Mittwoch, 9. November 2011

Wie Unternehmen die Finanzkrise nutzen um Massenentlassungen vorzunehmen


Wie skandalös Schweizer Grossunternehmen auf die Finanzkrise reagieren, selbst wenn sie Gewinne schreiben, beschreibt Ständratskandidat und Vater der Abzockerinitiative Thomas Minder eindrücklich in einem Leserbrief in der heutigen Schaffhauser Nachrichten.

Ein Auszug:
15'000 Entlassungen in 100 Tagen 
Zwei Dinge vertragen sich volks- und betriebswirtschaftlich gar nicht: Massenentlassungen bei gleichzeitig ausbezahlten Millionengehältern auf der Teppichetage. In den  letzten 100 Tagen  haben Schweizer  Firmen  den Stellenabbau von  ca.  15'000 Jobs bekannt gegeben ("Der Sonntag", 06.11.11.). Weitere werden folgen. Alleine in der Schweiz fallen 5000 Stellen weg. Der Bund hat bekannt gegeben, dass bis Ende 2012 mit zusätzlichen ca. 40'000 Arbeitslosen zu rechnen ist. Der Druck auf die Sozialwerke wird gewaltig.Auffallend ist der neue Trend, dass sogar Firmen, welche einen Milliardengewinn ausweisen wie z.B. Novartis und CS, Massenentlassungen aussprechen. Anstatt zuerst vor der eigenen Millionen-Boni-Tür zu wischen,  wird  der  Rotstift  beim  Personal  angesetzt.  Noch  in  guter Erinnerung ist die durchschnittliche Entschädigung auf Stufe Geschäftsleitung von 7,1 Millionen bei der CS im 2008 und die 70 Millionen  für deren  Chef Brady  Dougan – wohlverstanden ausbezahlt im Debakeljahr, als die Bank 8,2 Milliarden Verlust ausweisen musste.Einmal mehr finanzieren die Arbeitnehmer der KMU die Entlassungen der Multis. Das „Hire and Fire“ ist in Vollblüte. Die Vermutung liegt nahe, dass garstige Zeiten auf die Schweizer Wirtschaft zukommen. Der starke Franken verstärkt die Situation zusehends. Einige exportierende Firmen sind in ihrer Existenz bedroht.Die Mechanismen bei den grossen, global tätigen Unternehmungen sind immer die Gleichen: Laufen die Geschäfte, so rekrutiert man günstige Mitarbeiter im Ausland. Fällt das Quartalsergebnis weniger befriedigend aus, so setzt man die Mitarbeiter auf die Strasse oder lagert die Arbeitsplätze ins Ausland aus.Es gibt eine ganz einfache Erklärung warum das so ist: Durch die Entlassungen reduzieren sich die Firmenkosten und der Jahresgewinn steigt. Die Vergütungen der Herren Vasella und Dougan sind ganz stark an dieses Jahresergebnis gekoppelt. Je höher der Gewinn, desto höher der Bonus. Oftmals ist die Maximierung des eigenen Geldbeutels die wahre Erklärung für die Massenentlassungen. Spätestens im Frühling, wenn die Topmanagement-Vergütungen fürs 2011 publiziert werden, wird diese These bestätigt. .... (auf den ganzen Text lässt sich leider nicht verlinken) 

 Die Partei der Banken und Grossunternehmen, die FDP, reagiert übrigens auf die intakten Wahlchancen von  Abzockerschreck Minder in Grossinseraten mit einer veritablen Schlammschlacht gegen den unliebsamen Kandidaten. Diese FDP-Schmutzkampagne dürfte sich allerdings für ihren eigenen Kandidaten  mit Sicherheit kontraproduktiv auswirken.

