die Verträge zwischen Großunternehmen und den von ihnen engagierten Top-Führungskräften. Dabei ist diese Gehaltspraxis durch die Finanzkrise in Verruf geraten. Der Vorwurf: Getrieben von Bonus-Gier haben vor allem Banker mit riskanten Geschäften Milliarden in den Sand gesetzt. Sprechen da etwa neidische Leistungsverweigerer und selbstgenügsame Moralprediger? Nein, nicht nur, denn die Kritik an Bonus-Modellen ist auch aus ökonomischer Sicht berechtigt. Das zeigt eine aktuelle Studie. In Erwartung hoher Boni bringen variabel vergütete Mitarbeiter oft schlechtere Leistung, stellen Christina Bannier und Eberhard Feess fest. Grund ist ein von den Studienautoren als „Choking under pressure“ bezeichnetes Phänomen: Das Risiko, im Falle eines Misserfolgs leer auszugehen, mache die potentiellen Boni-Empfänger nervös."
Quellen:
When high-powered incentive contracts reduce performanc.pdf (studie)
Wirtschaftswoche (bericht v. wiwo.de)
gefunden via kleines nachtbüchlein

Sonntag, 4. April 2010

OC Oerlikon - Hohe Verluste, saftige Löhne für Manager

Die ehemalige Waffenschmiede Oerlikon Bührle, heute OC Oerlikon hat 2009 einen Verlust von 592 Millionen Franken eingefahren. Damit ist der Industriekonzern nochmals tiefer in die Krise gerutscht als ein Jahr zuvor, als der Konzern ein Minus von 422 Millionen melden musste. Trotz allem sahnen die Manager des Konzernes kräftig ab. Die Wirtschaftszeitung Cash schreibt dazu:
" ... Obwohl OC Oerlikon 2009 zum zweiten Mal in Folge einen hohen Verlust schrieb, hat die Konzernleitung mehr als doppelt so viel verdient wie im Jahr zuvor. Alleine der im September abgelöste Konzernchef Uwe Krüger sackte 6,4 Mio CHF ein.
" ... Insgesamt stieg die Entschädigung der vierköpfigen Geschäftsleitung von 5,1 Mio CHF auf 11,3 Mio CHF. Davon waren 1,3 Mio CHF Bonus. Zusammengezählt betrug der Verlust von OC Oerlikon in den vergangenen zwei Jahren etwas mehr als 1 Mrd CHF ..."
Verlustfrei werden will OC Oerlikon, indem das Unternehmen nebst den im Jahre 2009 abgebauten 2590 Stellen, bis Ende 2011 4000 Stellen abbaut. So einfach geht dies.

Mehr zum Thema: Cash, Schaffhauser Nachrichten

Samstag, 20. März 2010

Abzocker der Woche: Edward Breen

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Eigentlich hätte man die Investmentbanker an und für sich als Abzocker der Woche betiteln können. Sie verdienen in ihren jeweiligen Banken bereits wieder die höchsten Löhne. Oft sind es auch wieder dieselben Leute, die mit zur Verursachung der Finanzkrise beitrugen. In Frage gekommen wäre auch Roche-Manager Levinson, der wegen einer Übernahme einen 330 Mio Bonus einstrich.

Wir haben uns aber für jenen Mann entschieden, der es neu in die Top 3 der bestverdienenden Manager der Schweiz geschafft hat, obwohl sein Unternehmen einen Mia-Verlust einfuhr: Edward Breen, Konzernchef und Verwaltungsratspräsident von Tyco International, Domizil in Schaffhausen (Schweiz).

Breen hat 19,43 Millionen Dollar erhalten (20,2 Millionen Franken). Ihm steht eine Abgangsentschädigung von bis zu drei Jahresbezügen zu (Basissalär und Bonus). Tyco hat bei einem Umsatz von 17,2 Milliarden Dollar einen Verlust von 1,8 Milliarden eingefahren, wie die Schaffhauser Sozialdemokraten in ihrem Blog schreiben.

