Donnerstag, 6. Mai 2010

Banken-Solidarität = Scheinheiligkeit im Quadrat

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Toll, plötzlich haben die Banken ihre Solidarität mit dem arg gebeutelten Griechenland entdeckt. Seine Scheinheiligkeit, Josef Ackermann, Chef Deutsche Bank, verkündete gross, dass sich diverse Privatbanken  uneigennützig und solidarisch an den Rettungsmassnahmen beteiligen würden. Leider sind die ganzen Hilfsmassnahmen zu leicht zu durchschauen. Zuerst ritt man das Land mit gezielten CDS-Finanzwetten in den Ruin, nun will man die drohenden Verluste, die durch einen endgültigen Bankrott Griechenlands entstehen könnten (Zinsausfälle, Auszahlen der CDS-Versicherungssummen, weiterer Imageverlust) verhindern. Zudem wird ja der Hauptteil der Rettungsaktion durch den Staat, also die Steuerzahler berappt. Man geht kein Risiko ein und kann sogar noch daran verdienen. Dies hat auch der Blog "Egghat" zum Thema gemacht. Zuerst macht er sich Gedanken darüber, was passiert, wenn Griechenland bankrott ginge, wer dann der Hauptverlierer sein würde: 
"... Denn wie so häufig steckt der Teufel im Detail. Im Fall der Griechenlandkredit scheinen diese nämlich nachrangig zu sein. Im Fall des Bankrotts von Griechenland werden also im ersten Schritt alle anderen Gläubiger ausgezahlt und erst danach kommen die Notkredite an die Reihe. Auch im ersten Schritt gibt es bei einer Staatspleite meistens eine Reihenfolge: Zuerst kommt der IWF (1a) und dann die anderen Gläubiger (1b). Normalerweise bekommt der IWF 100% seiner Kredite zurück und die anderen Gläubiger dann einen geringeren Teil. Manchmal wird nach Höhe der Schulden gestaffelt (z.B. bis 20.000 gibt es alles, darüber nur 50%), manchmal nach Sitz der Gläubiger (Inländer bekommen hohen Abzug, Ausländer niedrigen). Das aber nur der Vollständigkeit wegen. Was entscheidend ist: Die Notkredite stehen auf Stufe 3 nach dem IWF und den normalen Gläubigern. Was ich jetzt vermute: Die ganze Story hat genau ein Ziel: Den normalen Gläubigern den Kauf der normalen Anleihen zu ermöglichen und damit deren Zins zu senken und im Gegenzug quasi schon heute den Verzicht einzuplanen bzw. einzubauen. Ergo: Es ist gut möglich, dass Prof. Sinn mit seinem populistischen "Wir sehen keinen Cent zurück" doch Recht behält. Nicht weil die Griechen gar nichts zurückzahlen, sondern weil das Geschäft so konstruiert wird, dass genau der Steuerzahlerteil nicht zurückgezahlt werden soll/muss.
Allerdings weiss ich nicht, ob mich der Part der Banken nicht noch mehr aufregt. Denn diese beteiligen sich mit einem Betrag, der allenfalls symbolisch zu nennen ist und zum dem sie sich rechtlich auch in keiner Weise committet haben. Und die Banken finanzieren sich zu 1% bei der EZB und leihen das für 5 oder 6% an Griechenland weiter (verdienen damit also Geld!). Und wenn die ganzen unvollständigen Informationsbrocken stimmen, die aus der Politkaste raussickern, handelt es sich nicht einmal um die nachrangigen Papiere, die dem Steuerzahler auf's Auge gedrückt werden. Und nicht einmal um die normalen Anleihen (siehe oben), sondern um welche, die von der KfW (damit Deutschland) garantiert werden. Und das wird dann als "Solidarität der deutschen Banken mit Griechenland" verkauft...."
Der ganze Beitrag via Egghat 
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Weitere Blogger-Beiträge zum Thema:
Dämliches Manöver - Weissgarnix
Teure Intransparenz - Spiegelfechter


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