Montag, 17. Oktober 2011

General Electrics - 14 Mia Gewinn, keine Steuern

Das Wirtschaftsmagazin ECO unterhielt sich mit amerikanischen Lobbyisten, die genau aufzeigen, wie erfolgreicher Lobbyismus in amerikanischen Parlamenten abläuft. Grossunternehmen wie General Electrics zwar Millionen Gewinne einfahren, aber keine Steuern zahlen müssen. Ein Geben und nehmen. Politiker profitieren von Image- und Spendengewinnen, die Unternehmen von Steuernerleichterungen oder gar Steuererlassen. Gewinne werden in Steuerparadiese verschoben, im Inland profitiert man von Steuererleichterungen, wie zum Beispiel Apple, Google, Facebook und Co.

ECO vom 17.10.2011

Weitere interessante ECO-Sendungen via  Wirtschaftsmagazin ECO

Donnerstag, 7. Juli 2011

Finanz-, Eurokrise? War da mal was? Die Abzocker machen munter weiter

na ja, wer hätte es anders erwartet: Ethik, Moral und Anstand sind in Chefetagen und Verwaltungsräten dünn gesäht. Aktuelle Beispiele gefällig? Der Stern berichtet über die Abzockergilde: 
"Deutschlands Topmanager verdienen wieder prächtig: Durchschnittlich 4,5 Millionen Euro erhielt der Chef eines Dax-Konzerns 2010, gut 20 Prozent mehr als im Krisenjahr 2009, wie aus einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervorgeht. Bereits ein einfaches Vorstandsmitglied kassierte durchschnittlich 2,9 Millionen Euro - auch das rund ein Fünftel mehr als noch vor einem Jahr. Von solchen Einkommenssteigerungen kann der durchschnittliche Arbeitnehmer dagegen nur träumen: Laut Statistischem Bundesamt kam der nur auf ein Plus von mageren 2,2 Prozent.
Absoluter Topverdiener war mit rund 9,3 Millionen Euro VW-Chef Martin Winterkorn. Er überholte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, der 8,9 Millionen Euro kassierte. Siemens-Lenker Peter Löscher kam auf Rang drei."

Montag, 2. Mai 2011

Parteispende an Schröder - auch Steinmeier involviert?

Die angebliche Schmiergeld-Affaire des AWD-Gründers Maschmeyer an Gerhard Schröder zieht weitere Kreise, wie Medien berichten. Auch Steinmeier soll involviert sein

liess sich Schröder von Unternehmer Maschmayer korrumpieren
"... Die Bundestagsverwaltung geht Medienberichten nach, wonach der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer, 1998 den Wahlkampf des SPD-Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder stärker als bekannt finanziell unterstützt hat. "Die Bundestagsverwaltung führt dazu derzeit eine Klärung durch", sagte ein Sprecher. Die Bundestagsverwaltung ist für die Kontrolle der Parteienfinanzierung zuständig. Das TV-Magazin Panorama und die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" hatten berichtet, dass Maschmeyer damals mit 150.000 Mark drei Zeitungsanzeigen einer Mittelstandsinitiative für Schröder finanziert habe. Um anonym zu bleiben, habe ein Mittelsmann die Anzeigen bezahlt. Von der Aktion habe auch der heutige Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, gewusst. ..."  (via FTD)
Berichte via 
Investment.com 2.5.11

FTD 29.4.11

Sonntag, 1. Mai 2011

Lohnschere Schweiz: Bis 238-mal mehr Lohn als Mitarbeiter

Bis 238-mal mehr Lohn als ein Mitarbeiter gibt es für Schweizer Manager. Die Lohnschere zwischen höchstem und tiefstem Lohn hat sich in Schweizer Unternehmen eher sogar noch vergrössert, wie Travail Suisse feststellte. Lohnschere im Jahr 2010:

Insbesondere das Pharma-Unternehmen Novartis tut sich einmal mehr als Negativ-Beispiel hervor, wie Travail Suisse detailliert auflistet. Kein Wunder, denn Daniel Vasella, bis 2010 CEO und seit 1999 Verwaltungsratspräsident von Novartis, zählte seit jeher zu den unverfrorensten Abzockern der Schweiz.
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so sah es letztes Jahr aus: Lohnschere-Statistik 2009 (via Travail Suisse)
früherer Beitrag zu Novartis: Novartis: Riesige Gewinne dank Billigjobs
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Freitag, 11. März 2011