" ... Einmal mehr verdient ein sogenannter Top-Shot Millionen, obwohl sein Unternehmen 2009 einen Milliarden-Verlust einfuhr. Nun wirkt also endlich auch in Schaffhausen ein richtigen Abzocker. Wie viel Steuern der wohl bezahlen muss, oder müsste, wenn da nicht gewisse Erleichterungen …"
quelle: sp-schaffhausen.ch

Sonntag, 14. März 2010

330 Mio Dollar Bonus für Roche-Manager

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Dank Übernahme seines Unternehmens 330 Mio Dollar reicher, Arthur Levinson

Der Basler Mutli-Konzern Roche übernahm die kalifornische Biotechfirma Genentech. Im Rahmen der "Fusion" durfte Genentech-Chef und Verwaltungsratspräsident Arthur Levinson seine Aktienpositionen ausüben. Levinson erzielte dabei einen Schnitt von 321 Mio Dollar (gemäss eigener Berechnungen der Sonntagszeitung), was zum damals aktuellen Umrechnungskurs einen Bonus von 359 Millionen Franken ausmacht. Um ihn während der Verhandlungsphase bei der Stange zu halten, wurde ihm zusätzlich eine Treueprämie von 8.7 Mio Dollar bezahlt. Heute übt er, nebst dem Präsidium von Genentech, die Rolle eines Roche-Verwaltungsrates aus. Doch nicht nur Levinson erhielt diese Zusatzbonus, wie die Sonntagszeitung weiter weiss:
"... Insgesamt haben Genentech-Mitarbeiter nebenbei eine Einmalzahlung von 2412 Millionen Dollar erhalten. Das entspricht 2704 Millionen Franken. Die Milliarden waren fällig geworden, weil Roche letztes Jahr Genentech ganz übernommen hat, indem sie die Minderheitsaktionäre ausbezahlte. Die zuvor an der langen Leine gehaltene Genentech konnte damit voll in Roche integriert werden. Diese 'Kontrollwechsel' genannte Änderung der Aktionärsstruktur bewirkte, dass die von den Mitarbeitenden gehaltenen Optionen eingelöst werden konnten. ..."
Quelle: Sonntagszeitung, 14.3.10

Freitag, 12. März 2010

Studie: Boni für Eigenmotivation nicht massgebend

Ist die Wirkung von Boni ein Mythos? Eine Studie der Rotterdam School of Management zeige dies.
Gemäss der Studie (März 2010), beurteilen Topmanager erfolgsorientierte Bezahlung als nicht relevant für die Eigenmotivation. Die School of Management, Erasmus University (RSM) ist unter den Top 10 der europäischen Business Schools gelistet. Ihr internationales Renommee verdankt sie ihrer bahnbrechenden Forschung in nachhaltigem Management:
"Im Rahmen seiner Studie befragte De Cremer 15 niederländische Topmanager nach der Bedeutung von Bonuszahlungen für ihre Eigenmotivation. Gleichzeitig sollten sie die Bedeutung von Boni für ihre Kollegen einschätzen. Die Ergebnisse sind deutlich: Alle befragten Topmanager glaubten, dass Boni für ihre Kollegen wichtiger seien, als für sich selbst. Hat das Bonussystem im Finanzsektor also tatsächlich den Stellenwert, der ihm beigemessen wird? Würde die Eigenmotivation von Topmanagern wirklich durch das Fehlen von Bonuszahlungen untergraben?"
Mehr dazu via offenes-presseportal.de

Mittwoch, 10. März 2010

JP Morgan CEO verhaftet - interessant ist warum

Wurden eigentlich alle sogenannten Top-Shots und Investmentbanker, die die Finanzkrise verursachten verhaftet? Oder wirken die meisten bereits wieder in Top-Positionen anderer Finanzinstitute. Die Antwort ist einfach: Die meisten dieser Versager stossen nach Feierabend bereits wieder mit Champagner an.

