Freitag, 30. April 2010

Der Wert der Arbeit im Verhältnis zum Lohn

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Credit Suisse - Chef Brady Dougan verdiente 2009 alles in allem rund 90 Mio Schweizer Franken, 720 Mal so viel, wie eine Putzfrau. 


Heute wird an der Generalversammlung der CS über diese Boniregelungen hart diskutiert. "Work" nimmt diesen Anlass als Gelegenheit, mal ganz allgemein über den Wert der Arbeit zu schreiben. Dazu beschreibt die Gewerkschaftszeitung noch die Ergebnisse einer Methode, die den Wert der Arbeit im Vergleich zum Lohn berechnet und misst:
" ... Leistung und Lohn – auf den ersten Blick scheint der Zusammenhang selbstverständlich: Den Beschäftigten wird der Einsatz von Hirn und Muskeln und die Führung von Maschinen und Menschen mit einem bestimmten Lohn abgegolten.
Warum aber werden die Leistungen so unterschiedlich bewertet? Leistet der Elektriker so viel weniger als der Maurer, dass er am Monatsende (laut «Lohnbuch 2010») einen Tausender weniger hat? Warum bekommt ein Radiomoderator für sein Geplapper fast doppelt so viel wie eine Flight- Attendant, die dreisprachig eine Horde genervter Passagiere bei Laune halten muss? Pfarrer und Gewerkschaftssekretär verdienen in etwa gleich viel. Ok. Aber warum muss eine Pferdepflegerin 10 Stunden länger arbeiten, um am Monatsende nicht mal die Hälfte des Pfarrerslohns auf dem Konto zu haben? Rätsel über Rätsel.
Sind die Finanzjongleure mit ihren Millionenlöhnen also besonders wertvoll für die Allgemeinheit? Diese Vorstellung hat den linken britischen Think-Tank New Economics Foundation (NEF) nicht ruhen lassen. Sein Motto lautet: «Wirtschaftswissenschaft für eine Welt, in der die Menschen und der Planet zählen.» Die NEF-Leute entwickelten deshalb eine Methode, bei der das jeweilige Einkommen den sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der Berufsausübung gegenübergestellt wird. So wollen sie den Wert bestimmen, der in einzelnen Berufen der Gesellschaft gegeben beziehungsweise genommen wird. Dass Banker heutzutage in dieser Betrachtung ganz schlecht abschneiden, kann nicht überraschen. Bei unanständig hohen Löhnen trieben sie das Weltfinanzsystem an den Rand des Zusammenbruchs. Die Steuerzahlerinnen und -zahler mussten Milliardensummen zur Rettung der Finanzmärkte aufbringen. Die Banker haben damit ungleich mehr Gemeinschaftsvermögen vernichtet, als sie geschaffen haben. Die NEF-Ökonomen glauben, das genau berechnen zu können. Bei Löhnen zwischen rund 830000 und 16,6 Millionen Franken sollen die britischen Banker für jeden verdienten Franken 7 Franken Wert vernichtet haben. ..."
der ganze Artikel via Work

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