1210 Milliardäre weltweit

Bertarelli, gemäss Forbes
reichster Schweizer
Kaum ist die Finanzkrise vorbei, nimmt die Zahl der Milliardäre massiv zu. Auch die Schweiz weist einige aus, wie die Aargauer Zeitung berichtet:

" ... Reichster Mann der Welt bleibt der Mexikaner Carlos Slim Helú. Der 71-jährige mexikanische Telekommunikations-Unternehmer führt die am Mittwoch in den USA veröffentlichte Liste mit mehr als 74 Milliarden Dollar an.
Das US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» erstellte die Liste im laufenden Jahr zum 25. Mal. Auch auf Platz zwei und drei hat sich im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert: Hinter Slim folgen der Microsoft-Gründer Bill Gates mit 56 Milliarden Dollar und der Investor Warren Buffett mit 50 Milliarden Dollar.
Reichster Schweizer ist Ernesto Bertarelli, der frühere Besitzer des Biotech-Unternehmens Serono (10 Milliarden Dollar). Er belegt den 81. Rang der Liste. 2010 hatte er - mit dem gleichen Betrag - noch den 64. Platz inne. Der nächste Schweizer auf der Liste ist auf Platz 154 Hansjörg Wyss, der mit dem Medizintechnik-Unternehmen Synthes reich geworden ist. Er wird mit 6,4 Milliarden geführt. Insgesamt nannte Forbes neun Schweizer Milliardäre und Milliardärinnen, im Vorjahr waren es es noch elf gewesen. ..."

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der ganze Artikel via Aargauer Zeitung

Donnerstag, 10. März 2011

FIFA schüttet Abzocker-Boni aus


"Die Fifa sei nicht gewinnorientiert und verwende ihre Reserven und Mittel zur Förderung des Fussballs weltweit, steht in den Statuten des Vereins. Nun legt aber der aktuelle Finanzbericht offen, dass die Fifa Bonis auszahlt, wie man sie aus der Finanzbranche kennt."
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FIFA schüttet Boni in Millionenhöhe aus (Videobericht via Schweizer Fernsehen)



Donnerstag, 10. Februar 2011

Im Investmentbanking wird wieder drauflos spekuliert

Risiko-Player des Investmentbankings verdienen weiterhin am meisten 
Die Grossbank UBS legte ihre Zahlen offen. Die Gesamtentschädigung (Löhne, Boni und Sozialleistungen) lag 2010 im Schnitt bei 240'00 Franken pro Mitarbeiter. Investmentbanker sind nach wie vor die grossen Absahner: 
" ... Am höchsten lagen Löhne und Boni wie gewohnt im Investment Banking – mit fast 400 000 Fr. pro Kopf, einschliesslich Hilfspersonal. Hinter diesem Durchschnitt steckt eine riesige Bandbreite, die bis zu zweistelligen Millionenbezügen reichen mag. Im Branchenvergleich fällt der Durchschnittsbezug im UBS-Investment-Banking nicht aus dem Rahmen. Die Mitarbeiter der führenden US-Investment-Bank Goldman Sachs brachten es im Schnitt auf etwa 450 000 Fr., die Sparte Corporate and Investment Bank der Deutschen Bank wendete sogar fast 500 000 Franken pro Kopf auf. ..."
ganzer Artikel der NZZ: Tiefere Boni, höhere Fixlöhne

Mittwoch, 9. Februar 2011

Das ABC der Web-Abzocker (Abofallen, Abmahner, Pishing)