Erstaunlich, wenn dann doch CEO's bekannter Banken verhaftet werden. So geschehen, bei CEO Jamie Dimon, JP Morgan. Gegen ihn hat die Stadt Atlanta einen Haftbefehl ausgestellt. Aber nicht wie manche denken, wegen Versagens und Zockereien, die die Finanzkrise auslösten, wie Infokriegernews berichtet:
"Gegen JPMorgan CEO Jamie Dimon hat die Stadt Atlanta einen Haftbefehl ausgestellt. Mancher wird der Meinung sein, dass dies mit der Erleichterung der amerikanischen Steuerzahler um hunderte von Milliarden Dollars im Zuge der Bankenkrise in Verbindung stehen dürfte. Doch mitnichten – in den USA schickt die weiterhin funktionierende Bürokratie ihre Bürger für sehr viel weniger in den Knast. Und hierin liegt die Ironie."

Oder sind die undurchsichtige Finanzwetten gegen Griechenland die Ursache? Auch nicht. Die Lösung: Dimon erwirtschaftete sich den Haftbefehl wegen einer illegal errichteten Reifenmüllhalde.
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Zum ganzen Artikel:
Haftbefehl gegen JPMorgan CEO Jamie Dimon (Infokriegernews)

Sonntag, 14. Februar 2010

Viel zu hoher Bonus für Novartis-Chef Vasella

Dies sagt nicht irgend ein linker Neider, dies ist ein Befund des Zürcher Finanz-Research-Unternehmens Obermatt, wie die heutige Sonntagszeitung weiss:
Trotz rekordhohem Umsatz und Gewinn hat Novartis-Lenker Daniel Vasella einen um den Faktor vier zu hohen Bonus erhalten. Zu diesem Schluss kommt das Zürcher FinanzResearch-Unternehmen Obermatt: Für dieses zählt einzig, ob und in welchem Ausmass Novartis im Vergleich zur Konkurrenz obenaus schwingt. «77 Prozent des Bonus von 6,3 Millionen Franken, der Vasella im Rahmen des ‹Short Term Incentive Plan› zugesprochen wurde, sind gemessen an seiner Leistung im Markt nicht rerechtfertigt», so Obermatt-Chef Hermann Stern. Insgesamt hat Vasella ein Paket von 42 Millionen erhalten.
Die Pharmadivision liess Obermatt gegen 91 Wettbewerber antreten.
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Quelle und ganzer Artikel: Sonntagszeitung, Printausgabe, 13.2.10

Samstag, 13. Februar 2010

Wo die Abzocker Ferien machen

Immer wieder interessant, wo jene, die uns Sparen, Kürzertreten, Lohnabbau schmackhaft machen wollen, aber selbst richtiggehend absahnen, Ferien machen. Der Ignoranz-Blog listet auf, wer von den Ospels, Vasellas und Co wo die Ferien verbringt:
Protzig, hermetisch abgeriegelt und kameraüberwacht thront die Prunkvilla von Marcel Ospel (58) am Hügel des Steuerparadieses Wollerau SZ. Hier wollen wir den Ex-Konzernchef der UBS fragen, wie viel er von seinen rund 130 Millionen Franken Boni (siehe Box) zurückzahlen will, die er in seiner zehnjährigen UBS-Zeit verdient hat. Aus der Gegensprechanlage meldet sich eine Frauenstimme: die Haushälterin. Herr Ospel ist nicht hier», sagt sie. Auf die Frage, wann er heute denn nach Hause komme, antwortet sie: «Gar nicht, er ist in den Ferien.» Danach bleibt die Gegensprechanlage stumm.


Dies und wo die anderen Abzocker die Ferien verbringen, lest ihr hier: Wo die Abzocker Ferien machen (Ignoranz-Blog)