Der Provider 1x1 hat eine gute Übersicht über Abzocker im Netz aufgeschaltet. Nebst den einleitenden Worten (gleich anschliessend) orientert das Unternehmen über die einzelnen Arten der Abzocke im Netz: 
" ... Ein dubioses Anwaltsschreiben im Briefkasten, vermeintlich vertrauenswürdige Emails, die wichtige Zugangsdaten erschleichen, oder unsichtbare Viren, die heimlich die Kreditkartendaten stehlen: Online-Kriminalität hat viele Gesichter – und auch immer mehr Opfer. Denn Betrüger und Datendiebe werden immer raffinierter.Eine Infizierung des eigenen PCs durch Schadprogramme haben laut Erhebungen von Forsa bereits 43 Prozent der Internet-Nutzer erleben müssen – das entspricht 22 Millionen Deutschen. Die von dem BITKOM in Auftrag gegebene Umfrage ergab außerdem, dass bereits sechs Millionen Nutzer online von einem Geschäftspartner übers Ohr gehauen wurden, etwa beim Einkauf in Online-Shops, bei Auktionen oder privaten Verkäufen.
Sehr gefährlich sind zudem die weiterhin drastisch zunehmenden Phishing-Attacken: In den in der ersten Jahreshälfte 2010 gemeldeten Fällen lag der durchschnittliche Schaden bei jeweils rund 3.500 Euro. Daneben wird eine umfangreiche Dunkelziffer von Fällen vermutet, die entweder nicht angezeigt oder erst gar nicht bemerkt wurden.
Wie aber soll man sich vor Abzocke im Internet schützen? Der erste Schritt ist es, die Maschen der Online-Kriminellen zu kennen. Unser Überblick zeigt die häufigsten Gefahren im Web und gibt Tipps, wie Ihr Euch davor schützen könnt. ..."
hier gehts zum ganzen Artikel: Das ABC der Abzocker

Dienstag, 8. Februar 2011

Das Unding der Ungenügend-Quote

UBS bestraft mit "ungenügend-Quotient" ältere Mitarbeiter
Sowohl in Staatsbetrieben, wie auch in Privatunternehmen hat sich eingebürgert, dass man bezüglich lohnwirksamer Mitarbeiterbeurteilung eine "Ungenügend-Quote" eingeführt hat. So muss z.B. bei der UBS ein Anteil Beurteilter von 10% die Qualifikation "ungenügend" erhalten. Deren 20% ein "verbesserungswürdig". Dies führt zu ungerechten und willkürlichen Entscheiden, was inzwischen auch die UBS realisiert hat, wie ein Beitrag der Sonntagszeitung aufzeigt. Ein Ausschnitt daraus:
"... Seit einem Vierteljahrhundert steht der Mann in Diensten der UBS. Die Qualifikationen fielen stets gut aus, die Vorgesetzten waren zufrieden, die Kunden ebenfalls. Daran hat sich auch im zweitletzten Jahr vor der Pensionierung nichts geändert. Der Angestellte erhielt fast durchwegs gute Noten. Dennoch war das Fazit im neu eingeführten UBS Core Cycle vernichtend: «Ungenügend» steht am Schluss des Feedback-Berichts.Dasselbe Verdikt traf in den letzten Wochen rund 6500 UBSAngestellte. Gemäss den Vorgaben des Qualifikationssystems müssen zwingend bis zu 10 Prozent der Belegschaft als ungenügend abqualifiziert werden. Weitere 20 Prozent fallen in die Kategorie «Verbesserungswürdig».
Proteste des betroffenen Bankers beim Management Circle, der die Noten verteilt, blieben folgenlos. Sein Vorgesetzter sagte ihm geradeheraus, die Einteilung sei reine Lotterie. Man habe die vorgegebenen Quoten erfüllen müssen. Als Teilzeitpensionierter, der in einem Jahr ganz ausscheide, belaste er das Arbeitsklima weniger als ein jüngerer Angestellter mit Vollzeitpensum. ..."
ganzer Artikel der Sonntagszeitung: UBS bestraft ältere Mitarbeiter

Montag, 7. Februar 2011

Willkommen in der Dagobert Duck - Woche

Diese Woche wird bekannt, wie hoch die Boni und Löhne für Manager verschiedener Unternehmen und Banken ausfallen. Schon heute weiss man, dass sie wieder deutlich ansteigen werden, es aber mehrheitlich eine Verlagerung zu höheren Fixlöhnen geben wird, um der öffentlichen Empörung über überrissene Boni auszuweichen. Bei der Grossbank CS sollen die Fixlöhne um 2/3 ansteigen. Wir informieren sie fortlaufend.

Boni und Abzockerlöhne fliessen wieder, wie vor der Finanzkrise
Gewisse Abstriche müssen Banker allerdings eingehen. Boni werden oft nicht mehr sofort ausbezahlt und an Erfolgsfaktoren gekoppelt. Trotzdem müssen sie nicht darben, wie eine kurze Vorschau auf die Boni-Veröffentlichungen der aktuellen Sonntagszeitung zeigt:
"... ihre Brötchengeber halten sie mit unterschiedlichen Strategien bei Laune. Die UBS setzt auf hohe Fixlöhne. Diese stiegen von 2007 bis 2009 gemäss Geschäftsbericht um zwei Drittel. Statt wie vor der Krise 90 000 Franken erhielt jeder UBSAngestellte 150 000 Franken fix. Auch die CS hat die Fixlöhne angehoben, allerdings weniger massiv. 2009 verdiente jeder CS-Mitarbeiter im Schnitt 135 000, «nur» 13 Prozent mehr als 2007. Umgekehrt sieht der Befund bei den Boni aus. Die CS als traditionelle Unternehmerbank beglückt ihre Kader und Mitarbeiter mit einem spürbar höheren variablen Anteil.
2007 zahlte sie im Schnitt Boni von 180 000. Nach einer im Herbst 2009 beschlossenen Systemanpassung sank der Bonus auf 144 000 Franken pro Kopf – rund ein Fünftel weniger. Damit lag der variable Anteile bei der CS immer noch um Welten höher als bei der UBS. Auch sie hatte ihr Entschädigungssystem mit relativ bescheidenen Fixlöhnen und anteilsmässig sehr hohen Boni über Bord geworfen. Betrug der durchschnittliche UBS-Bonus 2007 noch fast 150 000, sackte er zuerst auf knapp 30 000 ab und lag im letzten Jahr bei 46 000 Franken, knapp ein Drittel des CS-Betrags. Die im Vergleich zur UBS weiterhin aggressive Bonus-Politik der Credit Suisse führt dazu, dass die punkto Mitarbeiter und Marktanteil kleinere Grossbank im Schnitt deutlich höhere Löhne zahlt. 2009 lag die Gesamtentschädigung bei der CS pro Mitarbeiter bei knapp 280 000 Franken, bei der UBS waren es knapp 200 000, 30 Prozent weniger..."

Samstag, 4. Dezember 2010

144 Milliarden Dollar Boni an Manager in den USA

Börsenkotierte US-Banken und Finanzinstitute zahlen bereits wieder horrende-Sonderzahlungen an ihre Manager. Dies, obwohl die Gewinne noch 1/5 tiefer liegen, als vor der Finanzkrise.

" ... Dies entspricht einem neuen Rekord, wie das «Wall Street Journal» vom Dienstag unter Berufung auf eine Auswertung der Daten von insgesamt 35 Unternehmen der Finanzbranche berichtete. Dies seien vier Prozent mehr als im vergangenen Jahr, als die Branche 139 Mrd. Dollar in Form von Direktzahlungen, Boni, Prämien oder Aktienoptionen ausschüttete.
Bei 29 der 35 untersuchten Geschäftsbanken, Investmentbanken, Hedge Fonds und Vermögensverwalter nahmen die Umsätze in diesem Jahr zu, wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf die Studie berichtete.
Die Gewinne der Finanzkonzerne lägen mit 61 Mrd. Dollar aber noch immer rund ein Fünftel unter dem Niveau von vor der Finanzkrise im Jahr 2006. Trotzdem seien die Sondervergütungen an die Mitarbeiter seitdem hingegen um 23 Prozent gestiegen. ..."

Freitag, 3. Dezember 2010

Bundesrat will Abzocker-Initiative die Zähne ziehen

Thomas Minder, Vater der Abzocker-Initiative
Mit aller Kraft versuchen bürgerliche Politiker die Volksabstimmung über die Abzocker-Initiative hinauszuzögern  oder ihr mit einem Gegenvorschlag die Zähne zu ziehen. Ganz anders, als England, das vor einem Jahr beschloss, Boni  ab 40'000 Franken mit einer 50% Steuer zu belasten, will die Schweiz den horrenden Abzockerboni nur die Michzähnchen ziehen. Geht es nach dem Ständerat, so sollen Boni erst ab 3 Mio Gewinn besteuert und als Tantiemen bezeichnet werden. Dies stösst sowohl im bürgerlich dominierten Ständerat, wie auch im Bundesrat auf Kritik. Die NZZ schreibt ...
" ... Eine Minderheit der ständerätlichen RK würde als Alternative lieber den indirekten Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative erweitern. Diese Regulierung hätte im Unterschied zum Tantièmen- Modell keine fiskalischen Konsequenzen. Betroffen wären lediglich börsenkotierte Aktiengesellschaften.Weiter könnte die Generalversammlung auch bei Verlusten Boni genehmigen, wenn das im Interesse des Unternehmens liegt. Der Bundesrat will die beiden Vorschläge kombinieren und bei allen Aktiengesellschaften anwenden. Hohe Boni könnten nicht nur in börsenkotierten AG's problematisch sein, hält er dazu fest.
Weiter will die Landesregierung, dass gegenüber den Aktionären die Vergütungen der Mitglieder der Geschäftsleitung einzeln offengelegt werden. Die Generalversammlung müsse sie auch genehmigen, wenn kein Jahresverlust oder Kapitalunterdeckung vorlägen.
ganzer Artikel via NZZ

Donnerstag, 30. September 2010

85 Franken für ein Kilo Kaffee - Die Abzocker der Kaffeebranche

Nestlé, sprich Nespresso, der Kaffeekapsel-Hersteller
, hat rund 1700 Patente anmelden lassen, um sein Kapselmonopol zu schützen. 

Nespresso verdient sich dumm und dämlich an den Luxus-Kapseln. Rechnet man den Preis der Kaffeemenge einer Kapsel hoch, so kommt man auf rund 85 Franken pro Kilo Kaffee. Im Kaffeehandel kriegt man vergleichbaren Arrabica das Kilo zu 5 Franken. 
Doch bereits gibt es, wie im Druckermarkt, andere Hersteller, die Kapseln verkaufen, die nur halb so teuer sind, wie jene von Nespresso, aber kompatibel zu deren Maschinen sind, wie die Schaffhauser Nachrichten berichtet: 
" ... Ethical Coffee ist nicht der einzige neue Konkurrent von Nespresso. Auch die US-Firma Sara Lee vertreibt seit dem Frühling in Frankreich Nespresso-kompatible Kaffeekapseln. Während die Casino-Kapseln dem biederen Image der Lebensmittelkette entsprechen, die sie verkauft, orientiert sich die Marke L’Or Espresso stärker am Auftritt von Nespresso – edel, exquisit, exklusiv. Eine Klubmitgliedschaft und Internetbestellungen wie bei Nespresso gibt es bei L’Or Espresso jedoch bislang nicht. Andere Wege beschreitet Ne-Cap in Spanien. Das Kleinunternehmen bietet eine Art «Nespresso für Arme» an: Es verkauft via Internet leere Plastikkapseln, die dasselbe Volumen haben wie die Behälter von Nestlé. Die Kunden öffnen den Deckel, füllen ihren eigenen Arabica ein und stecken ihn in dieNespresso-Maschine. Ob edel, bieder oder billig – Nestlé hat gar keine Freude an der neuen Konkurrenz und versucht dieser, wo es nur geht, Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Das ist nur logisch: Nestlé verdient mit Nespresso sehr viel Geld. Der Kaffee in den Luxuskapseln wird für einen Kilopreis von etwa 85 Franken verkauft – gehandelt wird hochwertiger Arabica-Kaffee für ungefähr fünf Franken pro Kilo. Die neuen Wettbewerber vermiesen Nespresso das Geschäft, zumal ihre Kapseln um einiges billiger sind. Der Casino-Espresso kostet 25 Cent pro Kapsel, also umgerechnet 33 Rappen, während Nespresso in der Schweiz 50 Rappen verlangt...."
der ganze Artikel via SN 

Dienstag, 28. September 2010

200 Banker verdienen bereits wieder mehr als 500'000 Euro

Während sich viele Deutsche darüber ereifern, dass der "Lohn" von Hartz IV - Empfängern um 5 Euro im Monat steigen soll, sahnen die Versager der Finanzkrise bereits wieder massiv ab: Rund 200 Angestellte von Versager-Banken, die vom deutschen Staat gerettet werden mussten, verdienen wieder mehr als 500'000 Euro. Dazu wurde am Wochenende noch bekannt, dass sich zwei Top-Manager der Krisenbank HRE üppige Renten-Ansprüche sichern wollten. Sogar die Union zeigt (zumindest nach aussen) Unverständnis für diese Vorgänge, wie Bild schreibt:
" ... Auch die Union reagierte mit Unverständnis auf Meldungen, wonach rund 200 Angestellte in vom Staat geretteten Banken mehr als 500 000 Euro verdienen. Unions-Finanzexperte Leo Dautzenberg (CDU) kritisierte, die Regierungsbeauftragten in den Kontrollgremien zeigten sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen für die Banker. SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner warf den Managern in der Zeitung vor, keine Schamgrenze zu haben. „Wenn sich die Bankenmanager solche Zahlungen genehmigen und im Gegenzug der Hartz-IV-Regelsatz um nur fünf Euro erhöht wird, dann fördert das die Demokratieverdrossenheit“, sagte Stegner. ..."
der ganze Artikel via Bild

Samstag, 28. August 2010

Abzocker der Woche: Nissan

1821 Franken nach Defekt eines Scheinwerferbestandteiles

Stellvertretend für diverse Autohersteller erhält Nissan unseren Abzockerpreis der Woche. Wer bei Nissan Primera einen Defekt am Vorschaltgerät eines Scheinwerfers hat, bezahlt über 1800 Franken (inkl. Montage), obwohl das Vorschaltgerät für 150 Franken im Internet zu bestellen wäre. Nissan hat, wie viele andere Autohersteller die Standardausrede bereit. Schuld ist selbstverständlich der böse Hersteller:
" ... Nissan Schweiz bestätigt dies, schiebt aber die Schuld dem Hersteller der Scheinwerfer in die Schuhe. Dieser liefere nur «das komplette Original-Bauteil». Deshalb könne beim Primera nur «die gesamte Schweinwerfereinheit ersetzt werden». Diese kostet Frank Pulfer inklusive Montage Fr. 1821.25. Das Vorschaltgerät alleine kann man im Internet für rund 150 Franken kaufen. ..."
Quelle: Konsumentenmagazin KTipp, Printausgabe

Freitag, 27. August 2010

Buchverlage zocken Schweizer ab: Eurokurs von 2.33 Franken

Ein Euro fiel heute unter die Marke von 1.30 Franken. Im Buchhandel werden diese Währungsverluste des Euros gezielt nicht weitergegeben. Ein Grossteil der Bücher kostet in der Schweiz mehr als das Doppelte des Euro-Preises, wie das Konsumentenmagazin KTipp rechnete:
" ... Dan Browns «Illuminati» wird bei Thalia und Orell Füssli zum Kurs von 1,90 umgerechnet. Goethes «Faust I» von Reclam kostet in Deutschland Euro 2.10 – bei Orell Füssli und bei Thalia Fr. 4.90. Das entspricht einem Euro-Kurs von 2,33. Orell Füssli rechnet die Taschenbuch-Bestseller von Stieg Larsson, Stephenie Meyer und Henning Mankell zu einem Kurs von 2,00 um; Thalia berechnet einen Kurs zwischen 1,70 und 1,90. «Man muss kämpfen» von Jens Voigt kostet bei Thalia Fr. 24.90 (Euro 12.–, Kurs 2,08). Günstiger rechnen Weltbild und Ex Libris. "

Donnerstag, 26. August 2010

5'000 Lohn-Millionäre zählt die kleine Schweiz

Die einen verlieren ihr Vermögen oder ihren Job während der Finanzkrise, andere profitieren. In der Schweiz hat die Zahl der Lohmillionäre in den letzten Jahren deutlich zugenommen, wie der Tagesanzeiger aus dem Sonntagsblatt "Sonntag" zitiert:
" ... Die Kritiker der Abzocker erhalten neue Munition: In der Schweiz leben laut einem Bericht des «Sonntag» an die 5000 Einkommensmillionäre. Also Personen, welche die magische Grenze jährlich allein mit Lohn und Bonus überschreiten – allfällige Kapitalgewinne nicht eingerechnet. Rund 2000 Personen verdienen gar mehr als 3 Millionen Franken pro Jahr. Das hat Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), anhand neuster AHV-Daten berechnet. Die Zahl von 5000 erstaunt. Noch vor zehn Jahren hätten «nur» rund 1000 Personen ein Gehalt von einer Million oder mehr bezogen, sagt Lampart zur Zeitung «Sonntag». «Die Gruppe der Topverdiener hat sich abgesetzt. Sie waren die Profiteure letzten Jahre.» Damit sticht auch das oft gehörte Argument nicht mehr, wonach es sich bei den in der Öffentlichkeit viel gescholtenen Topverdiener nur um Ausnahmefälle handelt. «In der Zwischenzeit gibt es viele kleine Brady Dougans und Daniel Vasellas», sagt Lampart gegenüber der «Sonntag». «Zu viele.»
ganzer Tagesanzeiger-Beitrag hier 

Mittwoch, 25. August 2010

In der Bundesliga verdient es sich gut: Abzocke hoch drei

Frank Ribery verdient 833'000 im Monat
Sogar Busfahrer oder Zeugwart eines Bundesliga-Clubs würden deutlich mehr verdienen, als in der "Realwirtschaft", folgert der Clubblog des 1. FCN seinen Beitrag über die Abzocker hoch 3, die Geldrangliste der Bundesliga. Ein Ausschnitt daraus:
" ... Vorne dran, das überrascht wenig, steht Bayerns Franzose Frank Ribéry – mit 833.000 Euro pro Monat. Fast bescheiden nehmen sich da die gelisteten Club-Beschäftigten aus. Wobei die Betonung auf fast liegt. Martin Bader taucht mit 29.000 Euro in der Liste auf, Dieter Hecking darf sich demnach über mehr als das Doppelte freuen. 66.000 sollen am Monatsende auf seinem Konto landen. Timmy Simons von Eindhoven gekommener Senior der Club-Elf darf sich gar wie 1/10 Ribébry fühlen – sollte die Summe von 83.000 Euro stimmen, die er angeblich pro Monat vom Ruhmreichen erhält. Nicht schlecht für jemand, der den Zenit seiner Leistungsfähigkeit überschritten haben dürfte. ..."

Dienstag, 24. August 2010

Hedgefonds-Manager beziehen Burnout, um Milliarden zu retten

Tim Barakett
Stanley Druckenmiller
Steve Cohen
Immer mehr Finanzhaie seien ausgebrannt und würden ihren Job aufgeben, schreibt der "Spiegel". Nebst dem mehrfachen Milliardär und Oberabzocker Stanley Druckenmiller, der vergangene Woche seinen Job hinschmiss, hätte dies zuvor auch Timothy Barakett getan. Den Abgang angekündigt haben der Mitgründer des milliardenschweren Fonds Highfields Capital Management, sowie Investmentguru Steve Cohen. Weitere Investmentbanker und Hedgefonds-Manager würden den Schritt ebenfalls noch vollziehen.

Der Spiegel folgert wohl richtig, wenn er schreibt: 
"Ist bei manchem Finanzjongleur womöglich die Gier versiegt? Haben sie sich in den vergangenen Jahren schlicht die Taschen genug gefüllt? Ist es einfach Zeit, die Milliarden zu nehmen und abzuhauen? Manch zynische Bemerkung spricht dafür". 
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